Absetzbecken der römischen Eifelwasserleitung in Sülz

Wasserhaus

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Archäologie, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Schutzbau des Absetzbeckens und daneben ein versetztes Teilstück der römischen Wasserleitung in Köln-Sülz (2014).

    Schutzbau des Absetzbeckens und daneben ein versetztes Teilstück der römischen Wasserleitung in Köln-Sülz (2014).

    Copyright-Hinweis:
    Rose, Hannelore
    Fotograf/Urheber:
    Hannelore Rose
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Das große Absetzbecken der römischen Wasserleitung in Köln-Sülz in Ost-West Richtung mit dem Zulauf im Vordergrund und dem (zugemauerten) Ablauf in Richtung Stadt im Hintergrund (2014).

    Das große Absetzbecken der römischen Wasserleitung in Köln-Sülz in Ost-West Richtung mit dem Zulauf im Vordergrund und dem (zugemauerten) Ablauf in Richtung Stadt im Hintergrund (2014).

    Copyright-Hinweis:
    Rose, Hannelore
    Fotograf/Urheber:
    Hannelore Rose
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Das kleinere Absetzbecken der römischen Wasserleitung in Köln-Sülz südlich des großen. Es diente als Auffangbecken für den abgesetzten Schlamm (2014).

    Das kleinere Absetzbecken der römischen Wasserleitung in Köln-Sülz südlich des großen. Es diente als Auffangbecken für den abgesetzten Schlamm (2014).

    Copyright-Hinweis:
    Rose, Hannelore
    Fotograf/Urheber:
    Hannelore Rose
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Das kleinere Absatzbecken der römischen Wasserleitung in Köln-Sülz mit dem runden Durchlass sowie der rechteckigen Rinne darüber, Blick von Süden (2014).

    Das kleinere Absatzbecken der römischen Wasserleitung in Köln-Sülz mit dem runden Durchlass sowie der rechteckigen Rinne darüber, Blick von Süden (2014).

    Copyright-Hinweis:
    Rose, Hannelore
    Fotograf/Urheber:
    Hannelore Rose
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Der Entsorgungskanal für den abgesetzten Schlamm der römischen Wasserleitung in Köln-Sülz, Blick von Süden (2014).

    Der Entsorgungskanal für den abgesetzten Schlamm der römischen Wasserleitung in Köln-Sülz, Blick von Süden (2014).

    Copyright-Hinweis:
    Rose, Hannelore
    Fotograf/Urheber:
    Hannelore Rose
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Der Boden des rechteckigen Durchlasses mit der erhaltenen Führungsrinne des Absperrschiebers der römischen Wasserleitung in Köln-Sülz, Blick von Osten (2014).

    Der Boden des rechteckigen Durchlasses mit der erhaltenen Führungsrinne des Absperrschiebers der römischen Wasserleitung in Köln-Sülz, Blick von Osten (2014).

    Copyright-Hinweis:
    Rose, Hannelore
    Fotograf/Urheber:
    Hannelore Rose
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Ein Abschnitt der römischen Eifelwasserleitung nach Köln, der 1979 neben das Absetzbecken in Köln-Sülz versetzt wurde (2014).

    Ein Abschnitt der römischen Eifelwasserleitung nach Köln, der 1979 neben das Absetzbecken in Köln-Sülz versetzt wurde (2014).

    Copyright-Hinweis:
    Rose, Hannelore
    Fotograf/Urheber:
    Hannelore Rose
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Einordnung
Das Absetzbecken ist ein wichtiges Element der Eifelwasserleitung, die die römische Stadt Köln mit Frischwasser aus dem Vorgebirge versorgte. Hier wurde das Wasser geklärt, bevor es in die Stadt geleitet wurde. Es war so konstruiert, dass das Wasser innerhalb des Beckens seine Fließgeschwindigkeit verlangsamte und sich dadurch Schwebeteilchen und andere Verunreinigungen auf dem Grund absetzten. Ferner besaß es eine Absperr- bzw. Ablenkfunktion, um im Falle von Reparaturarbeiten mittels eines Schiebers die angeschlossene Leitung Richtung Köln trockenlegen zu können. Gleichzeitig bildet es jenen Punkt, an dem die Leitung aus ihrem unterirdischen Verlauf ans Tageslicht trat, denn von hier aus handelt es sich um eine Hochleitung, in der das Wasser über Pfeiler durch die leichte Talsenke vor der Stadt geführt wurde. Vergleichbare Anlagen finden sich auch bei anderen römischen Wasserleitungen z. B. vor den großen Aquäduktbrücken über die Mosel bei Metz (Frankreich) sowie in Segovia (Spanien).

Erhaltung
Das ca. 7 x 7 Meter große Bauwerk besteht aus Tuffquadern und Gussbeton (opus caementicium). Gefunden wurde es 1927 unter der Berrenrather Straße bei Regulierungsarbeiten am Duffesbach, der in unmittelbarer Nähe vorbeifließt. Nach Verlegung der Straßentrasse konnte das Bauwerk unter einem Schutzhaus erhalten werden.

