Wattendorfer Mühle

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Bonn, Wachtberg
Kreis(e): Bonn, Rhein-Sieg-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 39′ 33,86″ N: 7° 07′ 43,19″ O 50,6594°N: 7,12866°O
Koordinate UTM 32.367.734,73 m: 5.613.621,31 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.579.850,95 m: 5.614.365,57 m
  • Wattendorfer Mühle (2020)

    Wattendorfer Mühle (2020)

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  • Blick auf die von Bäumen umgebene Wattendorfer Mühle im Tal des Godesberger Baches (2014)

    Blick auf die von Bäumen umgebene Wattendorfer Mühle im Tal des Godesberger Baches (2014)

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Die Wattendorfer Mühle ist eine Wassermühle im Tal des Godesberger Baches, isoliert gelegen zwischen der Wachtberger Ortschaft Pech und dem Gut Marienforst.

Beschreibung
Die Wattendorfer Mühle präsentiert sich heute als dreiseitige Hofanlage aus eineinhalb- bis zweigeschossigen Fachwerkbauten mit Krüppelwalmdach. Das zweigeschossige Wohnhaus im Süden umschließt mit zwei Wirtschaftsgebäuden, die sich nördlich daran anschließen, winkelförmig einen Hof. Die Mühlengebäude wurden im Laufe der Zeit verändert. Bei dem heutigen Zustand handelt es sich um die wesentlichen Bestandteile der Anlage aus dem 18. Jahrhundert, die teilweise wiederhergestellt wurden.
Die abgebildete Geometrie umfasst die gesamte Länge des noch vorhandenen Mühlengrabens (Obergraben), der südlich der heutigen Kläranlage vom Godesberger Bach abzweigt und bis zur Wattendorfer Mühle verläuft. Auch die Mulde des ehemaligen Mühlenteiches sowie der Untergraben sind noch erhalten; der Untergraben mündet auf Höhe des Fuderbachsweges in den Godesberger Bach. Laut BODEON wurde die Wattendorfer Mühle im Mühlenkataster von 1837 mit einem oberschlächtigen Wasserrad mit zwei Mahlgängen beschrieben.

Geschichte
Die Wattendorfer Mühle ist das einzige erhaltene Gebäude der mittelalterlichen Siedlung Wattendorf, die sich wohl einst östlich des Godesberger Baches befunden hat. Die Getreidemühle gehörte darüber hinaus zum Siegburger Hof in Muffendorf, den die Benediktinerabtei Siegburg bei ihrer Gründung im 11. Jahrhundert als Ausstattung erhielt. Es handelte sich um eine Bannmühle. Nach der Säkularisation erwarb sie Mathias Schwingen, Schwiegersohn der seit dem 17. Jahrhundert verzeichneten Pächterfamilie Kick (wikipedia.org). Im Jahr 1900 wurde sie Eigentum der Familie Scheibler und später zur Sägemühle umgebaut, die bis 1970 in Betrieb war. „Nach einer langen Zeit im Besitz der Scheibler’schen Forstverwaltung ging das Anwesen im Jahr 2002 in das Eigentum der Deichmann’schen Forstverwaltung über“ (wikipedia.org). Anfang der 2000er Jahre wurden in einem neuangelegten Teich eine Angelsportanlage sowie eine Forellenzucht betrieben.

Kulturhistorische Bedeutung
Die Wattendorfer Mühle repräsentiert zusammen mit den anderen Mühlen im Tal des Godesberger Baches bis heute mit ihrer isolierten Lage die typischen Lebens- und Arbeitsbedingungen zur Nahrungsbeschaffung seit dem Mittelalter bis zur Industrialisierung. Das hohe Alter der Bausubstanz (18. Jahrhundert) sowie die mutmaßlichen Anfänge der Getreideproduktion ab dem 11. Jahrhundert und die räumlich-funktionalen Zusammenhänge vor allem mit der Abtei Siegburg verleihen der Wattendorfer Mühle eine sehr hohe kulturhistorische Bedeutung.

Hinweise
Das Objekt „Wattendorfer Mühle“ ist ein eingetragenes Baudenkmal (Gemeinde Wachtberg, laufende Nr. A3926 / BODEON-Nr. 63263) und wertgebendes Merkmal des historischen Kulturlandschaftsbereiches Schloss Gudenau, Tal des Godesberger Baches (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Köln 267).

(Nicole Schmitz, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2026)

Internet
de.wikipedia.org: Wattendorfer Mühle (abgerufen am 26.01.2026)

Wattendorfer Mühle

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Fuderbachsweg 5
Ort
53177 Bonn - Heiderhof
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1000 bis 1800

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Nicole Schmitz (2026): „Wattendorfer Mühle”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-313805 (Abgerufen: 5. Juni 2026)
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