Prämonstratenserabtei Knechtsteden

Kloster Knechtsteden

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Dormagen
Kreis(e): Rhein-Kreis Neuss
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Kloster Knechtsteden bei Dormagen, Gesamtansicht von Kloster, Klosterfriedhof und Basilika (2013).

    Kloster Knechtsteden bei Dormagen, Gesamtansicht von Kloster, Klosterfriedhof und Basilika (2013).

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  • Klostermauer und Klosterkirche der ehemaligen Prämonstratenserabtei Knechtsteden bei Dormagen (2017)

    Klostermauer und Klosterkirche der ehemaligen Prämonstratenserabtei Knechtsteden bei Dormagen (2017)

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  • Ansicht der Südseite der Basilika der 1802 aufgehobenen Prämonstratenserabtei Knechtsteden bei Dormagen (2006).

    Ansicht der Südseite der Basilika der 1802 aufgehobenen Prämonstratenserabtei Knechtsteden bei Dormagen (2006).

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  • Das 1723 in barockem Stil erbaute Torhaus der ehemaligen Prämonstratenserabtei Kloster Knechtsteden (2017)

    Das 1723 in barockem Stil erbaute Torhaus der ehemaligen Prämonstratenserabtei Kloster Knechtsteden (2017)

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  • Klosterkirche der früheren Prämonstratenserabtei Knechtsteden (2017)

    Klosterkirche der früheren Prämonstratenserabtei Knechtsteden (2017)

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  • Madonnenfigur in der Klosterkirche der früheren Prämonstratenserabtei Knechtsteden (2017)

    Madonnenfigur in der Klosterkirche der früheren Prämonstratenserabtei Knechtsteden (2017)

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  • Klostermauer und Klosterkirche der ehemaligen Prämonstratenserabtei Knechtsteden bei Dormagen (2017)

    Klostermauer und Klosterkirche der ehemaligen Prämonstratenserabtei Knechtsteden bei Dormagen (2017)

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  • Die Klosterkirche der ehemaligen Prämonstratenserabtei Knechtsteden bei Dormagen (2017)

    Die Klosterkirche der ehemaligen Prämonstratenserabtei Knechtsteden bei Dormagen (2017)

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Patrozinium: Maria und Andreas.
Orden: Bedeutende Prämonstratenserabtei (Doppelkloster, später Männerkloster).
Geschichte (Gründung und Entwicklung bis um 1200):
Graf Hugo von Sponheim, später Domdekan von Köln und 1137 von Kaiser Lothar III. zum Kölner Erzbischof designiert, aber noch als Elekt gestorben, stiftete 1130 als Domdekan den von ihm geerbten Hof Knechtsteden als Memorialstiftung dem Prämonstratenserorden in die Hand des Generalabtes Hugo. Der Scholaster des Kölner Stiftes St. Aposteln, Heribert, war kurz vorher in den Prämonstratenserorden aufgenommen worden; er wurde der erste Propst von Knechtsteden und sorgte durch den Eintritt von Gefährten für den Grundstock eines Kanonikerkonvents. Der Kölner Erzbischof Bruno II. bestätigte 1134 die Gründung und gewährte das Recht der freien Vogtwahl, erklärte die vorhandene Magdalenenkirche zur Pfarrkirche und gewährte dem Stift den Patronat über die Pfarrkirche in Frimmersdorf.

