Driftblöcke

Erzählstation 26 des Wassererlebnispfades von Pulheim zum Rhein

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 51° 02′ 51,58″ N: 6° 55′ 11,79″ O 51,04766°N: 6,91994°O
Koordinate UTM 32.354.199,42 m: 5.657.183,43 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.564.554,45 m: 5.657.351,54 m
  • Abb. 1: Erzählstation "Driftblöcke" am Wassererlebnispfad von Pulheim zum Rhein (2021)

    Abb. 1: Erzählstation "Driftblöcke" am Wassererlebnispfad von Pulheim zum Rhein (2021)

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  • Abb. 2: Die Lage von Erzählstation 26 in der digitalen topographischen Karte Geobasis NRW 2021

    Abb. 2: Die Lage von Erzählstation 26 in der digitalen topographischen Karte Geobasis NRW 2021

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  • Abb. 3: Driftblöcke am Mohlenweg (2017)

    Abb. 3: Driftblöcke am Mohlenweg (2017)

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  • Abb. 4: Driftblock aus Taunusquarzit; An der Klippe in Bornheim-Brenig (2018)

    Abb. 4: Driftblock aus Taunusquarzit; An der Klippe in Bornheim-Brenig (2018)

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  • Abb. 5: Driftblock aus rotem Sandstein (Buntsandsteinzeit) am Mohlenweg (2018)

    Abb. 5: Driftblock aus rotem Sandstein (Buntsandsteinzeit) am Mohlenweg (2018)

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  • Abb. 6: Aufschlusswand aus rotem Sandstein (Buntsandstein /Untere Trias); Autobahnraststätte Wertheim/Main (2016)

    Abb. 6: Aufschlusswand aus rotem Sandstein (Buntsandstein /Untere Trias); Autobahnraststätte Wertheim/Main (2016)

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  • Abb. 7: Driftblock aus Tertärquarzit am Mohlenweg (2017)

    Abb. 7: Driftblock aus Tertärquarzit am Mohlenweg (2017)

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  • Abb. 8: Driftblock aus Basalt am Mohlenweg (2018)

    Abb. 8: Driftblock aus Basalt am Mohlenweg (2018)

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  • Abb. 9: Basaltsäulen unter kaltzeitlichen Rheinablagerungen am Mittelrhein (2011)

    Abb. 9: Basaltsäulen unter kaltzeitlichen Rheinablagerungen am Mittelrhein (2011)

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  • Abb. 10: Driftblöcke in sandig-kiesigen Ablagerungen der Unteren Hauptterrasse bei Ohlenberg (1973)

    Abb. 10: Driftblöcke in sandig-kiesigen Ablagerungen der Unteren Hauptterrasse bei Ohlenberg (1973)

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  • Abb. 11: Driftblöcke am Mohlenweg (2018)

    Abb. 11: Driftblöcke am Mohlenweg (2018)

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  • Vertiefungstext zum Thema Köln in der Tundra

    Vertiefungstext zum Thema Köln in der Tundra

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  • Vertiefungstext zum Thema Niederterrasse des Rheins

    Vertiefungstext zum Thema Niederterrasse des Rheins

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Die Erzählstation „Driftblöcke“ (Abbildung 1) befindet sich am Mohlenweg (Abbildung 2).

Am Straßenrand liegen zentnerschwere Blöcke aus unterschiedlichen Gesteinen (Abbildung 3). Sie stammen aus Kiesgruben der Umgebung, in denen sandig-kiesige Ablagerungen aus der kaltzeitlichen Niederterrasse des Rheines abgebaut werden. Die Blöcke, die um ein Vielfaches größer sind als Sand und Kies, benötigen einen besonderen Transportmechanismus, der mit den klimatischen Bedingungen in der Kaltzeit erklärt werden kann.

