Denkmal der grauen Busse am LVR-Landeshaus in Deutz

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 56′ 22,71″ N: 6° 58′ 12,87″ O 50,93964°N: 6,97024°O
Koordinate UTM 32.357.394,17 m: 5.645.074,53 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.568.239,95 m: 5.645.380,37 m
  • Das "Denkmal der grauen Busse" am LVR-Landeshaus in Köln-Deutz (2019).

    Das "Denkmal der grauen Busse" am LVR-Landeshaus in Köln-Deutz (2019).

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  • LVR-Landeshaus am Kennedy-Ufer in Köln-Deutz (2021)

    LVR-Landeshaus am Kennedy-Ufer in Köln-Deutz (2021)

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  • Denkmal der grauen Busse am LVR-Landeshaus in Deutz (2019).

    Denkmal der grauen Busse am LVR-Landeshaus in Deutz (2019).

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  • Denkmal der grauen Busse am LVR-Landeshaus in Deutz (2019).

    Denkmal der grauen Busse am LVR-Landeshaus in Deutz (2019).

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  • Das im September 2011 errichtete "Denkmal der grauen Busse" für die Opfer der so genannten "Euthanasie-Aktion T4" 1940/41 am LVR-Landeshaus in Deutz (2011)

    Das im September 2011 errichtete "Denkmal der grauen Busse" für die Opfer der so genannten "Euthanasie-Aktion T4" 1940/41 am LVR-Landeshaus in Deutz (2011)

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Am 1. September 2011 wurde am LVR-Landeshaus in Deutz das „Denkmal der grauen Busse“ als Symbol für die Opfer der so genannten „Euthanasie-Aktion T4“ während des Nationalsozialismus errichtet - ein in Segmente aufgeschnittener, begehbarer grauer Bus, in Originalgröße aus Beton gegossen.
Das Original des Denkmals wurde von den Künstlern Horst Hoheisel (*1944) und Andreas Knitz (*1963) geschaffen.
Nachdem das als „wanderndes Mahnmal“ bzw. „Mahnmal in Bewegung“ konzipierte Denkmal am 18. April 2012 von Deutz aus zu seiner nächsten Station weitergezogen war, errichtete man am gleichen Standort vor dem LVR-Landeshaus einen dauerhaft platzierten Nachguss. Dieser soll als Zeichen der dauerhaften Auseinandersetzung des Landschaftsverbands Rheinland mit seiner Psychiatrie-Geschichte - auch nach der NS-Zeit - dienen.

Die NS-Euthanasie-Aktion T4
Bis zum Kriegsende fielen der sogenannten „Euthanasie-Aktion“ des Nationalsozialismus in den staatlichen Heilanstalten mindestens 90.000 Psychiatrie-Patientinnen und Patienten zum Opfer. Die Kernzeit der erst nach 1945 mit „Aktion T4“ benannten NS-Mordaktion war von Frühjahr 1940 bis August 1942, bevor diese von anderen in der zynischen NS-Sprache als „Sonderbehandlung“ betitelten Programmen in NS-Tötungsanstalten und -Konzentrationslagern abgelöst wurde.
Die als geistig oder psychisch krank bezeichneten Menschen wurden systematisch ermordet. Zuvor wurden sie mit Bussen der Scheinorganisation GEKRAT (GEmeinnützige KRAnkenTransporte) zu den Vernichtungsorten deportiert. Die Inschrift auf der Innenseite des an die Todefahrten erinnernden Denkmals „Wohin bringt ihr uns?“ bringt die Angst und Ungewissheit der Opfer zum Ausdruck. Angehörige wurden mit standardisierten Formulierungen und erfundenen Todesursachen informiert.
Im Jahr 1939 lebten im Rheinland knapp 24.000 Menschen in psychiatrischen Einrichtungen, davon fast die Hälfte in den sieben Heil- und Pflegeanstalten in Trägerschaft des Provinzialverbandes Rheinland, in dessen Nachfolge der LVR als Höherer Kommunalverband steht (vgl. hierzu insbesondere den Eintrag zur Arbeitsanstalt Brauweiler).
Während der NS-Zeit wurden fast 10.000 Psychiatriepatientinnen und -patienten aus dem Rheinland unter Beteiligung des Provinzialverbands ermordet.

Exemplarisch eine Schilderung zu Transporten aus der Heilanstalt Weissenau im Baden-Württembergischen Landkreis Ravensburg (zitiert nach dasdenkmaldergrauenbusse.de):
„Ab dem 20. Mai 1940 verließen bis 13. März 1941 insgesamt 11 in grauer Tarnfarbe gestrichene Busse der Scheinorganisation Gemeinnützige Krankentransportgesellschaft (GEKRAT) mit 691 Patienten die damalige Heilanstalt Weißenau, um die Fahrt nach Grafeneck auf der Schwäbischen Alb anzutreten. Insgesamt wurden in Grafeneck 10.654 Männer, Frauen und Kinder aus psychiatrischen Kliniken systematisch getötet.“

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2013/2022)

Wege zum LVR - Anfahrt inklusiv: LVR-Zentralverwaltung, Landeshaus

Internet
www.dasdenkmaldergrauenbusse.de: Das Denkmal der grauen Busse (abgerufen 03.05.2013)
www.koeln-lotse.de: Das Denkmal der grauen Busse - Wohin bringt ihr uns? (Uli, der Köln-Lotse vom 05.06.2021, abgerufen 07.06.2021)
www.rheinische-geschichte.lvr.de: „Euthanasie“ und Zwangssterilisierungen im Rheinland (1933-1945) (Text Ralf Forsbach, abgerufen 08.11.2018)
de.wikipedia.org: Denkmal der Grauen Busse (abgerufen 27.01.2022)
www.nrhz.de: „Die braune Nachkriegsgeschichte“ (Neue Rheinische Zeitung vom 07.09.2011, abgerufen 28.10.2016)

Literatur

Müller, Thomas; Schmidt-Michel, Paul-Otto; Schwarzbauer, Franz (Hrsg.) (2017)
Vergangen? Spurensuche und Erinnerungsarbeit - das Denkmal der grauen Busse. Zwiefalten.

Denkmal der grauen Busse am LVR-Landeshaus in Deutz

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Hermann-Pünder-Straße
Ort
50679 Köln - Deutz
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Geländebegehung/-kartierung, Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 2011

Empfohlene Zitierweise

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„Denkmal der grauen Busse am LVR-Landeshaus in Deutz”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-105857-20141020-2 (Abgerufen: 9. August 2022)
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