Die historischen Karten der zwischen 1836 und 1850 erarbeiteten Preußischen Uraufnahme zeigen dieses Areal noch gänzlich unbebaut, während in der Preußischen Neuaufnahme (1891-1912) dann hier mit „Fbr.“ eine Fabrik verzeichnet ist, die auch noch in den die topographischen Karten der TK 1936-1945 unmittelbar südlich eines Sportplatzes erkennbar ist, der wiederum an einen heute nicht mehr existierenden kleinen Friedhof angrenzte (vgl. Kartenansichten und greven-archiv-digital.de, 1910).
Eine 2026 auf der Auktionsplattform eBay angebotene Werbeanzeige aus dem Jahr 1936 führt die Firma wie folgt:
Feuer- und Luftschutz
für die Industrie und Behörde
AUG. HÖNIG G.m.b.H.
KÖLN-NIPPES, Geldernstraße 48
Telefon: 5 11 73 / 74
für die Industrie und Behörde
AUG. HÖNIG G.m.b.H.
KÖLN-NIPPES, Geldernstraße 48
Telefon: 5 11 73 / 74
Zu dem Bild eines Oldtimer-Feuerwehr-LKW Opel Blitz aus dem Baujahr 1954 findet sich die Angabe, dass die Karosserieaufbauten von Hönig stammen (instagram.com, vgl. Abbildungen). Vermutlich ist das Unternehmen in den folgenden Jahren untergegangen oder es wurde übernommen. Die Spuren verlieren sich in den Stadtkarten der 1950er-Jahre (vgl. greven-archiv-digital.de, dort Suche nach „Plan Nippes“).
Vor Ort findet sich heute nichts mehr, Hinweise zu der weiteren Firmengeschichte der Feuerwehrgerätefabrik sind willkommen!
Fritz Hönig
Zum Ende des 19. Jahrhunderts war Fritz Hönig (1833-1903, auch Hoenig bzw. Hœnig) Inhaber und Besitzer der Fabrik. Dieser betätigte sich als Mitglied des Kölner Bezirks des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) auch als Erfinder und Konstrukteur für Feuerwehrausstattung. Bereits seit 1852 war er Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Köln (eine Berufsfeuerwehr wurde erst 1872 gegründet) und wurde 1885 deren Ehrenchef.
Fritz Hönig engagierte sich daneben auch besonders für den Kölner Karneval und amtierte von 1882 bis 1883 als Präsident der als „Mutter aller Karnevalsgesellschaften“ geltenden „Die Grosse von 1823“. Zudem war er als Heimatforscher und Mundartschriftsteller bekannt und brachte neben anderen Schriften auch ein Wörterbuch der Kölner Mundart heraus.
Hönig wurde im Grab seiner ersten Frau Jenny van den Valentyn auf dem Kölner Melatenfriedhof beigesetzt.
Ihm zu Ehren wurde in Lindenthal die kleine Fritz-Hönig-Straße nahe des dortigen Krankenhauses Sankt Elisabeth benannt.
(Franz-Josef Knöchel, Digitales Kulturerbe LVR, 2026)
Internet
greven-archiv-digital.de: Greven-Stadtpläne, 1910: Plan von Köln und Umgebung (abgerufen 14.08.2026)
d-nb.info: Eintrag zu Fritz Hönig im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek (abgerufen 14.08.2026)
de.wikipedia.org: Fritz Hönig (abgerufen 14.08.2026)
www.instagram.com: Beitrag von mbp1702, Abbildung „Opel Blitz 1,75 to Feuerwehr LF 8 (1954) - Coachwork by August Hönig, Köln-Nippes“ (abgerufen 14.08.2026)