Höhenburg Wildburg südwestlich von Treis

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Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Treis-Karden
Kreis(e): Cochem-Zell
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 50° 09′ 50,61″ N: 7° 17′ 51,9″ O 50,16406°N: 7,29775°O
Koordinate UTM 32.378.423,58 m: 5.558.258,56 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.592.768,67 m: 5.559.463,44 m
  • Vorstellung der Höhenburg Wildburg bei Treis (2022)

    Vorstellung der Höhenburg Wildburg bei Treis (2022)

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    Magdalena Moryl-Pillai; Anja Meyer; Mario Rockenfeller; Laura Peters; Lothar Spurzem
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  • Treiser Wildburg, Ansicht von Westen (2022)

    Treiser Wildburg, Ansicht von Westen (2022)

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  • Burg Treis und Wildburg bei Treis-Karden, Ansicht von Osten (2022)

    Burg Treis und Wildburg bei Treis-Karden, Ansicht von Osten (2022)

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  • Frei rekonstruierte Toranlage in Kernburg der Treiser Wildburg (2022)

    Frei rekonstruierte Toranlage in Kernburg der Treiser Wildburg (2022)

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  • Rekonstruierter Torturm der Treiser Wildburg (2022)

    Rekonstruierter Torturm der Treiser Wildburg (2022)

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  • Zugang zur Treiser Wildburg (2022)

    Zugang zur Treiser Wildburg (2022)

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Die Wildburg wurde um 1235 von den Herren von Wildenberg aus der Eifel erbaut. Spätestens 1328, nach dem Aussterben der Herren von Wildenberg im Mannesstamme war die Burg in der Verfügungsgewalt der Trierer Erzbischöfe. Diese gaben die Wildburg als Lehen aus. Die Wildburg wurde vermutlich im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört und nicht wiederaufgebaut. Die Ruine der Wildburg ging am 24. Oktober 1805 in Privatbesitz über und blieb dies bis ins Jahr 2021. Zwischen 1957-1997 wurde die Burg wiederaufgebaut.

