Genossenschaftssiedlungen in Mauenheim

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Genossenschaftssiedlung Eckewartstraße/Hildebrandstraße in Köln-Mauenheim

    Genossenschaftssiedlung Eckewartstraße/Hildebrandstraße in Köln-Mauenheim

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  • genossenschaftliche Wohnhäuser Merheimer Straße 370-374 und Eckewartstraße

    genossenschaftliche Wohnhäuser Merheimer Straße 370-374 und Eckewartstraße

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  • Genossenschaftliche Häuser Eckewartstraße 28-34

    Genossenschaftliche Häuser Eckewartstraße 28-34

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Mauenheim als Stadtteil entstand erst durch den genossenschaftlichen Wohnungsbau nach dem Ersten Weltkrieg. Noch heute ist der Stadtteil sehr stark durch die Blockrandbebauung und die Kleinwohnsiedlung „Nibelungensiedlung“ aus dieser Zeit geprägt. Er erzählt damit ein ganz eigenes Kapitel der Kölner Stadtgeschichte.

Der Siedlungsbau der Zwischenkriegszeit in Köln, der außerhalb der gründerzeitlichen Stadtquartiere stattfand, ist nur erklärbar vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs. Die Ausgangslage war wenig erfreulich: Es herrschte Wohnungsnot, Mangelwirtschaft und die Reparationszahlungen an die Alliiertern ließen den Stadtvätern im ganzen damaligen Deutschen Reich wenig finanziellen Spielraum. Da bot genossenschaftlicher Wohnugsbau in Kombination mit dem Bauen in preisgünstigen städtischen Randlagen die Aussicht auf Abhilfe. Ziel war es, Geringverdienern die Möglichkeit für den Erwerb eines kleinen Eigenheims (wie in der Nibelungensiedlung) oder zumindestens die Garantie für sicheres, preisgünstiges und gleichzeitig qualitatives Wohnen zu geben.

Das genossenschaftliche Prinzip funktionierte damals wie heute gleich: Durch den Erwerb von Geschäftsanteilen beim Eintritt in die Genossenschaft werden Mieter zu „Miteigentümern“. Sie erhalten dabei Wohnrecht auf Lebenszeit, oft auch in Erbpacht. Auch die Genossenschaften haben ihrerseits die Baugrundstücke oftmals von der Stadt in Erbpacht übernommen.
Nachdem man 1918-1920 versuchte, dem Wohnungsmangel mit dem Bau von Notunterkünften zu begegnen, ging man in einer zweiten Phase zwischen 1921 und 1924 dazu über, genossenschaftliche Kleinwohnsiedlungen nach dem Gartenstadtprinzip zu errichten. In Mauenheim entstand nach diesem Prinzip die Nibellungensiedlung.
Angesichts des anhaltenden Wohnungsmangels wurde dann aber ab 1925 zusätzlich der kommunale Geschoßwohnungsbau in Blockrandbebauung durchgeführt, idealtypisch verwirklicht in der Siedlung Grüner Hof.

Zwischen Merheimerstraße, Bergstraße, Wolfhartstraße und Eckewartstraße prägen die Siedlungsbauten der GWG-Wohnungsbaugenossenschaft zu Köln eG und der Wohnungs- und Baugenossenschaft Mieterschutz eG (gegründet 1925) das Bild Mauenheims. Anders als bei der Nibelungensiedlung und dem „Grünen Hof“ entstanden hier noch keine komplett geschlossenen Baublöcke, sondern die Bebauung erfolgte erst nach und nach. Bis auf wenige Ausnahmen entstanden die Gebäude zwischen 1926 und 1931.
Als erstes wurde 1926 das in gelben Farbtönen angestrichene Gebäude Merheimer Straße 370-374 / Eckewartstraße 26 errichtet. Noch heute ist es an seiner Fassadengestaltung im Baustil dieser Zeit erkennbar. Es folgte 1926-1928 in bereits schlichterer Bauweise der gegenüberliegende Baublock, der durch ein markantes, fünfgeschossiges Eckgebäude betont wird. 1929-1931 wurden in einer weiteren Bauphase die Ränder der Baublöcke an der Bergstraße / Wolfhartstraße / Eckewartstraße / Hildebrandstraße, Bergstraße / Ortweinstraße und Bergstraße / Hildebrandstraße bebaut. Abgeschlossen wurde die Bebauung zu Beginn der 1960er Jahre mit der Gebäudezeile Eckewartstraße 18-24.

(Martina Gelhar, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2018)

Internet
www.gwgzukoeln.de: Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft zu Köln eG - Unser Bestand in Mauenheim (abgerufen 28.08.2018)
www.gwgzukoeln.de: Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft zu Köln eG - Historie (abgerufen 28.08.2018)

Literatur

Wilhelm, Jürgen (Hrsg.) (2008)
Das große Köln-Lexikon (2. Auflage). S. 307-308, Köln.

Genossenschaftssiedlungen in Mauenheim

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Hildebrandstraße
Ort
50739 Köln - Mauenheim
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1926 bis 1962
Koordinate WGS84
50° 58′ 19,46″ N, 6° 56′ 52,89″ O / 50.97207°, 6.94803°
Koordinate UTM
32U 355933.72 5648723.8
Koordinate Gauss/Krüger
2566631.99 5648967.93

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„Genossenschaftssiedlungen in Mauenheim”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-283508 (Abgerufen: 19. Dezember 2018)
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