Historischer Ortskern Hüls

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie
Gemeinde(n): Krefeld
Kreis(e): Krefeld
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 51° 22′ 23,1″ N: 6° 30′ 36,1″ O 51,37308°N: 6,51003°O
Koordinate UTM 32.326.696,58 m: 5.694.257,09 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.535.558,14 m: 5.693.275,74 m
  • Neue Burg Hüls (2021)

    Neue Burg Hüls (2021)

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  • Historischer Ortskern Hüls (2021). Blick über den Marktplatz auf die Kirche St. Cyriakus.

    Historischer Ortskern Hüls (2021). Blick über den Marktplatz auf die Kirche St. Cyriakus.

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  • Historischer Ortskern Hüls (2021). Pfarrkirche St. Cyriakus von 1870

    Historischer Ortskern Hüls (2021). Pfarrkirche St. Cyriakus von 1870

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  • Historischer Ortskern Hüls (2021). Historisches Gebäude von 1667 am Marktplatz.

    Historischer Ortskern Hüls (2021). Historisches Gebäude von 1667 am Marktplatz.

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  • Historischer Ortskern Hüls (2021). Torgebäude zur ehemaligen Klausur (Frauenkloster).

    Historischer Ortskern Hüls (2021). Torgebäude zur ehemaligen Klausur (Frauenkloster).

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  • Historischer Ortskern Hüls (2021). Kirche St. Cäcilia aus dem 15. Jahrhundert.

    Historischer Ortskern Hüls (2021). Kirche St. Cäcilia aus dem 15. Jahrhundert.

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  • Historischer Ortskern Hüls (2021). Rathaus von 1845/1846, links davon stand das ehemalige Mühlentor.

    Historischer Ortskern Hüls (2021). Rathaus von 1845/1846, links davon stand das ehemalige Mühlentor.

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  • Historischer Ortskern Hüls (2021). Rathaus von 1845/1846

    Historischer Ortskern Hüls (2021). Rathaus von 1845/1846

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  • Historischer Ortskern Hüls (2021). Blick über den Marktplatz auf das Rathaus von 1845/1846.

    Historischer Ortskern Hüls (2021). Blick über den Marktplatz auf das Rathaus von 1845/1846.

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  • Historischer Ortskern Hüls (2021). Modernes Sparkassengebäude am Christian-Roosen-Platz, ehemals Standort einer Töpferei (Ahnratsgut).

    Historischer Ortskern Hüls (2021). Modernes Sparkassengebäude am Christian-Roosen-Platz, ehemals Standort einer Töpferei (Ahnratsgut).

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Der Ort Hüls liegt auf einer Terrassenkante oberhalb des Flöthbachs und seines Bruchs. In der Niederung, die früher sumpfig war, wurde Burg Hüls von den Herren von Hüls errichtet. Von der Burg sind noch Teile der Ringmauer, des Torhauses und des quadratischen Bergfrieds (um 1400) erhalten.
Die erste urkundliche Erwähnung der Herren von Hüls („Retherus de Holese“) datiert 1112. Deren frühe Burg (Alte Burg) lag in der Nähe des heutigen Hülser Freibades – wahrscheinlich eine Turmhügelburg (nach EBIDAT).

Das Haus Hüls war kurkölnisches Lehen neben weiteren zentral gelegenen kurkölnischen Höfen. Der Ritter Friedrich von Hüls hat im Jahre 1419 dem Kloster „einen Garten vermacht, wo früher der Marstall gestanden und wo die Klausnerinnen wohnen sollen“. Wenn der Marstall – wie anzunehmen – ein Teil des ritterlichen Gutes war, dann hat sich auch das Gut selbst an dieser Stelle nahe dem Ortszentrum und der Kirche befunden.

Im 14. und 15. Jahrhundert bauten die Herren von Hüls ihren Besitz zur Herrlichkeit Hüls aus, die zum kurkölnischen Amt Kempen gehörte. Die „Herrlichkeit Hüls“ hatte ein Schöffengericht und war ein Marktort. Zu dieser Zeit erlangte die katholische Kirchengemeinde St. Cyriakus ihre Selbstständigkeit von Kempen. Im 14./15. Jahrhundert entstanden die beiden Frauenklöster „Von der Verkündigung Mariens“ (1398, genannt „Klausur“) und „St. Cäcilia“ (1468, genannt „Konvent“).
Im Jahre 1363 wurde durch Erbteilung an Mathias von Hüls ein Drittel von Hüls abgespalten. Dieses ging später an die Grafschaft Moers – jener Ortsteil wurde dann als „Hülsisch Moersische Straße“ bezeichnet (der Teil nördlich etwa ab dem Bottermaat).
Friedrich von Hüls erbaute die zweite, noch erhaltene Burg 1455 (Neue Burg). 1565 starb mit Katharina von Hüls das Rittergeschlecht aus. Nach Erbstreitigkeiten fiel die Herrlichkeit Hüls an eine entfernt wohnende Adelsfamilie. Hüls wurde bis zur französischen Zeit von Amtsmännern dieser Familie verwaltet.

