Pfarrkirche Klein Sankt Martin

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Der verbliebene Turm der früheren Pfarrkirche Klein Sankt Martin in Köln-Altstadt-Süd (2017)

    Der verbliebene Turm der früheren Pfarrkirche Klein Sankt Martin in Köln-Altstadt-Süd (2017)

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  • So genannter Rheinhardtscher Stadtplan von Köln von Johann Valentin Reinhardt (1752) mit dem Bereich zwischen Rheinufer und Neumarkt.

    So genannter Rheinhardtscher Stadtplan von Köln von Johann Valentin Reinhardt (1752) mit dem Bereich zwischen Rheinufer und Neumarkt.

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  • Informationstafel am verbliebenen Kirchturm der früheren Pfarrkirche Klein Sankt Martin in Köln-Altstadt-Süd (2017)

    Informationstafel am verbliebenen Kirchturm der früheren Pfarrkirche Klein Sankt Martin in Köln-Altstadt-Süd (2017)

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  • Ausschnitt aus der Karte "Kirchliche Organisation und Verteilung der Confessionen, Übersicht über die Kölner Kirchen (...) c. 1610" (1894).

    Ausschnitt aus der Karte "Kirchliche Organisation und Verteilung der Confessionen, Übersicht über die Kölner Kirchen (...) c. 1610" (1894).

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Die Kölner Pfarrkirche Klein St. Martin, deren erhaltener Turm zusammen mit anderen Kirchen und Gebäuden die Ansicht des städtischen Rheinpanoramas bestimmt, trägt ihren Beinamen „Klein“ zur Unterscheidung von der Benediktinerabtei „Groß“ Sankt Martin.

Die Pfarrkirche wird erstmals in den Jahren 1130-1140 über Einträge in den Kölner Schreinsakten (auch Schreinsbücher, die Vorläufer der heutigen Grundbücher der mittelalterlichen Stadt Köln) greifbar und dann wenig später im Zusammenhang mit der Weihe ihrer Krypta von 1172 bis 1176 auch urkundlich erwähnt (de.wikipedia.org). Laut Tafel am Gebäude wurde die Pfarrei hingegen „urkundlich erstmals 1080 erwähnt“ (so auch Wilhelm 2008).
Möglicherweise geht die Kirche auf eine frühere Kaufmannskirche zurück, deren Bauzeitpunkt jedoch nicht überliefert ist. Ein Neubau erfolgte im 12. Jahrhundert, dieser wurde später im 14. und 15. Jahrhundert zu einer fünfschiffigen hallenartigen Kirche erweitert.

Um 1300 stritten der Pfarrer und die Äbtissin des unmittelbar benachbarten Kanonissenstifts Sankt Maria im Kapitol (vormals Benediktinerinnenabtei) um die Zugehörigkeit zu dem Stift.
Nach der Aufhebung der Pfarrei infolge der Säkularisation 1802, wurde die Pfarrgemeinde „zusammen mit wertvollen Ausstattungsstücken“ (Tafel am Gebäude) im Jahr 1803 an die ehemalige Stiftskirche St. Maria im Kapitol übertragen und die Kirche geschlossen. Der aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts stammende gotische Westturm (laut Tafel am Gebäude von 1460-83) wurde seitdem als Glockenturm für St. Maria genutzt.
Im Jahr 1824 wurde Klein St. Martin – zu diesem Zeitpunkt immer noch eine fünfschiffige hallenartige Anlage – schließlich bis auf den Westturm abgerissen.
Nachdem der Turm in der Nacht vom 30. zum 31. Mai 1942 ausgebrannt war, wurde er später wieder mit einem einfachen Pyramidendach aufgebaut.
1954 wurde in dessen Untergeschoss eine Andachtskapelle eingerichtet, die von einer Marienfigur des 15. Jahrhunderts geschmückt wird, die „aus dem Umkreis des Bildhauers K. Kuyn“ stammt (Wilhelm 2008) – dem Kölner Dombaumeister und zugleich einem der bedeutendsten Steinbildhauer seiner Zeit Konrad Kuene van der Hallen (1400/1410-1469, auch Coene, Koene, Kuen oder Kuyn).
Das Bronzeportal zum Kapellenraum im Untergeschoss von 1963 wurde von dem Kölner Bildhauer und Medailleur Heribert bzw. Herbert Calleen (geboren 1924) geschaffen. Es stellt das Thema „Sieben Werke der Barmherzigkeit“ dar. Sieben entsprechende Darstellungen sind um einen „Ecce Homo“ gruppiert, den gefolterten und mit Dornenkrone gekrönten Jesus von Nazaret.
Den Turm krönt eine Wetterfahne mit Darstellung des Heiligen Martin von Tours (um 316/317-397), die von dem in Köln geborenen Bildhauer Elmar Hillebrand (1925-2016) geschaffen wurde.

Lage und Objektgeometrie
Die hiesige Objektgeometrie orientiert sich an der Kartendarstellung in der zwischen 1836 und 1850 erarbeiteten Preußischen Uraufnahme, die Klein St. Martin in Nord-Süd-Erstreckung zeigt. In der Karte „Kirchliche Organisation und Verteilung der Confessionen, Übersicht über die Kölner Kirchen (...) c. 1610“ im Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz (Wilhelm Fabricius, 1894) sind Pfarreibezirk und Kirche Klein St. Martin ebendort mit den Nummern IV bzw. 19 verzeichnet (vgl. Kartenansicht und Abbildung).

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2017)

Die katholische Pfarrkirche Klein-St. Martin mit Turm und Kapelle ist eingetragenes Baudenkmal (Köln BauD lfd. Nr. 1010, LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, Datenbank-Nr. 72507).

Quelle
Tafel am Gebäude (vgl. Abbildung).

Internet
de.wikipedia.org: Klein St. Martin (abgerufen 02.05.2017)
de.wikipedia.org: Konrad Kuene van der Hallen (abgerufen 02.05.2017)

Literatur

Engels, Odilo (2006)
Klöster und Stifte von der Merowingerzeit bis um 1200. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, IX.2.) S. 52, Bonn.
Wilhelm, Jürgen (Hrsg.) (2008)
Das große Köln-Lexikon (2. Auflage). S. 251, Köln.

Pfarrkirche Klein Sankt Martin

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Augustinerstraße
Ort
50667 Köln - Altstadt-Süd
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Auswertung historischer Karten
Historischer Zeitraum
Beginn vor 1130, Ende nach 1802
Koordinate WGS84
50° 56′ 7,91″ N, 6° 57′ 32,84″ O / 50.93553°, 6.95912°
Koordinate UTM
32U 356600.32 5644639
Koordinate Gauss/Krüger
2567464.3 5644912.83

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Empfohlene Zitierweise
„Pfarrkirche Klein Sankt Martin”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-267740 (Abgerufen: 24. Mai 2018)
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