Ruine der Ummigstalbrücke

Straßenbücke der Wahnbachtalstraße über den Ummigsbach bzw. Ummigbach oder Ummingsbach, Ummingsbachbrücke, Ummigsbachtalbrücke

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Siegburg
Kreis(e): Rhein-Sieg-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Die Ruine der Ummigstalbrücke bei Siegburg-Seligenthal (2016).

    Die Ruine der Ummigstalbrücke bei Siegburg-Seligenthal (2016).

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  • Historische Aufnahme: Die Ummigsbachtalbrücke während der Bauzeit 1925-1927.

    Historische Aufnahme: Die Ummigsbachtalbrücke während der Bauzeit 1925-1927.

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  • Informationstafel zur Ummigstalbrücke der Wahnbachtalstraße bei Seligenthal (2016).

    Informationstafel zur Ummigstalbrücke der Wahnbachtalstraße bei Seligenthal (2016).

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  • Ummigsbachtalbrücke, Reste mit Brückenbogen (2016)

    Ummigsbachtalbrücke, Reste mit Brückenbogen (2016)

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  • Wahnbachtalstraße und Ummigsbachtalbrücke, während der Bauzeit 1925-1927

    Wahnbachtalstraße und Ummigsbachtalbrücke, während der Bauzeit 1925-1927

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  • Die Wahnbachtalstraße mit der Ummigsbachtalbrücke im Bildhintergrund, im Vordergrund das Bauzuggleis (Aufnahme vor der Eröffnung 1927).

    Die Wahnbachtalstraße mit der Ummigsbachtalbrücke im Bildhintergrund, im Vordergrund das Bauzuggleis (Aufnahme vor der Eröffnung 1927).

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  • Ummigsbachtalbrücke, Aufnahme aus der Bauzeit 1925-1927.

    Ummigsbachtalbrücke, Aufnahme aus der Bauzeit 1925-1927.

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  • Ummigsbachtalbrücke, während der Bauzeit 1925-1927.

    Ummigsbachtalbrücke, während der Bauzeit 1925-1927.

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  • Wahnbachtalstraße und Ummigsbachtalbrücke. Mit Blick auf Kloster Seligenthal (1927)

    Wahnbachtalstraße und Ummigsbachtalbrücke. Mit Blick auf Kloster Seligenthal (1927)

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Die verbliebenen Reste der Ummigsbachbrücke – ein Teil alten Wahnbachtalstraße – liegen westlich der Seligenthaler Straße zwischen dem früheren Franziskanerkloster Seligenthal und der Staumauer der Wahnbachtalsperre. Laut einer Informationstafel am „Mönchweg Sieg“ vor Ort ist die Ruine „als eigenwilliges Baudenkmal Teil der wechselvollen Geschichte des Siegtals“ (vgl. Abbildung in der Mediengalerie).
Das überquerte Fließgewässer wird hier der Deutschen Grundkarte DGK 5 folgend „Ummigsbach“ benannt; andere Karten oder Quellen führen den Bach auch als „Ummigbach“ bzw. „Ummingsbach“ (so Google Maps).

Baugeschichte und Ende der Brücke
Pläne für eine verbesserte Verkehrsverbindung zwischen der Gemeinde Much und der Stadt Siegburg gab es bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts, man plante seinerzeit zunächst eine Bahnstrecke. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde dieses Vorhaben wieder aufgenommen – nun allerdings als Straßenverbindung, deren 1925 begonnener Bau zugleich auch als Strukturförderungsmaßnahme die Arbeitslosigkeit in der Region mildern sollte.
Die 1927 fertig gestellte Straße folgte zwischen Seligenthal und Bruchhausen weitgehend dem ursprünglichen Tal des Wahnbachs, außerdem wurde sie auch zur Erprobung unterschiedlicher Fahrbahnbeläge genutzt, etwa Asphalt, Beton oder Stein. Die Straße querte über 21 zumeist kleinere Brücken aus Stampfbeton mit Bruchsteinverkleidung den Wahnbach. Zwei größere Brücken querten das Derenbach- und das Ummigsbachtal. Der nur wenige hundert Meter lange Ummigsbach mündet aus nordwestlicher Richtung kommend bei Kloster Seligenthal in den Wahnbach.
Die beiden zentralen Brückenbögen wurden nur wenige Tage vor Kriegsende am 8. April 1945 von einem deutschen Wehrmachtsverband auf dem Rückzug vor einmarschierenden Amerikanern gesprengt.
Zu einem Wiederaufbau kam es nicht, zumal die alte Wahnbachtalstraße ab 1954 durch den Bau der Talsperre verschwand bzw. auf andere Routen verlegt wurde. Sie tritt heute erst wieder nördlich des Stausees bei Bruchhausen bzw. Herkenrath (Gemeindeteile von Neunkirchen-Seelscheid) als Landstraße L 189 in Erscheinung.

Aktuelle Situation und Legendenbildung
Die Brückenrampen wie auch der Straßenanschluss sollen noch vor ein paar Jahren frei und zugänglich gewesen sein (www.pigasus.de). Heute ist die weitgehend überwucherte Brückenruine nur noch zu Fuß zugänglich und die Zufahrt zu ihr gesperrt (über die Seligenthaler Straße bzw. Talsperrenstraße, die beide zu der Staumauer der Talsperre führen).
Ein nahe gelegener Steinbruch, das benachbarte Klösterchen mit Pestkapelle und schon alleine seine pure Größe förderten wohl stets die Bildung von Legenden um das Bauwerk. Unter anderem wurde von geheimen Rüstungsanlagen im Berg während des Zweiten Weltkriegs gemunkelt und ein bis heute ungeklärter Mord soll sich hier in den 1950er Jahren ereignet haben: „Ein Auto wurde samt Insassen über die Abbruchkante der Ruine geschoben.“ (ebd., ohne Beleg)

Auch wenn die eingangs zitierte Informationstafel die Ruine als Baudenkmal bezeichnet, ist sie dies im denkmalrechtlichen Sinne nicht.

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2016)

Internet
www.pigasus.de: Lost sites – Wahnbachtalstraße und Brücke über den Ummigbach (abgerufen 10.11.2016/)
de.wikipedia.org: Wahnbachtalsperre (abgerufen 10.11.2016)

Literatur

Kamp, Michael; Ruland, Peter; Wagner, Robert (Hrsg.) (2016)
Bergische Wege. Bewegung im Bergischen Land gestern ‒ heute ‒ morgen. (Geschichtsverein Rösrath e.V., Bd. 46.) S. 171-178, Rösrath.
Siebert-Gasper, Dieter (2016)
Vor rund 90 Jahren als "erste Kreisstraße" gebaut ‒ die Wahnbachtalstraße. In: Jahrbuch des Rhein-Sieg-Kreises 2017, S. 82-91. Siegburg.

Ruine der Ummigstalbrücke

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Seligenthaler Straße
Ort
53721 Siegburg
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1925, Ende 1945
Koordinate WGS84
50° 48′ 11″ N, 7° 16′ 43,69″ O / 50.80305°, 7.2788°
Koordinate UTM
32U 378717.36 5629336.14
Koordinate Gauss/Krüger
2590190.47 5630517.31

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Empfohlene Zitierweise
„Ruine der Ummigstalbrücke”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-258319 (Abgerufen: 15. November 2018)
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