Spätrömische Stadt Trier

Augusta Treverorum

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Trier
Kreis(e): Trier
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Plan der römischen Stadt Trier ('Augusta Treverorum') während der hohen Kaiserzeit um das 2. bis 4. Jahrhundert n. Chr. - unter anderem mit dem Straßennetz, der Stadtmauer sowie verschiedenen Großbauten und Tempelanlagen (2010).

    Plan der römischen Stadt Trier ('Augusta Treverorum') während der hohen Kaiserzeit um das 2. bis 4. Jahrhundert n. Chr. - unter anderem mit dem Straßennetz, der Stadtmauer sowie verschiedenen Großbauten und Tempelanlagen (2010).

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  • Ausschnitt aus der "Tabula Peutingeriana" mit dem Raum zwischen Köln, Koblenz und Trier.

    Ausschnitt aus der "Tabula Peutingeriana" mit dem Raum zwischen Köln, Koblenz und Trier.

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  • Kartendarstellung von Teilen der römischen Provinzen "Germania superior" und "Gallia Belgica" im 2. Jahrhundert n. Chr. (2014).

    Kartendarstellung von Teilen der römischen Provinzen "Germania superior" und "Gallia Belgica" im 2. Jahrhundert n. Chr. (2014).

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  • GeschichtlicherAtlas der Rheinlande: Wirtschaft in römischer Zeit. Trier (links) und Köln (rechts), 2007.

    GeschichtlicherAtlas der Rheinlande: Wirtschaft in römischer Zeit. Trier (links) und Köln (rechts), 2007.

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  • Die stadtäußere Feldseite des Trierer Römertors "Porta Nigra", des besterhaltenen römischen Bauwerks nördlich der Alpen (2008). Links im Bild der spätere Choranbau, rechts ein Klostergebäude des Simeonstifts.

    Die stadtäußere Feldseite des Trierer Römertors "Porta Nigra", des besterhaltenen römischen Bauwerks nördlich der Alpen (2008). Links im Bild der spätere Choranbau, rechts ein Klostergebäude des Simeonstifts.

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  • Die mächtigen Fensterbögen in der Ostapsis der Trierer Kaiserthermen im abendlichen Schneetreiben (2004)

    Die mächtigen Fensterbögen in der Ostapsis der Trierer Kaiserthermen im abendlichen Schneetreiben (2004)

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Auf Grund eines ständigen Bevölkerungszuwachses der blühenden Stadt wurde die frührömische Stadt Trier schnell zu klein und es wurden immer mehr Flächen benötigt. Dadurch unterlag auch das Straßenraster einer ständigen Erweiterung und Anpassung an die aktuellen Gegebenheiten und Bedürfnisse der Bevölkerung der Stadt. Somit kam es dann im letzten Drittel des zweiten Jahrhunderts zum Bau der repräsentativen römischen Stadtmauer. Sie wurde in einer Friedenszeit errichtet und umfasste nun ein Gelände von 285 Hektar, hatte einen Umfang von 6418 Metern und bestand aus 200 000 Kubikmetern Mauerwerk. Die Stadtbefestigung integrierte alle damaligen Großbauten der Zeit und berücksichtigte durch eine vorausschauende Planung sogar einen zukünftigen Flächenbedarf, indem in den Randlagen Bauerwartungsland mit einbezogen wurde.
Hervorzuheben ist, dass sogar die Stätten der Unterhaltung, das Amphitheater und der Circus, die sich weit vor der frühen Kernstadt befanden, integriert wurden. Ebenfalls eingebunden wurde der im äußersten Südosten in einem ansteigenden Gelände gelegene Tempel am Herrenbrünnchen mit seinem reichen Quellhorizont. Jedoch kann davon ausgegangen werden, dass zum Zeitpunkt der Anlage des Amphitheaters und des Circus dies schon bedacht worden war.

Weitere Kenngrößen der römischen Stadtbefestigung waren der von 30 Metern zu bewältigende Höhenunterschied, die drei Meter starke und die sechs Meter hohe Mauer und die annähernd 50 Türme. Diese waren jeweils an den Stoßpunkten der Straßen mit der Stadtbefestigung errichtet worden.