Beschreibung
Das Wasserhaus besteht aus zwei miteinander verbundenen Becken und mehreren Zu- und Abläufen. Die von Westen kommende Rinne der Vorgebirgsleitung mündete 1,80 Meter über dem Beckenboden in ein 3,72 x 1,49 Meter großes und noch 1,60 Meter hoch erhaltenes Becken. Es fasste ein Volumen von ca. 10 Kubikmetern. Auf der gegenüberliegenden Seite transportierte ein Kanal in gleicher Flucht und auf gleicher Höhe das Wasser weiter Richtung Stadt. Im Süden schloss sich ein zweites Becken von 1,20 x 1,20 Meter Größe an. Es war mit dem ersten über einen runden Durchlass knapp oberhalb des Beckenbodens verbunden. Diese 1,80 Meter lange Röhre diente als Spülschleuse, durch die die Schlammschichten vom Grund des ersten Beckens in das zweite abgeleitet und dann über zwei rechteckige Öffnungen in der Südwand des zweiten Beckens nach außen entsorgt wurden. Ferner stellte in 1,50 Meter Höhe, also etwas unter Sohle der Ost-West verlaufenden Hauptrinne, eine rechteckige Rinne eine zweite Verbindung zwischen den beiden Becken dar. Ein Führungsschlitz zeugt von der Existenz eines Absperrschiebers, der die Verbindung zwischen den beiden Becken regulierte. Eine weitere Absperrwand kann in der in Richtung Stadt führenden Rinne vorausgesetzt werden, ist jedoch nicht erhalten. Wurde der Kanal Richtung Stadt verschlossen und damit trocken gelegt, um z. B. Wartungsarbeiten durchführen zu können, wurde das gesamte ankommende Wasser im rechten Winkel Richtung Süden durch den Kanal in das zweite Becken (6) und dann durch den Auslass abgeleitet.

Datierung
Von außerordentlicher Bedeutung für die Datierung der ersten Phase der Kölner Wasserleitung ist ein Fund von sechs Münzen, die in den Mörtelboden des kleineren Beckens eingedrückt waren. Die relativ enge zeitliche Spanne der Münzen aus der 1. Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. lässt die erste Bauphase der Wasserleitung um 30 n. Chr. – spätestens jedoch 50 n. Chr. − vermuten.
In dieser späteren Bauphase wurde die die Wasserleitung höhergelegt, doch benutzt sie möglichst die alte Trasse. Durch die Höherlegung wurde das Absetzbecken außer Funktion gesetzt, da es für die neue Leitung zu tief lag. Doch verwendete man seinen massiven Baukörper als Fundament für die Pfeiler der neuen Hochleitung. Im Zuge dieser Arbeiten wurde das größere Becken zu einem Drittel mit Mauerwerk verfüllt, das heute jedoch wieder entfernt ist.

Heutige Nutzung
Das Absetzbecken ist unter einem Schutzhaus konserviert und öffentlich zugänglich.
Neben dem Schutzhaus steht einer von mehr als 20 Abschnitten der Wasserleitung, die 1979 beim Ausbau der Landstraße L 195 in Mechernich-Breitenbenden weichen mussten. Dieses Kanalstück wurde zunächst vor der Hauptstelle der Kölner Stadtsparkasse an der Pilgrimstraße aufgestellt und 1992 hierher versetzt.

(Hannelore Rose / Marianne Tabaczek, LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, 2014, erstellt im Rahmen eines Projektes der Fritz Thyssen Stiftung)

Internet
www.roemerkanal-wanderweg.de: Objekt auf der Homepage des Römerkanal-Wanderweges] (abgerufen 22.09.2014)
de.wikipedia.org: Eifelwasserleitung (abgerufen 22.09.2014)
de.wikipedia.org: Römerkanal-Wanderweg (abgerufen 22.09.2014)
www.freundeskreis-roemerkanal.de: Freundeskreis Römerkanal e. V. (abgerufen 22.09.2014)

Literatur

Fischer, Thomas; Trier, Markus (2014)
Das römische Köln. S. 156, Köln.
Grewe, Klaus (1986)
Atlas der römischen Wasserleitungen nach Köln. (Rheinische Ausgrabungen 26.) S. 182-184 Abb. 193-197, Köln / Bonn.
Koch, Wilfried (Projektleitung) / Landschaftsverband Rheinland, Umweltamt (Hrsg.) (2007)
Via Romana am Rhein. Spuren der Römer in der Geschichte. S. 139, Regensburg.
Thomas, Renate / Römisch-Germanisches Museum (Hrsg.) (1999)
Bodendenkmäler in Köln. In: Kölner Jahrbuch 32, S. 954-955 Abb. 48-49 Beil. 2, Köln.
Wolff, Gerta (2005)
Das Römisch-Germanische Köln. Führer zu Museum und Stadt. S. 266-267 Abb. 326, Köln.

Absetzbecken der römischen Eifelwasserleitung in Sülz

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Berrenrather Straße
Ort
50935 Köln - Sülz
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Bodendenkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Archäologie, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 30 bis 50
Koordinate WGS84
50° 54′ 16,67″ N, 6° 54′ 33,54″ O / 50.90463°, 6.90932°
Koordinate UTM
32U 353003.61 5641301.49
Koordinate Gauss/Krüger
2564005.57 5641431.23

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
„Absetzbecken der römischen Eifelwasserleitung in Sülz”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-103601-20140922-2 (Abgerufen: 17. November 2018)
Wir verwenden Cookies, um die Nutzbarkeit unserer Seiten zu optimieren. Falls Sie mit der Speicherung von Cookies nicht einverstanden sind, finden Sie weitere Informationen auf unserer Internetseite.
Seitenanfang