Gesamtbeschreibung
Geschichte
Wiederaufbau
Kulturdenkmal
Internet

Gesamtbeschreibung
Die Wildburg liegt gut einen Kilometer südlich des Treiser Ortskerns, auf einem Bergkamm als letztem Ausläufer des Beurenkern genannten Berges, der im Osten vom Dünnbach, im Westen vom Flaumbach umflossen wird. Etwa 100 m nördlich befindet sich etwas höher gelegen die Ruine der Burg Treis, südlich steigt als steiler Grad der Beurenkern an. Die Erschließung erfolgt über eine vom Weg auf den Beurenkern abgehende Zufahrt. Zum Schutz ist der Anlage auf der Nord und Südseite ein Halsgraben vorgelagert. Die Burg hat eine Länge von etwa 68 m, bei einer wechselnden Breite von 15 bis 17 m und besitzt drei Abschnitte - eine Vorburg, die Kernburg und einen Wirtschaftshof. Die Vorburg weist nur wenig Bebauung auf und ist bei den Rekonstruktionsmaßnahmen außen vor geblieben.
Vor dem Wiederaufbau war die Toranlage noch weitestgehend erhalten. An die Toranlage schließt nach Westen ein bauzeitlich jüngeres Rondel an, das tief im Hang gründet. Im Bereich des Rondells fand sich in 50-60 cm tiefe eine Estrichschicht. Bei den Ausgrabungen fanden sich im März 1957 die Reste einer Mauer, die heute wiederaufgebaut die Torgasse und der etwas höher gelegenen Gartenanlage trennt. Nach Norden hin wird die Vorburg durch eine weitere Toranlage begrenzt. Diese ist heute als 2-geschossiger Torturm mit Pyramidendach rekonstruiert, in dessen Obergeschoss sich die Burgkapelle befindet. Das ältere Mauerwerk ist von den neuzeitlichen Ergänzungen deutlich zu unterscheiden. Der Torturm ist durch eine kurze Mauer mit dem Bergfried verbunden.
Wie die Vorburg ist auch die Kernburg zweigeteilt. Auf der Westseite verläuft die Torgasse, die im Osten durch die Futtermauer mit dahinter liegendem Garten und den daran anschließenden Palas begrenzt wird. Beim Wiederaufbau wurde die Torgasse mit zwei weiteren Toranlagen versehen. Den nördlichen Abschluss der Kernburg bildet ein in Ost-West Richtung ausgerichtetes 4 x 11,6 m großes Gebäude, das in jüngerer Vergangenheit als „Festsaal“ gedient hat. Zum besseren Verständnis wird dieses im Folgenden als Querbau bezeichnet. Dieser ist eingeschossig wiederaufgebaut, dürfte aber ursprünglich 2-3-geschossig gewesen sein. Durch den Querbau verläuft eine schräge Tordurchfahrt. Neben dem Außentor liegt ein Verteidigungsbauwerk, mit einer nach Norden gerichteten Mauerscharte. Der am nördlichen Ende der Burganlage gelegene Bereich wird als Wirtschaftshof angesprochen. Auf der westlichen Langseite liegt ein auf alten Grundmauern aufgeführtes Gebäude von 5 x 10 m, das im Keller eine Zwischenwand aufweist. Zur ursprünglichen Bebauung des Wirtschaftshofs lassen sich keine Aussagen treffen, da dieser Bereich - mit Ausnahme des erwähnten Gebäudes - von den Ausgrabungen ausgeklammert war.
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Geschichte
Die der Burg Treis benachbarte Wildburg, ursprünglich Wildenburg genannt ist die jüngere der beiden Anlagen. Mehrere Indizien sprechen dafür, dass die Anlage um 1235 von den Herren von Wildenberg aus der Eifel errichtet wurde. Als gewichtigstes Indiz ist ein dendrochronologisch untersuchter Balken aus dem Palas zu werten, der um 1235 verbaut wurde. Dies deckt sich mit dem urkundlichen Erscheinen der Herren von Wildenberg im Mosel-Hunsrückraum. Phillip II. von Wildenberg war der Ehemann der Irmgard von Braunshorn, Erbtochter der Stahlecker Linie der Herren von Braunshorn. Die Ehe hatte für die Herren von Wildenberg einen massiven Besitzzuwachs zur Folge, dieser verdoppelt sich nahezu.
Die Verwaltung des neu hinzugekommenen Besitzes fern ab der Eifeler Stammburg dürfte auch der Grund der Erbauung der Treiser Wildburg gewesen sein. Ein weiterer Hinweis auf die Gründung der Burg durch die Herren von Wildenberg findet sich im Nekrolog des nahegelegenen, um 1260 von den Herren von Wildenberg neu gegründeten Kloster Maria Engelport. Johann von Wildenberg, ein Enkel von Phillip II. hatte dem Kloster zu seinem Andenken 9 Malter Spelz von seiner Burg in Treis vermacht. Die Herren von Wildenberg sind mit Philipp IV. um 1328 im Mannesstamm ausgestorben, spätestens seit diesem Zeitpunkt befand sich die Burg in der Verfügungsgewalt von Kurtrier.

Erstmalig urkundlich belegt ist die Wildburg im Jahr 1358. Phillipps Witwe Johannetta wurde von Wittums wegen mit „eine hovestad uff der vesten Trys gelegen“ und dem „Hus by Trys den man sprichet Wildenberg“ belehnt. Zwischen den Töchtern des Phillip IV. und der Johannetta kam es zu unbekanntem Zeitpunkt zu einer Erbteilung, wobei die Eifeler Herrschaft der älteren Tochter Katherine zugefallen sind. Die Besitzungen im Mosel-Hunsrückraum fielen der jüngeren Tochter Johannetta zu, die erstmals im Jahr 1365 als Besitzerin der Wildburg belegt ist. Der Trierer Erzbischof Kuno von Falkenstein hat im Oktober 1365 Johannetta von Wildenberg als Witwe des Johann von Eltz vom silbernen Löwen, ebenfalls von Wittums wegen auf Lebenszeit mit der Wildburg belehnt. Im gleichen Jahr, als Johannetta die Wildburg zu Lehen empfing, meldete ihr Vetter Johann von Schleiden, Sohn des Konrad von Schleiden und der Johannetta von Wildenberg, Ansprüche auf die Wildburg an. Erst Johanns Sohn, Konrad von Schleiden verzichtete 1389 endgültig auf seine Ansprüche. Johannetta, die um 1368 ein zweites Mal geheiratet hat ist letztmalig im Jahr 1400 zusammen mit ihrem zweiten Ehemann Peter von Eltz genannt Ur urkundlich belegt. Beide gaben bei einem Verkauf von Renten seitens ihres Sohnes Phillip genannt Ur und ihres Schwieger sohnes Johann von Mielen, Ehemann der Tochter Katherine ihre Zustimmung. Einige Jahre darauf kam es unter den Verkäufern zu einem Mord. Johann von Mielen hat seinen Schwager erschlagen, weshalb er sich 1406 gemeinsam mit seiner Frau wegen des Mordes mit Richard und Lancelot von Eltz sühnte. Vermutlich auf Grund dieses Mordes hat der Trierer Erzbischof Werner von Falkenstein um 1405 die Wildburg an seinen Schreiber Johann Husener von Uersfeld den Jungen als Lehen vergeben.

