Stadtteil Köln-Brück

Stadtteil 807 im Kölner Stadtbezirk 8 Kalk

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Ausschnitt von Merheim und Brück aus der Kartenaufnahme der "Rheinlande" (1801-1828) von Tranchot / von Müffling im Maßstab 1:25.000

    Ausschnitt von Merheim und Brück aus der Kartenaufnahme der "Rheinlande" (1801-1828) von Tranchot / von Müffling im Maßstab 1:25.000

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    Tranchot und von Müffling
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  • Blick auf das Haus Hovenstraße 8, Denkmal-Nr. 591 im Kölner Stadtteil Brück (2011).

    Blick auf das Haus Hovenstraße 8, Denkmal-Nr. 591 im Kölner Stadtteil Brück (2011).

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Einwohnerzahlen
Im Stadtteil Brück leben (2011) 9.914 Menschen in neun sehr unterschiedlich strukturierten Stadtvierteln, davon sehr wenige Einwohner in drei Splitter- oder Randsiedlungen (Siedlung Buchenkamp, Brücker Heide und Am Flehbach). Die Flächenstruktur wird durch Ein- und Zweifamilienhauser geprägt. Nur im zentralen Bereich (Olpener Straße und Umgebung) und im westlichen Randgebiet überwiegt der Geschosswohnungsbau. Die Einwohnerzahlen sind in den letzten Jahren stabil geblieben und werden entsprechend der Prognose bis 2025 nur geringfügig sinken (9.500 Einwohner). Hervorzuheben ist, dass der Anteil der über 60 Jährigen in den meisten Brücker Stadtvierteln heute bereits über 31 % beträgt und damit im städtischen Durchschnitt (86 Stadtteile) auf Rang 13 liegt.

Historische Entwicklung
Mit dem Gräfenhof beginnt die überlieferte Geschichte des Ortes Brück, der seit dem Mittelalter zu den bedeutenderen im Botenamt und in der späteren Bürgermeisterei Merheim gehörte. Die schriftlichen Quellen berichten, dass der Hof 1130 in den Besitz der Abtei Altenberg überging. Möglicherweise war er vorher ein Königshof für Beamte, die den nahegelegenen Königsforst verwalteten. Ihm zugeordnet war bis 1851 ein Waldgericht, das auf dem Hof tagte und über Angelegenheiten, die den Brücker Waldbesitz betrafen, zu befinden hatte. Die Brücker Mark war im Mittelalter ein Teil des Königsforstes. Später ging sie aus dem königlichen Besitz in das Eigentum ortsansässiger Grundherren über. Der größte Teil der Brücker Mark gehörte zum Grundbesitz des Gräfenhofes.

Nicht nur der wertvolle Waldbesitz, sondern auch seine Lage an einem wichtigen Verkehrsweg und im 16. und 17. Jahrhundert die Weißgerbereien und Tuchwebereien als auch die Holzwirtschaft begründeten die regionale Bedeutung Brücks. Schon 1286 wird die Brücker Straße erwähnt, die eine Verbindung vom östlichen Hinterland des bergischen Herrschaftsgebietes über die Sumpflandschaft der ehemaligen Rheinarme bis nach Deutz herstellt. Neben dem schon erwähnten Gräfenhof sind weitere Höfe in Brück nachgewiesen, so im 16. Jahrhundert der Groppershof, das Hagedornsgut und der Heuftshof. Sie bildeten den Ausgangspunkt für die Entwicklung der Siedlung bis ins 19. Jahrhundert.
Die 1906 eingerichtete Kleinbahnverbindung zwischen Köln und Brück stellte zwar eine verkehrsmäßige Anbindung an das Umland her, doch der eigentliche Aufschwung begann erst nach der Eingemeindung im Jahre 1914. So entstanden in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts größere Wohnsiedlungen.

