Ortschaft Leun

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Braunfels , Leun , Solms
Kreis(e): Lahn-Dill-Kreis
Bundesland: Hessen
Koordinate WGS84 50° 32′ 42,41″ N: 8° 21′ 44,02″ O / 50,54511°N: 8,36223°O
Koordinate UTM 32.454.811,87 m: 5.599.435,93 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.454.868,42 m: 5.601.236,32 m
  • Grabsteine am Kirchhof von Leun (2020)

    Grabsteine am Kirchhof von Leun (2020)

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  • Rundfenster am Junkerhof in Leun (2020)

    Rundfenster am Junkerhof in Leun (2020)

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  • Teilstück eines Denkmals im Kirchhof von Leun (2020)

    Teilstück eines Denkmals im Kirchhof von Leun (2020)

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Leun ist eine der ältesten Siedlungen im Lahngebiet. Es wurden dort Funde und Siedlungsspuren aus dem Neolithikum und der Hallstattzeit entdeckt. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 771. Eine fruchtbare Aue und ein wichtiger Übergang über die Lahn, zunächst als Furt und später als Brückenbauwerke, waren günstig für eine Ansiedlung. Leun ist zudem seit 1863 an die Lahntalbahn angeschlossen.
Leun war eine wohlhabende Gemeinde. Zahlreiche, schmucke Fachwerkhäuser mit oftmals aufwendig gearbeiteten Schwellen und Eingangstreppen aus Lahnmarmor bezeugen das noch heute.

Marktrechte erhielt Leun 1469 und 1664 folgten die Stadtrechte. In dieser Zeit war die Adelsfamilie Mohr von Leun prägend für die Entwicklung der Stadt. Ihr letzter Vertreter war Johann Mohr (1445-1519), der Amtmann in Dillenburg, Herborn und Siegen und ein maßgeblicher Vertreter des Wetterauer Grafenvereins war. Er starb 1519, hinterließ eine Tochter Margarete und mit ihm erlosch das Adelsgeschlecht. Das ehemalige Herrenhaus „Junkerhof“ der Familie Mohr ist nach zahlreichen Umbauten noch im Ortskern von Leun erhalten.

Lahnmarmor in Leun
Beim Treppenaufstieg von der Obertorstraße zu Kirche und Friedhof fällt ein großer Steinwürfel auf. Auf drei Seiten angebracht sind Reliefs aus Lahnmarmor, die jeweils zwei gekreuzte Fackeln zeigen. Die Oberkante ziert ein Gesims mit einer zentralen Gesichtsdarstellung. Die vierte Würfelseite trägt eine Inschrift. Es handelt sich um ein Teilstück eines Denkmals, das der Leuner Pfarrer Denhard seiner 1819 verstorbenen Ehefrau errichten ließ.

Die letzten Stufen zum Kircheneingang sind aus dunklem Lahnmarmor mit heller Äderung. An eine Terassenmauer angelehnt finden sich alte Grabsteine, die zum Teil ebenfalls aus dem heimischen Kalkstein gearbeitet sind. Ihr Verwitterungszustand macht die Inschriften schwer lesbar. Es handelt sich um Grabdenkmäler für Leuner Pfarrer.

Ein Lahnübergang in Leun war zu allen Jahrhunderten bestimmend für die Ortsgeschichte. Die Gemarkung am linken Lahnufer ist auch noch heute Leuner Grund. Eine Brücke ist deshalb auch im Ortswappen dargestellt.
In den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts wurde eine imposante, fünfbogige Brücke aus dem heimischem Lahnmarmor errichtet, die nicht nur den Fluss, sondern auch die feuchten Auwiesen überspannte.
So gab es neben den noch heute vorhandenen Lahnmarmorbrücken an der Lahn, wie der Alten Lahnbrücke in Limburg oder der Brücke in Weilburg, noch eine weitere in Leun. Mit der Inbetriebnahme der Bundesstraße 49 wurde das eindrucksvolle Bauwerk abgerissen.
Die schönen Deckplatten aus Lahnmarmor wurden teilweise im Ort neu verbaut. Einige sind immer noch als Mauerkrone zwischen der Bahnlinie und der Landstraße zum Ortsteil Lahnbahnhof zu sehen. Mit ihren zahlreichen fossilen Einschlüssen devonischer Korallen sind sie unverkennbar.

(Sibylle Kahnt, Verein Lahn-Marmor-Museum e.V., 2020)

Literatur

Dehio, Georg (1982)
Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Hessen. (Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler.) München, Berlin.
Westerwald-Verein (Hrsg.) (1980)
Grosser Westerwald-Führer. (Buchreihe des Westerwald-Vereins.) Stuttgart.

Ortschaft Leun

Schlagwörter
Ort
35638 Leun - Leun
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn vor 771

Empfohlene Zitierweise

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„Ortschaft Leun”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-322019 (Abgerufen: 4. März 2021)
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