Stammhaus Farina in Altstadt-Nord

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 56′ 15,94″ N: 6° 57′ 28,53″ O / 50,93776°N: 6,95793°O
Koordinate UTM 32.356.523,09 m: 5.644.889,28 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.567.376,95 m: 5.645.159,81 m
  • Stammhaus Farina (2018)

    Stammhaus Farina (2018)

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  • Ausschnitt einer im 1872 von Gottlieb Daimler verschickten Postkarte aus Köln mit der Kölner Altstadt im Bereich Gülichsplatz / Obenmarspforten, in der Bildmitte der Stammsitz des Kölnisch-Wasser-Unternehmens Farina.

    Ausschnitt einer im 1872 von Gottlieb Daimler verschickten Postkarte aus Köln mit der Kölner Altstadt im Bereich Gülichsplatz / Obenmarspforten, in der Bildmitte der Stammsitz des Kölnisch-Wasser-Unternehmens Farina.

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Unternehmensgeschichte
Die spätere Duftwasserfabrik wurde 1709 in Köln von italienischen Migranten gegründet, die mit Luxusartikeln wie Seidenstrümpfen, Perücken und Toilettenwasser handelten. 1714 trat der Parfümeur Johann Maria Farina dem Unternehmen bei. Als Anteil brachte er die Rezeptur für ein Duftwasser ein, das er zu Ehren seiner neuen Heimat „Eau de Cologne“ nannte: Nach seinen Worten ein Parfum „wie ein italienischer Frühlingsmorgen nach dem Regen“. Einige Jahre später bezog Farina das Haus mit der heutigen Adresse Obenmarspforten 23, das zum Stammsitz des Unternehmens wurde. Nachdem er Alleininhaber geworden war, gab er der Firma seinen Namen und ergänzte ihn, um Verwechslungen auszuschließen, um den Zusatz „gegenüber dem Jülichsplatz“. So wurde sein Parfum unter einer Ortsbezeichnung weltberühmt – genau wie die spätere Konkurrenz aus dem Hause „4711“. Das Duftwasser von „Farina gegenüber“ verbreitete sich seit Mitte des 18. Jahrhunderts im europäischen Adel bis hinauf in die Königshäuser. Insbesondere die Nachfrage französischer Offiziere, die Köln auf dem Heimweg passierten, kurbelte die Nachfrage an. So sprach sich auch die Bezeichnung „Eau de Cologne“ herum, die allerdings nicht geschützt werden konnte und daher für unterschiedlichste Düfte verwendet wurde.

Stammhaus
Das 1899 fertiggestellte Stammhaus Farina gilt als eines der bedeutendsten Geschäftshäuser des Historismus in Köln. Die drei Hauptgeschosse im neobarocken Stil sind vollständig mit beigefarbenem Sandstein verkleidet. Elegante, flache Pilaster gliedern die beiden Stockwerke über dem hohen Erdgeschoss. Bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde das zweite Stockwerk durch vorschwingende Balkone mit kunstvollen schmiedeeisernen Gittern hervorgehoben. Mehr plastischer Schmuck hat sich im Dachgeschoss und im Giebel erhalten. An der angerundeten Hausecke findet man eine Inschrift und das Wappen der Familie in einer puttenbekrönten Kartusche.

„Farina gegenüber“ ist heute der älteste noch bestehende der zahlreichen Duftwasser-Hersteller, die Köln für eine Zeitlang zu einem Zentrum der Parfum-Fabrikation machten. 1963 verlegte Farina die Produktion an den Stadtrand, 1975 wurde die Firma verkauft. Unter Bewahrung der wiederhergestellten Fassade wurde das Stammhaus 1980 in ein Bürogebäude mit Verkaufs- und Museumsräumen umgebaut.

Hinweis:
Das Objekt „Stammhaus Farina“ ist seit 1985 ein eingetragenes Baudenkmal (Denkmalverzeichnis der Stadt Köln 2012, Nr. 2868) und Element des historischen Kulturlandschaftsbereiches Innenstadt Köln (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Köln 352).

(Walter Buschmann / Matthias Hennies / Alexander Kierdorf, Institut. Industrie-Kultur-Geschichte-Landschaft, 2018)

Literatur

Buschmann, Walter; Hennies, Matthias; Kierdorf, Alexander (2018)
Via Industrialis. Entdeckungsreise Kölner Industriekultur. S. 26, Essen.

Stammhaus Farina in Altstadt-Nord

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Obenmarspforten 21
Ort
50667 Köln - Altstadt-Nord
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1899

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„Stammhaus Farina in Altstadt-Nord”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-290306 (Abgerufen: 12. Dezember 2019)
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