Gegenwärtiges Erscheinungsbild
Heute ist Brück mit seinem noch dörflich geprägten zentralen Bereich ein Stadtteil mit wenig verdichtetem Geschosswohnungsbau und einem stark ausgeprägten Einfamilienhausanteil (ca. 77% Einfamilienhäuser). Lediglich im Bereich der Realschule, entlang des Mauspfades und der Olpener Straße hat sich Geschosswohnungsbau entwickelt. Größere innerörtliche Nachverdichtungsbereiche für den Wohnungsbau sind bis auf den Blockinnenbereich an der Königsforststraße nicht erkennbar.

Die markanten Haupterschließungsstraßen in Nord-Süd- (Mauspfad) und Ost-West-Richtung (Olpener Straße) gliedern den Stadtteil in fünf nach außen begrenzte und größtenteils ruhige Wohncluster, die sich alle zur Olpener Straße und damit zum Zentrum hin orientieren. Abseits liegen die Stadtviertel Brücker Heide und Siedlung Buchenkamp an der Grenze zu Bergisch Gladbach. Beim Stadtviertel Brücker Heide muss konstatiert werden, dass es sich mit der beidseitigen Bebauung entlang der Straßen „Im Langen Bruch“ und „Bruchfeld“ um eine beachtenswerte Siedlungsfläche handelt, die aufgrund der Nahe zu Brück nicht weiter im Flächennutzungsplan als Splittersiedlung aufgefasst werden und deshalb nicht innerhalb der Darstellung „Wald“ verbleiben soll, sondern als eigenständiger Stadtteil Brücker Heide dargestellt werden muss und deshalb als Wohnbauflache neu in den Flächennutzungsplan aufgenommen wird. Damit wird auch dokumentiert, dass eine weitere Ausdehnung dieses Siedlungsansatzes nicht erwünscht ist. Das Stadtviertel Siedlung Buchenkamp hat sich durch die Ergänzung am Bucheckernweg vervollständigt; eine weitere Entwicklung oder eine vollständige Ausnutzung der Wohnbaulandreserve ist nicht beabsichtigt, da sie im südlichen Teil aus einem mittlerweile dem Stangenwald entwachsenen Waldstück besteht.
Der Marktplatz im Kreuzungsbereich Olpener Straße und Pohlstadtsweg / Kleberstrase bildet das Zentrum, die Stadtteilmitte von Brück. Geschäfte, Schule, Kindergarten und Altenheim orientieren sich auf diese Mitte und vermitteln die Zentralität der Ortslage. Auffällige Dominanten mit landschaftsbildlich prägendem Aspekt bilden die drei Hochhäuser an der Hans-Schulten-Straße zwischen den Stadtteilen Brück und Neubrück.

In den nächsten Jahren wird durch einen Generations- und damit verbundenen Immobilienwechsel vermehrt Altbestand frei. Dies ist vor allem in den Vierteln der Fall, in denen großflächiger und zeitgleich in den sechziger und siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts neue Siedlungen entstanden sind – wie es im Untersuchungsbereich der Raumanalyse Köln-Ost häufig der Fall ist.

(Stadt Köln, Dezernat für Planen und Bauen, Stadtplanungsamt, 2015)

Literatur

Burggraaff, Peter / Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.) (2017)
Fachbeitrag Kulturlandschaft zur Integrierten Raumanalyse Köln-Ost. Stadtteile Dellbrück, Holweide, Merheim, Brück, Neubrück und Rath/Heumar. (Arbeitsstudien des Landschaftsverbandes Rheinland Nr. 42.) Köln.
Stadtplanungsamt Stadt Köln (Hrsg.) (o.J.)
Integrierte Raumanalyse Köln-Ost. S. 42, Köln.

Stadtteil Köln-Brück

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1130
Koordinate WGS84
50° 56′ 40,91″ N, 7° 04′ 52,35″ O / 50.9447°, 7.08121°
Koordinate UTM
32U 365204.37 5645428.09
Koordinate Gauss/Krüger
2576031.05 5646051.36

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„Stadtteil Köln-Brück”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-115172-20150217-3 (Abgerufen: 22. August 2018)
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