Escher Seen

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 51° 00′ 24,33″ N: 6° 52′ 6,07″ O 51,00676°N: 6,86835°O
Koordinate UTM 32.350.452,13 m: 5.652.739,09 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.560.990,56 m: 5.652.757,54 m
  • Luftbildaufnahme von Köln-Esch/Auweiler und -Pesch in westliche Blickrichtung (2021), zentral rechts im Bild das Dorf Auweiler umrahmt von den umgebenden Seen, links im Bild der Stadtteil Pesch.

    Luftbildaufnahme von Köln-Esch/Auweiler und -Pesch in westliche Blickrichtung (2021), zentral rechts im Bild das Dorf Auweiler umrahmt von den umgebenden Seen, links im Bild der Stadtteil Pesch.

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    Franz-Josef Knöchel
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  • Nördlicher Escher See (2022)

    Nördlicher Escher See (2022)

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  • Nördlicher Escher See (2022)

    Nördlicher Escher See (2022)

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  • Nördlicher Escher See (2022)

    Nördlicher Escher See (2022)

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  • Nördlicher Escher See (2022)

    Nördlicher Escher See (2022)

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  • Südlicher Escher See (2022)

    Südlicher Escher See (2022)

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  • Südlicher Escher See (2022)

    Südlicher Escher See (2022)

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Im Kölner Norden, zwischen den Stadtteilen Pesch und Esch/Auweiler liegen die Escher Seen. Dabei handelt es sich um zwei durch einen schmalen Landstreifen getrennte Baggerseen. Der Nördliche See wird heute als Badesee und von Anglern genutzt, während der südliche dem Naturschutz und auch Anglern vorbehalten ist.

Auf historischem Kartenmaterial, dass zwischen 1936 und 1945 erarbeitet wurde, sind als Kiesbaggerei bezeichnete Flächen an Stelle der heutigen Seen erkennbar. Diese Kiesbaggerei verfügte zusätzlich über einen Gleisanschluss, der ebenfalls auf den Altkarten erkennbar ist. Die etwa Zwei Kilometer lange Gleisstrecke verlief entlang der Donatusstraße, über den Chorweiler Zubringer, in Lindweiler über die heutige Soldiner Straße und mündete am nördlichen Ende des Bahnhofes Longerich ins reguläre Bahnnetz. Die Kiesgrube wurde von der Firma Christian Kutwig betrieben. Während der Zeit des Nationalsozialismus (1933-1945) war das Unternehmen an Bauaufträgen, wie dem Reichsautobahnbau bei Wittlich, vergeben von der Organisation Todt, einer nationalsozialistischen paramilitärischen Bauorganisation, die auch Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge einsetzte, beteiligt. Demnach besteht durchaus die Möglichkeit, dass die hier gewonnenen Rohstoffe auch bei diesen Bauaufträgen zum Einsatz kamen.

Der nördliche See wurde bis in die Mitte der 1970er Jahre und der südlichen See bis etwa 1988 ausgekiest. Anschließend wurden die Anlagen zum Kiesabbau zurückgebaut. Übrig blieb im nördlichen See das Wrack eines Kahns zum Transport des Kieses, dass auf Luftbildern deutlich zu erkennen ist, und heute den im See lebenden Fischen einen Rückzugsraum bietet. Der nördliche See ist heute mit etwa 16,2 Hektar und einer Tiefe von 16 Metern flächenmäßig größer, der südliche mit etwa 12 Hektar und einer Tiefe von 18 Metern allerdings ein wenig tiefer. Seit 1986 wird der nördliche See als Badesee genutzt und seit Mitte der 2000er Jahre besteht am nördlichen See ein etwa 3 Hektar großes Strandbad mit aufgeschütteten feinen Quarzsand, dass in den Sommermonaten geöffnet hat. Durch die Einzäunung des südlichen Sees konnten sich artenreiche Lebensräume für Amphibien, Wasserinsekten, Wasservögel (unter anderem Blesshuhn, Graureiher, Haubentaucher sowie verschiedene Arten von Enten und Gänsen) und Pflanzen bilden, die sich ungestört entwickeln können. Beide Seen grenzen inzwischen an die Wohnbebauung der angrenzenden Ortschaften Esch (nördlicher See) und Pesch (südlicher See). Am süd-westlichen Rand der Escher Seen verläuft der Escher Kanal, einem Vorfluter des Kölner Randkanals.

In der Umgebung der Escher Seen existieren weitere Baggerseen. Im Norden angrenzend liegen auf dem Privatgelände eines Kieswerkes zwei weitere kleinere Seen. Weiter befinden sich in süd-westlicher Richtung der Pescher See und der Stöckheimer See, nahe dem Stöckheimer Hof, denen sich der Pulheimer See anschließt und in dessen Nähe der Wassererlebnispfad Pulheimer Bach entlang führt.

(Robert Gansen, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V., 2022)

Internet
www.ksta.de: Nur von oben zu sehen. Wrack im Escher See entdeckt - Kölner rätseln über Herkunft (Kölner Stadtanzeiger vom 27.05.2018, abgerufen 14.01.2022)
www.gedenkstaettenforum.de: Beate Welter: Die Anfänge des SS-Sonderlagers/KZ Hinzert: Das Polizeihaftlager (abgerufen 14.01.2022)
www.verliebtinkoeln.com: Badeseen in Köln und Umgebung, die klares Wasser und einen Sandstrand haben (abgerufen 14.01.2022)
www.bahn-express.de: Christian Krutwig, Bauunternehmung, 50739 Köln-Longerich (abgerufen 14.01.2022)
www.lanuv.nrw.de: „Gewässegütebericht 2000“, Ministerium für Umwelt und Naturschutz Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (Volltext-PDF, 8,38 MB, abgerufen 17.01.2022)

Escher Seen

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Am Baggerfeld 4
Ort
50765 Köln - Esch/Auweiler
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn vor 1936

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
Robert Gansen (2022): „Escher Seen”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-343398 (Abgerufen: 15. April 2024)
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