In der Berrenrather Straße in Köln-Sülz ist ein Teilstück eines Aquädukts aus der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts nach Christus zu sehen. Es gehörte zur jüngeren Frischwasserleitung, die Trinkwasser aus dem Vorgebirge nach Köln leitete. Der ursprüngliche Verlauf der hier überirdisch geführten Leitung lag in der Mitte der heutigen Fahrbahn, weswegen der Pfeilerrest auf den Bürgersteig verschoben wurde. Der antike Standort des Pfeilers ist in der Straßenmitte gekennzeichnet. Von dem ehemals mehrere Kilometer langen Aquädukt ist an dieser Stelle lediglich der Gusskern eines einzelnen Pfeilers zu sehen. Dieser war früher mit Tuffstein verkleidet, hat eine Grundfläche von 0,93 x 0,84 Metern und eine Höhe von 1,86 Metern.
Römische Wasserleitungen in Köln Zur Zeit des Römischen Reiches führten zahlreiche dieser Wasserleitungen aus dem Umland in die Innenstadt. Um die Stadtbevölkerung mit frischem Trinkwasser zu versorgen, bauten die römischen Ingenieure kilometerlange Leitungen, die das Wasser von der Quelle in den Bergen bis zu den Brunnen in der Stadt führte. Über Bäche und Flüsse hinweg, durch Hügel hindurch, unterirdisch und oberirdisch immer mit dem richtigen Gefälle wurden bis zu 95 Kilometer lange Wasserleitungen konstruiert. Überreste dieser frühen Ingenieursleistungen sind an verschiedenen Standorten in Köln heute noch zu sehen. In der Frühzeit des Römischen Reiches holten sich die Menschen ihr Trinkwasser in erster Linie aus Brunnen, die direkt aus dem Grundwasser gespeist wurden oder aus Flüssen und Quellen. Mit dem Anstieg der Bevölkerungszahlen nahm der Bedarf an Wasser stark zu, gleichzeitig sank die Qualität des Trinkwassers erheblich. Mithilfe der Leitungen konnte Wasser auch noch aus entfernten Quellen ohne großen Verlust oder Arbeitsaufwand in die Stadt befördert werden. Zusätzlich wurde das Wasser an mehreren Stationen auf seinem Weg in die Stadt gefiltert. So erreichte es einen relativ hohen Grad an Reinheit bis es den Verbraucher erreicht hatte.
Die Quellen wurden in der Regel mit wasserdurchlässigem Material eingefasst, welches das Wasser durchdringen musste um dann durch die Leitungen in Richtung Stadt zu fließen. An dieser Stelle fand bereits die erste Filterung des Wassers statt. Die meisten der Leitungen verliefen unterirdisch, zumindest über einen langen Streckenverlauf hinweg. Am bekanntesten sind die Wasserleitungen an den Stellen, an denen sie Bäche oder Flüsse queren. Dort wurden sie mithilfe von Brückenkonstruktionen, sogenannten Aquädukten, über die Gewässer geleitet. Im deutschen Sprachgebrauch wird die Bezeichnung Aquädukt ausschließlich für diese Brücken verwendet, im lateinischen werden so alle Wasserleitungen bezeichnet. Im weiteren Verlauf der Leitungen wird das Wasser häufig durch Stauseen oder Auffangbecken geleitet um es weiter zu reinigen.
Quelle Persönliches Gespräch mit Frau Marion Euskirchen über Bodendenkmäler im äußeren Grüngürtel, 15.10.2013.
Internet www.rhein-eifel.tv: Römische Wasserleitung – Römerkanal von Nettersheim nach Köln (abgerufen 22.09.2014) de.wikipedia.org: Wasserversorgung im Römischen Reich (abgerufen 22.09.2014)
Literatur
Thomas, Renate / Römisch-Germanisches Museum (Hrsg.) (1999)
Bodendenkmäler in Köln. In: Kölner Jahrbuch 32, Köln.
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