Unter Husener sind auch Bauarbeiten auf der Wildburg urkundlich belegt. Erzbischof Werner hat im Jahr 1411 die Wildburg für 500 Goldgulden an Husener verpfändet, mit dem Versprechen diesem bei der Auslösung 300 Gulden Baugeld zu erstatten. Bis in Jahr 1417 blieb die Wildburg im Besitz Huseners, der in diesem Jahr auf Grund eines auf dem Maifeld gefällten Halsurteils aus dem Trierer Erzstift verwiesen wurde. Unter dem Trierer Erzbischof Otto von Ziegenhain erfolgte am 8. November 1422 die Wiederaufnahme ins Erzstift, jedoch musste Husener auf seine Lehen verzichten. Während Huseners Ausweisung aus dem Erzstift beanspruchten dann die von Mielen genannt Dieblich und die von dem Burgdor die Wildenburg als Lehen. Beide Familien sind erstmals durch einen 1430 geschlossen Burgfriedensvertrag als Besitzer belegt. Der Burgfrieden wurde notwendig, da sich zwei Familien die Wildburg teilten, während diese zuvor lediglich in der Hand eines Besitzers, bzw. einer Besitzerfamilie war. Die Anteile der von Miehlen sind teils durch Verkauf, teils durch Heirat bzw. Vererbung in Besitz der von dem Burgdor übergegangen und kamen im Jahr 1548, nach dem Tod des Otto Joachim von dem Burgdor an dessen Schwager Georg von Eltz, Ehemann der Anna von dem Burgdor.
Ab 1457 erscheinen auch die Ritter von Rüdesheim als Besitzer eines Anteils der Burg. Der Anteil erfuhr nach dem Aussterben der Ritter von Rüdesheim im Mannesstamm eine Teilung. Ein Anteil gelangte an die von der Leyen - 1539 erstmals belegt, der andere an die Vögte von Hunolstein - 1582 erstmals belegt. Die von der Leyen wurden von den von Schönborn - 1646 beerbt. Der jüngste Lehnsrevers stammt von 1671. Wolf Henrich von Metternich zu Burscheid wurde stellvertretend für Franz Georg, Melchior Friedrich und Johann Philipp von Schönborn mit einem Teil der Wildburg belehnt. Die Wildburg wurde, wie die benachbarte Burg Treis vermutlich im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört und nicht wiederaufgebaut. Graf Hugo Philipp von Eltz, hat sein Gut zu Treis, wozu die Wildburg gehörte, am 24. Oktober 1805 für 2200 Reichstaler an seinen Hofmann Josef Moritz verkauft. Die Erben von Josef Moritz haben die Wildburg im Jahr 1844 an Martin Kloninger sen. verkauft. Der aus Langenlonsheim stammende Müller Kloninger hat im gleichen Jahr auch die Wildburgmühle mit der zugehörigen Burg Treis erworben und war der erste, der beide Burganlagen in seinem Besitz vereinen konnte. Die Besitzvereinigung hatte zur Folge, dass bei jedem Verkauf der Mühle die beiden Burgen ebenfalls ihren Besitzer gewechselt haben.

