Bismarckturm auf dem Kahlenberg

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Mülheim an der Ruhr
Kreis(e): Mülheim an der Ruhr
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Der Bismarckturm ist ein Aussichtsturm, der seit 1908 hoch über dem Ruhrufer bei Mülheim steht. Auffällig ist seine burgenartige Architektur. Er ist aus Sandstein erbaut (2015).

    Der Bismarckturm ist ein Aussichtsturm, der seit 1908 hoch über dem Ruhrufer bei Mülheim steht. Auffällig ist seine burgenartige Architektur. Er ist aus Sandstein erbaut (2015).

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  • Blick in das Ruhrtal vom Kahlenberg aus flussabwärts (2015).

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  • Blick in das Ruhrtal vom Kahlenberg aus flussaufwärts (2015).

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  • Historische Fotografie von 1877: Brustbild-Portrait des Reichskanzlers Otto von Bismarck (1815-1898).

    Historische Fotografie von 1877: Brustbild-Portrait des Reichskanzlers Otto von Bismarck (1815-1898).

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  • Der Bismarckturm ist ein Aussichtsturm, der seit 1908 hoch über dem Ruhrufer bei Mülheim steht. Auffällig ist seine burgenartige Architektur. Er ist aus Sandstein erbaut (2015).

    Der Bismarckturm ist ein Aussichtsturm, der seit 1908 hoch über dem Ruhrufer bei Mülheim steht. Auffällig ist seine burgenartige Architektur. Er ist aus Sandstein erbaut (2015).

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Geschichte, Geographie und soziale Hintergründe
Die Verehrung des ersten Reichskanzlers Otto von Bismarck (1815-1898) befand sich Anfang des 20. Jahrhunderts auf einem Höhepunkt. Zahlreiche Baudenkmäler wurden zu Ehren des inzwischen verstorbenen Staatsmannes errichtet – dazu gehört auch der Bismarckturm auf dem Kahlenberg in Mülheim an der Ruhr, wo Bismarck seit 1895 Ehrenbürger war. Von ursprünglich 184 Bismarcktürmen in der Bundesrepublik Deutschland gibt es aktuell noch knapp 150. Die Errichtung des Turms in Mülheim an der Ruhr erfolgte im Jahr 1908. Er war auch nach dem Ende des Kaisereichs 1918 nicht nur ein Ort für national orientierte bis nationalistische Gedenkfeiern und Treffen, sondern auch Landmarke, Wahrzeichen und Identifikationspunkt für die Bevölkerung, die dort ein beliebtes Ausflugsziel hatte. Ein wesentlicher Faktor war hierbei auch die exponierte Lage mit Blick auf die Ruhr.
Die zeitgenössische Einschätzung ging allerdings über diese romantisierend erscheinende Bewertung hinaus, weil auch großbürgerliche Kreise den Standortvorteil erkannt hatten und hier ihrem Repräsentationsbedürfnis mit einer Villenbebauung nachkommen konnten (Menning 2008). Ein Beispiel hierfür ist das Haus Urge (1913) im Neobarock, u.a. in der Funktion als Wohnhaus der Stinnes-Dynastie. Der benachbarte Turm war dabei willkommen und die Lage mehr als geeignet: Ein majestätischer Blick über die Ruhr und die erwünschte Abgrenzung vom nahegelegenen Industriestandort sind Faktoren, welche die Stadtentwicklung und Sozialwissenschaften auch aktuell in ähnlicher Weise und mit verwandten Themen wie Gentrifizierung beschäftigen. Die Umnutzung der am Ruhrufer gelegenen historischen Jugendherberge von 1889 zu Luxuswohnungen zeigt die Kontinuität des inhaltlichen Diskurses auf.

Schon nach dem Zweiten Weltkrieg gab es in Mülheim – wie auch andernorts – eine kontrovers geführte Diskussion um den Umgang mit dem kulturellen Erbe. Der Streit fokussierte sich vor allem auf den Bismarckturm, vermutlich weil sein historischer, politischer Link mit den neuen demokratischen Idealen kollidierte. Man entschied sich für den Erhalt. Eine Kontroverse flackerte noch einmal in den 1970er Jahren auf, als sein Abriss für die Errichtung einer Hochhausbebauung im Raum stand.
Heute ist der Bismarckturm immer noch ein Wahrzeichen der Stadt und hat seine Bedeutung als kleiner touristischer Hot Spot behalten. Nach einer Grundsanierung 1998 wird er heute auch als Künstleratelier und für kulturelle Veranstaltungen genutzt (Rawe 2008).

Kulturhistorische Bedeutung
Der Raumausschnitt ist ein historischer Villen- und Denkmalstandort in exponierter Lage über dem Ruhrtal – mit bedeutendem Fernblick, eingebettet in einen naturnahen Freiraum. Die exponierte Lage des Bismarckturms ist einzigartig für diesen Denkmaltypus sowohl im Ruhrgebiet als auch überregional; typisch ist auch seine Entstehungsgeschichte. Durch den substanziellen Erhalt und die öffentliche Zugänglichkeit ist die ursprüngliche Kulturlandschaft auch erfahrbar (geblieben).
Die Empfehlung aus geowissenschaftlicher und kulturlandschaftlicher Sicht ist der Erhalt der beschriebenen Strukturen; eine Gefährdung ist die Einschränkung der Freiraum- und Freizeitfunktion durch private und wirtschaftliche Interessen.

(Kai-William Boldt, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V. / LVR-Fachbereich Landschaftliche Kulturpflege, 2015)

Internet
www.muelheim-ruhr.de: Der Bismarckturm (abgerufen am 20.03.2015)
www.muelheim-ruhr.de: Mülheimer Baudenkmäler: Villen der Kaiserzeit (abgerufen am 20.03.2015)

Literatur

Menning, Daniel (2008)
„Feudalvilla“ oder „alte Schönheit“? – Großbürgerliche Villen der Kaiserzeit in Mülheim an der Ruhr. (Zeugen der Stadtgeschichte - Baudenkmäler und historische Orte in Mülheim and der Ruhr.) Essen.
Rawe, Kai (2008)
Der Bismarckturm. (Zeugen der Stadtgeschichte - Baudenkmäler und historische Orte in Mülheim and der Ruhr.) Essen.

Bismarckturm auf dem Kahlenberg

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1908
Koordinate WGS84
51° 24′ 49,52″ N, 6° 52′ 50,23″ O / 51.41376°, 6.88062°
Koordinate UTM
32U 352617.91 5697968.91
Koordinate Gauss/Krüger
2561308.59 5698045.72

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„Bismarckturm auf dem Kahlenberg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-118739-20150320-2 (Abgerufen: 16. November 2018)
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