Ruhrtal zwischen Mülheim und Kettwig (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Ruhr 081)

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Landeskunde, Raumplanung
Gemeinde(n): Essen (Nordrhein-Westfalen), Mülheim an der Ruhr, Ratingen
Kreis(e): Essen (Nordrhein-Westfalen), Mettmann, Mülheim an der Ruhr
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Das Ruhrtal in Höhe des Kattenturms in Essen Kettwig (2008)

    Das Ruhrtal in Höhe des Kattenturms in Essen Kettwig (2008)

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Das Ruhrtal zwischen Mülheim und Kettwig und sein Umfeld sind hier beschrieben als bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich (KLB) wie im Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Ruhr. Die wertbestimmenden Merkmale der historischen Kulturlandschaft werden für die Maßstabsebene der Regionalplanung kurz zusammengefasst und charakterisiert.

Kulturlandschaftsbereich zwischen Mülheim und Kettwig:
Mülheim südlich der Schlossbrücke (das Stadtzentrum zum KLB 065 zugeordnet) rechts der Ruhr: Wasserkraftwerk Kahlenberg von 1924/25; Schleuse Kahlenberg (1843–45, Vorgänger 1798), erhalten Schleusenkammer und -insel; über dem ehemaligen Schleusenkanal steinerne Bogenbrücke von 1846; auf der Schleuseninsel der „Wasserbahnhof“; ehemaliges Betriebsgebäude des Wasserkraftwerks Kahlenberg von 1926 („Haus Ruhrnatur“ mit Ausstellung zur Naturgeschichte des unteren Ruhrtals); auf dem Kahlenberg Bismarckturm von 1909 (Wahrzeichen und Aussichtspunkt), unweit Villen wie neobarocke Villa J. Thyssen (1898–1900, Architekten Kayser & von Großheim, Berlin) mit Parkanlage und neobarocke Villa Urge (1913) sowie Jugendherberge von 1889. Firmengebäude der ehemaligen Textilfabrik Troost (Weberei, Tudorhaus, Kutscherhaus). – Witthausbusch: Park und Erholungsanlage des Historismus, 1900–33 erweitert.

Links der Ruhr: südlich Broich Ruhrsandsteinbrüche; historische Lederfabriken Lindgens (1915/22, 1873) und Abel (1864, 1880–1916) an der Düsseldorfer Straße und der Straße Kassenberg.

Saarn: weiträumige Klosteranlage Maria Saal der Zisterzienserinnen (1214–1809, ab dem 17. Jahrhundert freiadeliges Damenstift) am linken Auenrand der Ruhr mit Kirche des 13. Jahrhunderts und Klosterbauten des 14.–18. Jahrhunderts sowie Klosterfriedhof und Klosterweiher; Äbtissinnenhaus von 1735; nördlich anschließend der historische Ort Saarn mit Bauten vom Spätmittelalter bis zum Historismus; persistente bäuerliche Nutzung der Ruhraue noch aus vorindustrieller Zeit erhalten.

Mintard: mittelalterliches Kirchdorf am linken Ruhrufer mit Kirche des 11. Jahrhunderts und Fachwerkgebäuden des 17./18. Jahrhunderts, nördlich anschließend die Mintarder Höfe inmitten persistenter Agrarlandschaft. Mintarder Brücke der A 52 über die Ruhr von 1963–67 (Balkenbrücke auf 18 Pfeilern mit 1830 m Spannweite). – In der offenen Ruhraue Schloss Hugenpoet, barockes Wasserschloss mit Herrenhaus und zwei Vorburgen (1647–96); laternenbekrönte Schweifhauben; bildet mit der zum Schutz des Ruhrübergangs in Kettwig erbauten Höhenburg Schloss Landsberg mit Landschaftspark (Stadt Ratingen) ein Denkmalensemble. Vorgängeranlage von Schloss Hugenpoet nordwestlich in der Ruhraue.

Kettwig: historischer Ortskern mit mittelalterlich-frühneuzeitlichem Stadtgrundriss an der alten Fernstraße Köln – Essen (Hellweg); feste Ruhrbrücke ab 1282, heutige Ruhr-Mühlengraben-Brücke von 1786; um die erhöht stehenden Kirchen verschieferte bergische Fachwerkhäuser und klassizistische Bauten des 17.–19. Jahrhunderts; an der Ruhr Tuchfabriken und Fabrikantenvillen des 19. Jahrhunderts in historischen Parkanlagen.
Auf dem linken Ruhrufer Ortsteil Kettwig vor der Höhe mit Mühlen, kleinen Fabriken und Fachwerkhäusern.

In Urgeschichte, römisch-germanischer Zeit, Merowingerzeit und Frühmittelalter Siedlungs- und Nutzungsraum: Siedlungen, Wüstungen, Gräberfelder.
Mittelalterliche und neuzeitliche Motten und Wasserburgen, befestigte Wallanlagen, Siedlungen, Mühlenstandorte, Bergwerke, Stollen, Pingen, Schlackenhalden, Verkehrsinfrastruktur (historische Wege / Straßen mit Karrengleisen, Hohlwege, Ruhrtalbahn von Styrum nach Kettwig).

Kulturlandschaftliches und denkmalpflegerisches Ziel im Rahmen der Regionalplanung ist eine erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung, insbesondere
  • Bewahren und Sichern von Strukturen und tradierten Nutzungen, von Ansichten und Sichträumen von historischen Bereichen
  • Bewahren und Sichern von Elementen, Strukturen, Nutzungen sowie Ansichten und Sichträumen von historischen Objekten
  • Bewahren des Kulturlandschaftsgefüges
  • Wahren als landschaftliche Dominante
  • Sichern linearer Strukturen
  • Sichern kulturgeschichtlich bedeutsamer Böden
  • Bewahren und Sichern archäologischer und paläontologischer Bodendenkmäler in ihrem Kontext
Aus: Landschaftsverband Rheinland / Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Ruhr, 2014

Internet
Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Ruhr (Abgerufen: 04.04.2016)

Literatur

Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2014)
Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Ruhr. Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung. S. 133-134, Köln, Münster.

Ruhrtal zwischen Mülheim und Kettwig (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Ruhr 081)

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Landeskunde, Raumplanung
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:25.000 (kleiner als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 2012
Koordinate WGS84
51° 23′ 12,73″ N, 6° 54′ 13,35″ O / 51.38687°, 6.90371°
Koordinate UTM
32U 354137.85 5694933.02
Koordinate Gauss/Krüger
2562951.79 5695074.04

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„Ruhrtal zwischen Mülheim und Kettwig (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Ruhr 081)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-89951-20140406-301 (Abgerufen: 18. November 2018)
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