Die Ruinen wurden ab 1884 durch den örtlichen Verschönerungsverein für den aufkommenden Tourismus erschlossen. Die beiden Burgen wurden durch einen Wanderweg miteinander verbunden, der nördlich vor der Wildburg gelegene Halsgraben mit einer Brücke überspannt. Die Brücke ist in den 1930er Jahren zusammengestürzt, dennoch war die Ruine der Wildburg bis Mitte der 1950er Jahre der Öffentlichkeit zugänglich. Dies änderte sich nach dem Kauf der beiden Burgen im Jahr 1956 durch Kurt Honsberg, der die beiden Anlagen mit der Absicht erworben hat, die Wildburg wiederaufzubauen. Der 1957 begonnene Wiederaufbau sollte gut 40 Jahre dauern und Kurt Honsberg die Fertigstellung seiner Burg nicht mehr erleben. Kurt Honsberg hat 1992 die Wildburg seiner Tochter Gisella, Ehefrau des Zentis Managers Heinz Gregor Johnen überschrieben. Die Wildburg diente dem Ehepaar, wie Kurt Honsberg zuvor, als Wochenend- und Feriendomizil.
Nachdem Heinz Gregor Johnen am 30. Januar 2012 verstorben ist, wurde die Burg nicht mehr von der Familie genutzt, war verpachtet und stand seit 2017 zum Verkauf. Nachdem im Jahr 2020 ein Käufer gefunden war, hat der Gemeinderat im August 2020 beschlossen, von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch zu machen und die beiden Burgen zu erwerben, um diese touristisch und kulturell zu nutzen. Seit dem Sommer 2021 ist die Ortsgemeinde Treis-Karden Besitzerin der beiden Burganlagen. Seit dem Juni 2022 kann die Burg regelmäßig im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Die Führungen hat der im Jahr 2022 gegründete ein Förderverein übernommen. Die Wildburg kann heute als Trauungsort genutzt werden.
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Wiederaufbau
Unter den wiederaufgebauten Burgen an der Mosel ist die Treiser Wildburg die jüngste. Im Jahr 1956 hat der Werkzeugfabrikant Kurt Honsberg aus Remscheid die beiden Anlagen mit der Absicht erworben, die Wildburg wiederaufzubauen. Der Wiederaufbau, - für den es kein schlüssiges Gesamtkonzept gab, dauerte gut 40 Jahre. Vorbereitend fanden zwischen 1956-1962 Ausgrabungen statt, die von örtlichen Tagelöhnern ausgeführt und nicht von einer Fachbehörde begleitet wurden.
Erst 1988 erfolgte die Inventarisierung des Fundmaterials durch Mitarbeiterinnen der Kreisverwaltung. Der Architekt Ernst Stahl lieferte mehrere Vorschläge für den Wiederaufbau, von denen letztendlich nur der Palas ausgeführt wurde. Für die weiteren Planungen war der ortsansässige Architekt Josef Hess verantwortlich und auch Kurt Honsberg versuchte sich als Baumeister.

Die erste Baumaßnahme war der Ausbau des Palas, der 1957 ein Dach erhalten hat. Parallel dazu hatte Kurt Honsberg mit der Rekonstruktion des Torturms der Kernburg begonnen. Nach einem Besuch des Landeskonservators 1959 wurde wegen fehlender Baugenehmigung die Arbeiten am Turm vorläufig zurückgestellt. Im Folgenden widmete sich Kurt Honsberg hauptsächlich dem Ausbau des Palas. Im Frühjahr 1960 wurden bei den Fenstern des Obergeschosses die Biphorien eingesetzt. Für die vom Flaumbachtal aus sichtbaren Kamine eine Kaminabdeckung nach Vorlage des Kamins der Burg Neipperg bei Heilbronn rekonstruiert. Außerdem erfolgte in diesem Jahr wegen Rissbildung eine Neuverfugung der südlichen Giebelwand. Im Herbst 1963/ Frühjahr 1964 erfolgten die ersten Sicherungsmaßnahmen am Bergfried. Dieser wurde mit einer Treppe versehen. Im Rahmen dieser Maßnahmen erfuhren die Fensteröffnungen sowie die Türöffnung eine Vergrößerung. Den Abschluss der Maßnahme bildete eine Erhöhung der Mauerkrone um gut einen Meter sowie die Anbringung eines Notdachs.
Für 1968 war ursprünglich nach erhaltener Baugenehmigung die Fertigstellung des Kapellenturm vorgesehen. Der Rohbau wurde allerdings des Turms erst 1972 fertiggestellt, der Innenausbau passierte sogar erst in den 1990er Jahren. Zwischenzeitlich erfolgte das Aufmauern von Fundamenten und die Verschieferung der Dächer des Palas und des 1. Tores 1970. Im Jahr 1973 erhielt der Bergfried sein heutiges Erscheinungsbild. Das 1964 errichtete Notdach wurde abgerissen, die Mauerkrone erneut um etwa 4 m erhöht und ein Pyramidendach aufgeschlagen. Mit der Anbringung eines Balkons an der nördlichen Giebelwand des Palas im Jahr 1976 waren die Baumaßnahmen die einen Einfluss auf die Silhouette der Wildburg hatten weitestgehend abgeschlossen.

