Quellfassung „Klingelpütz“ im Königsdorfer Wald

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Frechen
Kreis(e): Rhein-Erft-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Königsdorfer Wald mit Spazierwegen (2014)

    Königsdorfer Wald mit Spazierwegen (2014)

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    Nicole Schmitz, Landschaftsverband Rheinland
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    Nicole Schmitz
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Im Königsdorfer Wald, nördlich des Klein-Königsdorfer Viehweges, befinden sich insgesamt fünf Quellen, die den Namen Klingelpütz tragen. Sie wurden von Mönchen der Abtei Brauweiler vor dem 18. Jahrhundert eingefasst, um das Wasser zu ihren Karpfenteichen am Waldrand zu leiten.

Der Name „Klingelpütz“ ist zusammengesetzt aus den Worten „Pütz“ für Brunnen (lateinisch: puteus) und „Klingel“. Für das Wort Klingel gibt es drei Deutungen:
1) Die Quellen befinden sich auf dem Grundstück eines Herrn Clingelmann,
2) das altdeutsche Wort „klinke“ bezeichnet eine Erhebung im Gelände,
3) „Klinge“ als geographische Bezeichnung für ein „kurzes, schmales, jedoch gefällestarkes Tälchen ohne Talboden“ (Weingarten 2011, S. 302f, Kölner Stadtanzeiger 2012).

Den Begriff gibt es ebenso, wenn auch mit anderer Herleitung, in der Kölner Umgangssprache. In Köln ist er offiziell als Straßenname in Gebrauch, ferner als Name für das frühere Gefängnis, das „Arrest- und Correctionshaus“.

Laut Wolter (2011, S. 279) waren diese Quellen der Grund dafür, dass die Trasse der römischen Via Belgica in diesem Bereich ihren ansonsten schnurgeraden Verlauf unterbricht und ihn in einem südlichen und nördlichen Bogen umgeht. Im 18. Jahrhundert wurde das Quellwasser von den Mönchen der Abtei Brauweiler in Gräben und Zisternen gesammelt, um es in ihre Karpfenteiche am Waldrand an der Waldstraße in Königsdorf zu leiten. Die Teiche wurden im Laufe der Zeit zugeschüttet und bebaut. Das ablaufende Wasser wurde im Bereich der Waldstraße 51 nochmals in einem Dorfteich gestaut. 1898 ließ die Familie Pauli an diesem vom Volksmund sogenannten „Stotzenk“ ein betoniertes Sammelbecken bauen, welches der Bevölkerung zur Frischwasserversorgung diente (Informationstafel am Klingelpütz, www.stadt-frechen.de; Weingarten 2011, S. 304 und Wolter 2011, S. 280). 1944 baute die Kleinkönigsdorfer Bevölkerung an den Quellen einen überdachten Schöpfbunker, um die Wasserversorgung in jener Zeit des Krieges sicherzustellen.

Der Klingelpütz besteht heute aus einem Sammelbunker, einem rundbogig übermauerten Schöpfbunker, einer Zisterne sowie zwei Brunnen und Gräben bzw. Kanälen, die jedoch immer wieder von Erdreich zugedeckt werden. Mehrmals wurde die Quellfassung von der Dorfgemeinschaft Kleinkönigsdorf wieder freigelegt und hergerichtet (Kölner Stadtanzeiger 2012).

Das Objekt „Klingelpütz“ ist ein eingetragenes Baudenkmal (Denkmalliste der Stadt Frechen).

(Nicole Schmitz, LVR-Abteilung Landschaftliche Kulturpflege, 2015)

Quelle
Naturpark Rheinland 2013: Königsdorfer Wald – Glessener Höhe. Flyer, 4. Auflage.

Internet
www.ksta.de: Das versunkene Denkmal im Wald (Kölner Stadtanzeiger vom 11.09.2012, abgerufen 14.09.2015)
www.stadt-frechen.de: „Der Klingelpütz“ - Neue Informationstafel enthüllt (abgerufen 14.09.2015)

Literatur

Weingarten, Helmut (2011)
Der Königsdorfer Klingelpütz. In: Heeg, Egon / Kurth, Axel / Schreiner, Peter (Hrsg.): Königsdorf im Rheinland. Beiträge zu seiner Geschichte, S. 302-304. Pulheim.
Wolter, Peter J. (2011)
Der Königsdorfer Wald von der Eiszeit bis zur Gegenwart. In: Heeg, Egon / Kurth, Axel / Schreiner, Peter (Hrsg.): Königsdorf im Rheinland. Beiträge zu seiner Geschichte, S. 277-301. Pulheim.

Quellfassung „Klingelpütz“ im Königsdorfer Wald

Schlagwörter
Ort
50226 Frechen
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1000 bis 1800
Koordinate WGS84
50° 56′ 20,33″ N, 6° 45′ 1,08″ O / 50.93898°, 6.7503°
Koordinate UTM
32U 341940.82 5645449.49
Koordinate Gauss/Krüger
2552781.65 5645126.67

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„Quellfassung „Klingelpütz“ im Königsdorfer Wald”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-138057-20150911-2 (Abgerufen: 22. August 2018)
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