Eifelkreuz auf dem Kalvarienberg bei Alendorf

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Blankenheim (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Euskirchen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Eifel-Blicke sind 62 besonders schöne Aussichtspunkte in der Eifel, die durch eine Initiative von Deutsch-Belgischem Naturpark und Rureifel-Tourismus e.V. bekannt gemacht wurden und erfolgreich für die Schönheit der Eifellandschaft werben.

Einen der spektakulärsten Eifel-Blicke erlebt der Eifelwanderer auf dem 523 m hohen Gipfelplateau des Kreuzweges auf dem Kalvarienberg bei Alendorf in der Gemeinde Blankenheim, Kreis Euskirchen. Der grandiose Rundblick über die sanften Hügel der Dollendorfer Kalkmulde reicht bis zu den Vulkankegeln von Aremberg, Hoher Acht und zur 23 km entfernten Nürburg; gleichzeitig geht der Rundumblick über das größte zusammenhängende Wacholdergebiet in NRW, das Lampertstal, größtes Naturschutzgebiet der Kalkeifel, eine in der sonst waldreichen Eifel ganz untypische Heidelandschaft, in der hier neben dem Wacholder 30 verschiedene Orchideenarten und der wild wachsende Deutsche Enzian die Vegetation bereichern.

Das etwa 4 m hohe Kruzifix aus rotem Mainsandstein mit der Jahreszahl 1675 im Schaftsockel bildet den Endpunkt des an der gotischen Pfarrkirche St. Agatha - heute Friedhofskapelle - von Alendorf beginnenden Kreuzweges, der in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts von Salentin Ernst von Manderscheid-Blankenheim (1630-1705) mit sieben Kreuzwegstationen und einer heute nicht mehr vorhandenen Kapelle errichtet wurde. Im 19. Jahrhundert wurde der Kreuzweg um sieben weitere Stationen, ebenfalls aus rotem Sandstein, ergänzt. In der Karwoche bewegen sich zahlreiche Kreuzwegprozessionen auf dem ca. einen Kilometer langen Aufstieg auf den Kalvarienberg, wo die Entfernungen der Stationen untereinander denen des Leidensweges Jesu Christi in Jerusalem entsprechen sollen. Kalvarienberge entstanden in Deutschland besonders in der Zeit des Barock.

Einem Bericht der Kirchenzeitung des Bistums Aachen zufolge ist der Alendorfer Kreuzweg der älteste im Bistum, 1988 wurde er in die Blankenheimer Denkmalliste eingetragen. Auf Anregung des Heimatvereins Blankenheim unterstützte die NRW-Stiftung Natur-Heimat-Kultur die Instandsetzungsarbeiten des 350 Jahre alten Kreuzweges. Wie in vielen Eifelorten gehört auch in Alendorf das Klappern am Karfreitag zu den Osterbräuchen. Dieses Klappern wird begleitet durch den Ruf „Ze hof, ze hof op Kelberg! Dieser Spruch deutet auf den Kreuzweg zum Kalvarienberg, früher Kelberg geheißen, hin.

(Reinhard Lutum, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, 2014)

Literatur

Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Hrsg.) (2014)
Rheinland: Denkmal, Landschaft, Natur - 2015 (Jahreskalender 2015, 44. Jahrgang). Köln.

Eifelkreuz auf dem Kalvarienberg bei Alendorf

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1675
Koordinate WGS84
50° 22′ 2,26″ N, 6° 38′ 28,47″ O / 50.36729°, 6.64124°
Koordinate UTM
32U 332254.87 5582129.32
Koordinate Gauss/Krüger
2545667.06 5581460.13

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„Eifelkreuz auf dem Kalvarienberg bei Alendorf”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-104595-20141001-2 (Abgerufen: 20. Mai 2018)
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