Die letzte unter Kurt Honsberg belegte Maßnahme war die Sicherung des Palas im Jahr 1988. Dieser wurde der komplett neu verfugt und die Putzreste gesichert. Vorbereitend fand eine Untersuchung der Putzflächen statt. Kurt Honsberg hat 1992 die Wildburg seiner Tochter Gisela, Ehefrau des Zentis Managers Heinz Gregor Johnen überschrieben. Die neuen Besitzer wandten sich zuerst der noch von Kurt Honsberg initiierten Sicherung des Bergfrieds der Burg Treis zu, danach wurden die Bauarbeiten auf der Wildburg erneut aufgenommen. Die Baumaßnahmen hatten aber - sieht man einmal von der Fertigstellung des Zinnenkranzes der Ringmauer einmal ab, keinen rekonstruierenden Charakter. Vorrangig ging es um die Erhöhung des Wohnkomforts. So wurde am nördlichen Giebel des Palas ein Wellness- und Spa-Bereich sowie der Wintergarten gebaut. Weiterhin wurde die zwischen dem Palas und dem Bergfried gelegene Gartenanlage sowie die Gartenanlage in der Vorburg neugestaltet. Die Gartenanlage der Vorburg hat 2021/22 wiederrum einige Veränderungen erfahren.
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Kulturdenkmal
Die Höhenburg Wildburg wird im Nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler im Kreis Cochem-Zell geführt (Stand 2022). Der Eintrag lautet:
„Wildburg südwestlich des Ortes, Palas, Bergfried, wohl vor 1122; Gesamtanlage.“

(Markus Sausen, Ortsgemeinde Treis-Karden, 2022)

Internet
treis-karden-mosel.de: Förderverein Burg Treis und Wildburg (abgerufen 18.01.2023)
www.mosel.de: Wildburg, Treis-Karden (abgerufen 18.01.2023)
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Literatur

Bangerter-Paetz, Judith (2007)
Saalbauten auf Pfalzen und Burgen im Reich der Staufer von ca. 1150 - 1250. (Dissertation zur Erlangung des Doktors im Ingenieurwesen, Universität Hannover 2007.) Hannover.
Friedhoff, Jens (2009)
Die „Wiederentdeckung“ mittelalterlicher Burgen im Moselraum im 19. und 20. Jahrhundert. In: Jens Friedhoff/ Olaf Wagener (Hrsg.) Romantik und Historismus an der Mosel – Verklärtes Mittelalter oder geprägte Moderne? Akten der 4. wissenschaftlichen Tagung in Oberfell an der Mosel, Petersberg.
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2022)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreis Cochem-Zell. Denkmalverzeichnis Kreis Cochem-Zell, 19. September 2022. Mainz.
Mötsch, Johannes (1994)
Adeliger Fernbesitz auf dem Hunsrück. In: Rheinische Vierteljahresblätter 58, S. 87-120. Bonn.
Sausen, Markus (2022)
Burgfrieden zu Wildenburg. In: Kreisjahrbuch Cochem-Zell, Jg. 2023, Monschau.
Sausen, Markus (2019)
Von der Ruine zum Schmuckstück? Der Wiederaufbau der Wildburg in Treis. In: Burgen und Schlösser, Heft 2/2019, Braubach.
Sausen, Markus (2016)
Das Huiß genannt Wildenburg. Die Geschichte der Treiser Wildburg. In: Von Häckedetz unn Stiftshere, Band VII, S. 160-205. Treis-Karden.
Thon, Alexander; Ulrich, Stefan (2007)
Von den Schauern der Vorzeit umweht. Burgen und Schlösser an der Mosel. S. 135-139. Regensburg.
Urban, Hartmut Georg (1997)
Gewölbe im Burgenbau des Mittelrheingebiets. (Veröffentlichungen der Deutschen Burgenvereinigung Reihe A, Forschungen 4.) Braubach.
Wackenroder, Ernst (1959)
Die Kunstdenkmäler des Landkreises Cochem. (Die Kunstdenkmäler von Rheinland-Pfalz / im Auftr. des Ministeriums für Kultur, Jugend, Familie und Frauen hrsg. vom Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz, Band 3.) München/Berlin.

Höhenburg Wildburg südwestlich von Treis

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Wildburgmühle
Ort
56253 Treis-Karden - Treis
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1225 bis 1235

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Markus Sausen (2023): „Höhenburg Wildburg südwestlich von Treis”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-344735 (Abgerufen: 23. Juni 2024)
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