Tiefer Stollen und Zechenplatz der Grube Castor bei Loope

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Engelskirchen
Kreis(e): Oberbergischer Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 58′ 49,21″ N: 7° 20′ 43,98″ O 50,98034°N: 7,34555°O
Koordinate UTM 32.383.862,13 m: 5.648.941,13 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.594.535,89 m: 5.650.321,59 m
  • Tiefer Stollen und Zechenplatz der Grube Castor (2025).

    Tiefer Stollen und Zechenplatz der Grube Castor (2025).

    Copyright-Hinweis:
    Peter Schönfeld, BGV Rhein-Berg e.V. / CC BY 4.0
    Fotograf/Urheber:
    Peter Schönfeld
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Tiefer Stollen und Obersteigerhaus der Grube Castor (2026).

    Tiefer Stollen und Obersteigerhaus der Grube Castor (2026).

    Fotograf/Urheber:
    Peter Schönfeld
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Zechenplatz mit Transformatorenturm der Grube Castor (2026).

    Zechenplatz mit Transformatorenturm der Grube Castor (2026).

    Fotograf/Urheber:
    Peter Schönfeld
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Zechenhaus vor dem Tiefen Stollen der Gube Castor (2014).

    Zechenhaus vor dem Tiefen Stollen der Gube Castor (2014).

    Copyright-Hinweis:
    Sammlung Pingsjong (commons.wikimedia.org)
    Fotograf/Urheber:
    Herbert Stahl
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Förderwagen am Zechenplatz der Grube Castor (2025).

    Förderwagen am Zechenplatz der Grube Castor (2025).

    Fotograf/Urheber:
    Peter Schönfeld
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Nachdem in den ersten Betriebsjahren der Grube Castor in der heutigen Gemeinde Engelskirchen nur am Oberen Stollen gefördert worden war, setzte die belgische Bergwerksgesellschaft „Vieille Montagne“ ab 1856 einen neuen Stollen an, dessen Sohle etwa 40 Meter tiefer lag. Dieser sogenannte Tiefe Stollen wurde im unteren Talbereich der Aggeraue vorgetrieben, um die Erzlager in größerer Tiefe zu erreichen und gleichzeitig eine natürliche Entwässerung des Bergwerks sicherzustellen.
Bis 1861 war der Stollen rund 510 Meter weit in das Gestein getrieben und traf auf die Erzgänge des Castor- und später auch des Maxgangs. Die Erschließung der tieferen Lagerstätten ermöglichte den Abbau von reichen Blei- und Zinkerzen, wodurch die Grube erheblich an Bedeutung gewann. 1872 wurde sie kurzzeitig sogar das produktivste Bleibergwerk im gesamten Bensberger Erzrevier.

Vor dem Mundloch wurde eine neue, moderne Aufbereitungsanlage errichtet, wodurch die aus dem Stollen geförderten Erze sehr einfach in die neue Anlage gebracht werden konnten. Dafür mussten nun allerdings die sogenannten „Berge“, also das übrigbleibende Gestein, von der Aufbereitung hangaufwärts verfrachtet werden, wo sie im Bereich des heutigen Naturschutzgebietesabgekippt wurden.
Der Tiefe Stollen konnte die Erwartungen aber nur wenige Jahrzehnte erfüllen, da die Erzqualität auf den tieferen Sohlen nachließ. Zum Ende des Grubenbetriebs diente er nur noch zur Entwässerung, während stattdessen erneut in höheren Teufen abgebaut wurde. Dort befanden sich aber nur Erzreste, wodurch das Ende des Betriebs absehbar war. 1908 kam es zur ersten Stillegung der Grube, während die Aufbereitung vorerst erhalten blieb.
Ab 1922 führten neue Versuchsarbeiten zu einer geringen Produktion, zwei Jahre später wurden die Erze der benachbarten Grube Bruno II mit einer Seilbahn über die Agger transportiert und in der alten Aufbereitung der Grube Castor bearbeitet. Die Bemühungen blieben aber wenig rentabel und 1929 musste die Grube endgültig geschlossen werden. Die Anlagen wurden in den folgenden Jahren größtenteils abgerissen und verkauft.

Der Zechenplatz vor dem Tiefen Stollen hat in seinem Grundriss viel von seinem ursprünglichen Charakter bewahrt, auch wenn kaum Originalgebäude erhalten sind. Nur der Giebel der Aufbereitungshalle ist noch in der Fassade des benachbarten Transformatorenhauses zu erkennen. Das Mundloch des Tiefen Stollens wird heute von einem vorgesetzten privaten Wohnhaus verdeckt, jedoch ist die Stollendecke von einer darüber laufenden Straße erkennbar.
Neben den alten Klärteichen ist nur ein vor 1895 errichtetes Nebengebäude erhalten. Die ehemaligen Magazingebäude im Westen sind beim Umbau zu Wohngebäuden stark verändert worden. Das benachbarte Obersteigerhaus, welches den Zechenplatz im Osten überragt, ist dagegen noch weitgehend im Originalzustand erhalten. Auch am weiteren Weg zum Oberen Stollen befinden sich zwei ursprüngliche Gebäude, die schon 1874 als „Arbeiterwohnung“ und „Aufseherwohnung“ bezeichnet wurden.

(Peter Schönfeld, BGV Rhein-Berg, 2026)

Literatur

Bürger- und Verschönerungsverein Loope e. V. (Hrsg.) (2012)
Loope. Ein Heimatbuch. Loope.
Effertz, Eva Mirjam (1988)
Bergbauobjekte als persistente Elemente der Kulturlandschaft und ihre Berücksichtigung in der Planung: Der bergische Blei-Zink-Bezirk als Beispiel. Diplomarbeit Geographie Bonn.
Nehls, Alfred (1993)
Aller Reichtum lag in der Erde. die Geschichte des Bergbaus im Oberbergischen Kreis. Gummersbach.
Slotta, Rainer (1983)
Technische Denkmäler in der Bundesrepublik Deutschland 4: Der Metallerzbergbau. (Veröff. aus dem Dt. Bergbau-Museum Bochum Nr. 26.) Bochum.

Tiefer Stollen und Zechenplatz der Grube Castor bei Loope

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Kastor 19-25
Ort
51766 Engelskirchen - Loope
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Vor Ort Dokumentation, Fernerkundung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn vor 1928

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt steht unter der freien Lizenz CC BY 4.0 (Namensnennung). Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
Peter Schönfeld: „Tiefer Stollen und Zechenplatz der Grube Castor bei Loope”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-356875 (Abgerufen: 6. März 2026)
Seitenanfang