Im 16. Jahrhundert entwickelte sich der Bereich „Hülsisch Moersische Straße“ zu einem Wohnplatz von Juden, Reformierten und Täufern, deren Aktivitäten zu einem für beide Ortsteile profitablen wirtschaftlichen Aufschwung führten. 1661 bestanden in Hüls 111 Höfe und Häuser mit rund 800 Einwohnern. Neben der Schnapsbrennerei gehörten zu dieser Zeit die Weberei, Ziegel- und „Pottbäckerei“ (Töpferhandwerk) sowie die Landwirtschaft zu den Haupteinnahmequellen der Bevölkerung. Im Jahre 1636 stürzte der Hülser Kirchturm ein.
1798 vereinigten die Franzosen die früher getrennten Hülser Ortsteile mit der Honnschaft Benrad zur „Mairie de Huls“, die dem Kanton Kempen zugeteilt wurde. Die beiden Klöster „Klausur“ und „Konvent“ wurden 1802 aufgelöst. Unter der preußischen Verwaltung wurde Hüls zu einer Gemeinde des Landkreises Kempen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Hüls 1.500 Einwohner.
In den folgenden Jahren wurde viel an der Infrastruktur gearbeitet. So wurde 1847 ein Krankenhaus im ehemaligen „Konvent“ eingerichtet und von 1865 bis 1868 die Pfarrkirche St. Cyriakus neu gebaut. Bei diesem Bauvorhaben mussten Teile der „Klausur“ aus Platzgründen abgerissen werden.

Auf der Urkarte um 1800 ist der zentrale Bereich noch gut zu erkennen, abgegrenzt durch einen umlaufenden Graben. In der Niederstraße (heute Rektoratsstraße), der Hochstraße (heute Konventstraße) und am Markt sind Tore eingetragen. Im Norden schließt sich der Bereich um die Moerser Straße (heute Klever Straße) an, mit dichter Besiedlung und der Synagoge. Die Burg des 15. Jahrhunderts liegt im Nordosten getrennt von der Besiedlung und umgeben von einem Wassergraben. Nach Südosten schließt sich der Wedemhof und die Vikarie St. Cyriaki an (nahe dem Tor Niederstraße). Die Niederstraße führt nach Westen zum Quartelmarkt und dem eigentlichen Marktplatz. Am Markt liegen die Vikarie St. Catharini und das Tor nach Westen (Mühlentor). Östlich schließt sich der Altbau der Kirche St. Cyriakus an. An der Kirche befindet sich auch die Schule. Die Klausur erstreckt sich nach Nordosten. Über die Hochstraße erreicht man die Klausur und weiter das Viertel an der Moerser Straße. An der Klever Straße finden sich die Synagoge und der Jüdische Friedhof. Stadterweiterungen gab es im Westen (Ahnratsgut), an der Straße nach Nordwesten (heute Tönisberger Straße) sowie im Süden (heute Bruckersche Straße).

Heute liegen am großen, dreieckigen Marktplatz die katholische Pfarrkirche St. Cyriakus. Sie wurde im Jahr 1870 neu gebaut, nachdem die Vorgängerkirche 1865 abgerissen worden war (Architekt Heinrich Wiethase, 1833-1893). Im Norden des Platzes stehen das spätklassizistische Rathaus und ein barockes Gebäude von 1667. Die ehemalige Hauptstraße führt nach Norden zum ehemaligen Nonnen-Kloster mit der Kirche St. Cäcilia, ein einschiffiger, spätgotischer Bau aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts.

(Claus Weber, LVR-Redaktion KuLaDig, 2021)

Hinweise
Der historische Ort Hüls ist wertgebendes Merkmal des historischen Kulturlandschaftsbereiches „Hüls / Hülser Bruch / Hülser Berg“ (Regionalplan Düsseldorf 122). Die Neue Burg Hüls ist eingetragenes Bodendenkmal (Stadt Krefeld, UDB-Nr. 7; LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, KR 005).

Internet
www.heimatverein-huels.de: Heimatverein Hüls, Geschichte von Hüls (abgerufen 16.04.2021)
de.wikipedia.org: Krefeld (abgerufen 16.04.2021)
www.ebidat.de: EBIDAT-Burgendatenbank: Alte Burg (abgerufen 16.04.2021)
www.ebidat.de: EBIDAT-Burgendatenbank: Neue Burg (abgerufen 16.04.2021)
www.krefeld.de: Denkmalliste der Stadt Krefeld (Stand: 07.2021) (PDF-Dokument, 1 MB, abgerufen 16.12.2021)

Literatur

Mellen, Werner (1998)
Hüls. Eine Chronik. Krefeld.
Mellen, Werner (1983)
Krefeld-Hüls. (Rheinische Kunststätten, Heft 283.) Neuss.
Wolters, Johannes (1934)
Jubiläumsschrift zum 600jährigen Bestehen der Pfarre zum hl. Cyriakus in Hüls. Hüls.

Historischer Ortskern Hüls

Schlagwörter
Ort
47839 Krefeld - Hüls
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn vor 1112

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Claus Weber: „Historischer Ortskern Hüls”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-330570 (Abgerufen: 25. Mai 2022)
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