Um die Stellung und den Rang des spätantiken Triers zu verstehen, ist es hilfreich, die beanspruchte Fläche der Stadt von ungefähr 285 Hektar mit der Fläche weiterer römischer Städte dieser Zeit zu vergleichen. Die spätantike Stadt Trier übertraf diese in hohem Maße. Zum Vergleich soll angeführt werden, dass Köln zu dieser Zeit lediglich eine ummauerte Fläche von 97 Hektar aufzuweisen hatte. Heute beträgt die Fläche der kreisfreien Stadt Köln 405,16 Quadratkilometer, ein Vielfaches mehr als zur römischen Zeit und ist somit annähernd viermal so groß wie das heutige Trier. Die Einwohnerzahl Kölns mit über einer Millionen Einwohnern ist sogar fast zehnmal so hoch wie im Trier des 21. Jahrhunderts.

In Trier kam es zu Erweiterungen in alle Himmelsrichtungen. Dabei wurde sogar vor Aufschüttungen im Westen an der Mosel nicht zurückgeschreckt, um dort die Stadt auch näher an den Fluss anbinden zu können. Deshalb wurde im Westen die Stadt bis an das heutige Moselufer mit den aktuellen Straßen Pacelliufer, Sankt Barbara-Ufer, Johanniterufer, Krahnenufer und Katharinenufer ausgedehnt; im Süden bis zur heutigen West-Ost verlaufenden Töpferstraße, wobei es sogar zur Einbindung eines frührömischen Gräberfeldes in das Stadtgebiet kam. Im Osten musste das Altbachareal, das Amphitheater, der Circus und der Tempel am Herrenbrünnchen integriert werden. Daher verlief die Mauer von der Töpferstraße in einem nordöstlich abknickenden Winkel auf den Tempel am Herrenbrünnchen, von dort geradlinig gen Norden auf das Amphitheater und von dort in einem nordwestlich verlaufenden Bogen auf die heutige Kreuzung der Nordallee mit der Ostallee beim später errichteten Balduinbrunnen zu. Dabei orientierte sich die römische Stadtmauer nördlich des Amphitheaters am Verlauf der heutigen Bergstraße.

Im Norden verlief die Mauer vom Balduinbrunnen in westliche Richtung auf die Porta Nigra zu, um von dort dann weiter über die Franz-Ludwig-Straße und den Schießgraben auf das Moselufer zu stoßen. In der heutigen Zeit ist diese nördliche Begrenzung der römischen Stadt durch einen durchgehenden Grünstreifen gekennzeichnet. Im nördlichen Bereich wurde ebenfalls wie im Süden ein weiteres Gräberfeld angeschnitten und zum Teil in den spätrömischen Stadtbering integriert.

Des Weiteren kam es noch auf der heutigen Bahntrasse im Osten der Stadt, ganz in der Nähe des Circus, zu Funden von frührömischen Gräbern, wodurch wiederum deutlich wird, dass sich diese Bereiche während der ersten Ausbreitungsphase des römischen Triers noch außerhalb der Wohnbebauung befanden.
Heute befindet sich noch ein sehenswertes, gut erhaltenes und frei gelegtes Stück der Stadtbefestigung im Schießgraben bei der Langstraße im Nordwesten von Trier.

(Christoph Jürgens, Universität Koblenz-Landau, 2014)

Internet
zentrum-der-antike.de: Trier - Zentrum der Antike (abgerufen 25.08.2017)

Literatur

Cüppers, Heinz (1990)
Die Römer in Rheinland-Pfalz. S. 133ff, Stuttgart.
Dahm, Lambert (1991)
Trier, Stadt und Leben in römischer Zeit. S. 26ff, Trier.
Landesbildstelle Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (1984)
Trier und seine Region im Luftbild. S. 49, Koblenz.
(2014)
Strukturdaten für Köln, krfr. Stadt. Düsseldorf. Online verfügbar: http://www.it.nrw.de/kommunalprofil/k05315.pdf , abgerufen am 14.05.2014

Spätrömische Stadt Trier

Schlagwörter
Ort
54290 Trier
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Fernerkundung
Historischer Zeitraum
Beginn 170 bis 200, Ende nach 400
Koordinate WGS84
49° 45′ 4,54″ N, 6° 38′ 20,13″ O / 49.75126°, 6.63892°
Koordinate UTM
32U 329925.05 5513650.65
Koordinate Gauss/Krüger
2546088.24 5512938.44

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„Spätrömische Stadt Trier”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-94130-20140612-3 (Abgerufen: 27. Mai 2018)
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