Kottenrelikte Ober-Bredeney

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Inmitten des dicht bebauten Stadtgebietes in Ober-Bredeney finden sich Relikte ehemaliger Kotten. Ihre Entstehungszeit reicht teilweise weit zurück bis in die frühe Zeit der Kottengründungen im 15./16. Jahrhundert. Heute sind jedoch nur Nachfolgebauten aus dem 19. bzw. Beginn des 20. Jahrhunderts erhalten. Vom Mieles-Kotten ist nur noch das Grundstück erkennbar.

Diese Kotten wurden ursprünglich in einem wald- und siepenreichen Gebiet errichtet, in dem es bedeutende Ödland-Heideflächen gab. Letztere erstreckten sich insbesondere nördlich der Meisenburgstraße, zwischen Theodor-Althoff-Straße und Heierbusch. In der Umgebung befanden sich große Waldareale, wie z.B. der nördlich gelegene Beckmannbusch, die Ende des 18. / Anfang des 19. Jahrhunderts für Kottensiedlungen gerodet wurden. Auslöser war der Kleinbergbau. Später, im Zuge der Stadterweiterung Essens und der Entwicklung Bredeneys zu einer eigenständigen Bürgermeisterei entstanden an ihrer Stelle städtische Wohngebiete aus Ein- und Mehrfamilienhäusern sowie Villenviertel.

Wie in der Kartendarstellung erkennbar, hat sich der Verlauf der Straßen in diesem Bereich seit mindestens zweihundert Jahren nicht verändert. Somit befinden sich die ehemaligen Kotten noch immer in ihrer angestammten Lage im Wegenetz. Der Verbindungsweg zwischen den Kotten Schlieper, Hückel und Wittkop ist jedoch nur noch zur Hälfte erhalten. Auf der topographischen Karte von 1843 war er sogar als Straße eingezeichnet. Sie verlor spätestens seit Beginn der 1950er Jahre an Bedeutung, als ihr westliches Teilstück mit einem Wohngebiet überbaut wurde.

(Kathrin Lipfert, LVR-Fachbereich Umwelt, 2010)

Literatur

Amt für Geoinformation, Vermessung und Kataster der Stadt Essen (Hrsg.) (1965)
Historischer Atlas zur Karte der Stadt Essen 1803/06, Karten von Honigmann/Vogelsang (überarbeitet und ergänzt). Essen.
Bonczek, Willi (1975)
Essen im Spiegel der Karten. Historische Karten und Stiche vom Mittelalter bis zur Neuzeit, bearb. durch das Stadtvermessungsamt Essen. Essen.
Schmitz, Herbert (1998)
Bredeney - Rittersitze, Höfe, Kotten und ihre Bewohner. Ein Beitrag zur Siedlungsgeschichte. S. 17-19, Bottrop, Essen.
Wehling, Hans-Werner (1987)
Die Siedlungsentwicklung der Stadt Essen. Essen.
Weis, Dieter (1951)
Die Großstadt Essen. Die Siedlungs-, Verkehrs- und wirtschaftliche Entwicklung des heutigen Stadtgebietes von der Stiftsgründung bis zur Gegenwart. (Bonner Geographische Abhandlungen, H. 7..) Bonn.

Kottenrelikte Ober-Bredeney

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1400 bis 1909
Koordinate WGS84
51° 24′ 42,38″ N, 6° 58′ 57,47″ O / 51.41177°, 6.98263°
Koordinate UTM
32U 359705.13 5697548.22
Koordinate Gauss/Krüger
2568408.46 5697915.44

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„Kottenrelikte Ober-Bredeney”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-2683-20101203-6 (Abgerufen: 17. August 2017)
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