1138 wurde mit dem Bau der Stiftskirche begonnen. Friedrich Barbarossa gewährte 1155 den Königsschutz, ebenfalls Hadrian IV. den päpstlichen Schutz. Die Bestätigung der dort aufgeführten Besitzungen läßt auf eine beachtliche Ausstattung schließen. Um 1158 trat der Propst des Aachener Marienstiftes und zugleich Kölner Domdekan Albert dem Knechtstedener Konvent bei und leitete die Fertigstellung der Stiftskirche. Ob er mit der heiligen Hildegard von Bingen korrespondiert hat, ist fraglich, seit die Zuverlässigkeit der Briefsammlung in erhebliche Zweifel gezogen worden ist; immerhin hielt der Erfinder des Briefpartners die Abtei für bedeutend genug, um sie zu berücksichtigen.
Knechtsteden muß, wie so viele Stifte des Ordens, von Anfang an ein Doppelkloster gewesen sein, von dessen weiblichem Zweig man erst 1166 hört. Erzbischof Rainald von Dassel berichtet in seiner Urkunde, dass Graf Otto von Ravensberg seinen Hof Flaesheim bei Haltern der Kölner Kirche geschenkt habe, damit diese Prämonstratenserinnen aus Knechtsteden dort ansiedeln. Der Erzbischof war insofern zuständig, als er die Vogtei über Knechtsteden ausübte. Die geistliche Aufsicht über das Stift Flaesheim stand fortan dem Propst bzw. nunmehr dem Abt von Knechtsteden zu.

1192 erfolgte von Knechtsteden aus die zweite Gründung eines Prämonstratenserinnenkonvents, nämlich des Katharinenklosters in Dortmund, das ebenfalls von einem aus Knechtsteden bestellten Prior geleitet werden sollte. Als drittes Stift gesellte sich 1197 das Prämonstratenserinnenkloster „zum Weiher“ in Köln (an der Stelle des heutigen Aachener Weihers) hinzu, wo der Abt von Knechtsteden zunächst die geistliche, dann auch die wirtschaftliche Leitung ausübte, aber 1327 auf Verlangen des Kölner Erzbischofs wieder abtreten mußte.
Der Streubesitz von Knechtsteden erstreckte sich vom Rhein nach Westen bis etwa zur Lütticher Diözesangrenze. Wie viele Mitglieder der Konvent zählte, ist unbekannt; jedenfalls scheint der Besitzstand so groß gewesen zu sein, dass er zur Unachtsamkeit in der Verwaltung bis hin zur Verschleuderung im 13. Jahrhundert führte (Engels 2006).

Gegründet 1129, bis 1166 Doppelkloster, Nonnen dann nach Flaesheim ausgelagert. 1802 aufgehoben (Bönnen / Hirschmann 2006).

„Eine späte Blütezeit erlebte Knechtsteden in den letzten 150 Jahren vor der Säkularisation. Dies lässt sich heute an den Überresten der damals erneuerten Gebäude ablesen, etwa am schmucken Torhaus (1712), dem Westteil des Kreuzganges (1703-28) oder am Portal der ehemaligen Prälatur (1773).“ (Klosterführer Rheinland)

(LVR-Redaktion KuLaDig, 2011)

Literatur

Bönnen, Gerold; Hirschmann, Frank G. (2006)
Klöster und Stifte von um 1200 bis zur Reformation. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, IX.3.) S. 33, Bonn.
Engels, Odilo (2006)
Klöster und Stifte von der Merowingerzeit bis um 1200. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, IX.2.) S. 38, Bonn.
Kleist, Manuela (Red.); Wiemer, Karl Peter (Red.) / Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Hrsg.) (2004)
Klosterführer Rheinland (2. Auflage). (Jahrbuch des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz 2003.) S. 211-213, Köln.
Schulten, Walter (1990)
Die ehemalige Prämonstratenser-Stiftskirche Knechtsteden in Dormagen (9. Auflage). In: Rheinische Kunststätten, Heft 48, Neuss.

Prämonstratenserabtei Knechtsteden

Schlagwörter
Ort
Dormagen - Knechtsteden
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:25.000 (kleiner als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1129 bis 1130, Ende 1802
Koordinate WGS84
51° 04′ 35,88″ N, 6° 45′ 27,23″ O / 51.07663°, 6.75756°
Koordinate UTM
32U 342916.88 5660738.81
Koordinate Gauss/Krüger
2553134.71 5660444.93

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„Prämonstratenserabtei Knechtsteden”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-11914-20110606-2 (Abgerufen: 20. September 2017)
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