In den Kaltzeiten war der Rhein im Winterhalbjahr zugefroren, auch von der Sohle her (Grundeis). Mit Einsetzen des Tauwetters zerbrach das Eis in teils riesige Schollen. Im Grundeis eingefrorenes Gestein wurde abgerissen und driftete im Eis flussab, bis es wieder auf den Grund sank.
Die bis über 100 Tonnen schweren Eisschollen transportierten teils riesige Blöcke. Ein besonders großer solcher Gesteinsblock aus Taunusquarzit ist in Bornheim-Brenig ausgestellt (Abbildung 4). Er wiegt 28 Tonnen und wurde in der Elster-Kaltzeit vor über 400.000 Jahren aus dem Südlichen Rheinischen Schiefergebirge herantransportiert. Im Binger Wald, mit Eintritt in sein Durchbruchstal, quert der Rhein ein Quarzitvorkommen. Von dort bis Bornheim sind es fast 150 Kilometer.

Die meisten Driftblöcke sind deutlich kleiner, kommen aber teilweise aus noch größerer Entfernung. Die roten Sandsteine (Abbildung 5), die am Mohlenweg liegen, stammen aus dem Süddeutschen Schichtstufenland (Buntsandstein/Untere Trias).

Abbildung 6 zeigt eine Aufschlusswand mit anstehendem Sandstein aus der Buntsandsteinzeit. Der Aufschluss entstand beim Bau der Autobahnraststätte Wertheim/Main und erlaubt uns einen Blick auf das anstehende Gestein. Im größten Teil des Spessart wie auch im östlichen Odenwald bildet der rote Sandstein den Untergrund. Hier wäre der Main der Zulieferer für den Rhein gewesen. Aber auch das Moseltal (zum Beispiel die Umgebung von Trier) und die Mittelgebirge, die das Oberrheintal umrahmen (Pfälzer Wald, Nordschwarzwald), könnten Liefergebiete gewesen sein.
Der Driftblock aus Tertiärquarzit in Abbildung 7 stammt möglicherweise aus der näheren Umgebung (Braunkohle-Tertiär).

Die Basalte (Abbildung 8) wurden aus einem Vulkangebiet der Eifel oder des Westerwaldes herantransportiert. Basalt wird dort an vielen Stellen abgebaut. Abbildung 9 zeigt Basaltsäulen in einem aufgelassenen Steinbruch oberhalb Kasbach. Darüber lagern Sande und Kiese des Rheines, die in der Elster-Kaltzeit abgelagert wurden. Auch diese wurden abgebaut und die dabei gefundenen Driftblöcke wurden im Bereich des Abraums an einem alten Wirtschaftsweg (Abbildung 9) abgelegt.

Eine etwas unscharfe Aufnahme von 1973 (Abbildung 10) zeigt Driftblöcke in sandig-kiesigen Ablagerungen der Unteren Hauptterrasse, die der Rhein vor etwa 700 000 Jahren hinterließ. Der größere Block hat etwa die Seitenlängen 40 x 80 cm. Das damalige Flussbett liegt heute über 100 Meter über dem Fluss. Es sind die ältesten Rheinablagerungen, in denen die Driftblöcke und ebenfalls auftretende ehemalige Eiskeile erstmalig für das Rheinland zweifelsfrei ein Tundrenklima mit Permafrost dokumentieren.

Abbildung 11 zeigt im Vordergrund Driftblöcke aus Sandstein, Tertiärquarzit und Basalt. Weitere Driftblöcke aus Taunusquarzit, verschiedenen devonischen Sandsteinen mit Schichtungs- und Schieferungsspuren, Sandsteinen des Buntsandstein und Basalten lassen sich entlang des Weges entdecken.

Auch der Trachytblock in 22 Metern Tiefe, der beim Einsturz des Kölner Stadtarchivs eine wesentliche Rolle gespielt hat, war ein Driftblock (vgl. Artikel der Kölnischen Rundschau).
Anstehend findet sich Trachyt im Siebengebirge und wurde am Drachenfels schon von den Römern abgebaut.

(Reinhard Zeese, L.E.B. & Partner, 2021)

Internet
rundschau-online.de: „Das ist der Stein, der das Unglück in Köln verursachte“, in: Kölnische Rundschau vom 03.05.2023 (Text Ingo Schmitz, abgerufen 05.05.2026)

Driftblöcke

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Mohlenweg
Ort
50769 Köln-Langel
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn vor 2018

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Reinhard Zeese (2021): „Driftblöcke”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-343937 (Abgerufen: 5. Mai 2026)
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