Neffelbachaue (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Köln 135)

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege, Landeskunde, Raumplanung, Archäologie
Gemeinde(n): Kerpen (Nordrhein-Westfalen), Nörvenich, Vettweiß, Zülpich
Kreis(e): Düren, Euskirchen, Rhein-Erft-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Zufahrt zu Burg Sievernich (2015)

    Zufahrt zu Burg Sievernich (2015)

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Die Neffelbachaue ist hier beschrieben als bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich (KLB) wie im Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Köln. Die wertbestimmenden Merkmale der historischen Kulturlandschaft werden für die Maßstabsebene der Regionalplanung kurz zusammengefasst und charakterisiert.

Bachaue (von Bessenich bis Niederbolheim) in der offenen Bördelandschaft mit zahlreichen mittelalterlichen Burgen und Mühlen im Auenbereich, Dörfern und Kirchen an und auf der Terrassenkante; historischer Grenzbereich zwischen Kurköln und Jülich; Altsiedelland mit prähistorischem Straßenverlauf, erhaltenes geoarchäologisches Archiv in den Ablagerungen der Aue:

Mönchhof bei Bessenich: große vierflügelige Hofanlage des 18./19. Jahrhunderts in charakteristischer Alleinlage (ehemals des Klosters Steinfeld), früher bis auf die Südseite von Wassergräben umgeben; im Westen eine große wasserumgebene Garteninsel (Bodendenkmal), an der Zufahrt Kapelle von 1710; ehemalige Wassermühle (erstmals erwähnt 16. Jahrhundert).

Kirchdorf Sievernich mit neugotischer katholischer Kirche (Architekten V. Statz, Lange, Nagelschmidt) und historischen Fachwerk- und Backsteinhöfen, im Südosten in Ortsrandlage zweiteilige Wasserburg (15./19. Jahrhundert), Vorburg von 1943, Graben und Gartenanlagen (auch Bodendenkmal).

Kirchdorf Disternich mit katholischer Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt (18. Jahrhundert), Gutshöfen und Fachwerkhäusern; in der Aue wasserumwehrte zweiteilige Hallenburg mit Herrenhaus des 16. Jahrhunderts und Vorburg des 20. Jahrhundert (nach Zerstörung im Zweiten Weltkrieg). – Westlich des Ortes in der Neffelbachaue Grabenanlage der Schenkenburg / Wilhelmsburg (Bodendenkmal).

Burg Müddersheim, wasserumwehrte rechteckige Burganlage mit freistehendem barockem Herrenhaus von 1718-20 und dreiflügeligem Wirtschaftshof, umgeben von großer Parkanlage mit barockem Gartenpavillon; Mühlen des 18./19. Jahrhunderts, Wegekreuz von 1775 am Talhang in Sichtachse zum Eingang, Obstwiesen / -weiden; Antonius-Kapelle von 1669 mit Grabstätte und Allee zur Burg. – Dorf Müddersheim mit katholischer Kirche St. Amandus von 1777/1778 unmittelbar am Schlosspark (Mauer) und Bauernhöfen in Fachwerk und Backstein. – Westlich des Baches ehemalige Ziegelei (Ruine) mit zugehörigen Tongruben, Schornstein als Landmarke.

Burg Gladbach, in charakteristischer Ortsrandlage gelegene zweiteilige barocke Wasserburg mit mittelalterlichem Kern; anschauliche, charakteristische Situation mit Wassergräben und parkartig gestalteter Auenlandschaft, Alleen; östlich der Burg große mittelalterliche Grabenanlage (Bodendenkmal). – Westlich des Bachs das Kirchdorf Gladbach mit Pfarrkirche St. Peter (15./16. Jahrhundert), einer zweischiffigen Hallenkirche; Wassermühle (erstmals erwähnt 15. Jahrhundert).

Bei Lüxheim jüdischer Friedhof von 1886; östlich des Ortes in der Aue große mittelalterliche Grabenanlage Dunkelsburg (Bodendenkmal).

Rengershauser und Eggersheimer Mühle (erstmals erwähnt 16. Jahrhundert).

Kirchdorf Hochkirchen mit romanisch-gotischer Pfarrkirche St. Viktor, mächtiger Kirchturm mit barocker Haube in landschaftsbeherrschender Lage am östlichen Steilhang des Neffelbachs; Pfarrhof, Friedhof.

Kirchdorf Nörvenich mit altem Kern zwischen spätgotischer Hallenkirche St. Medardus und Gymnicher Burg: dreiflügelige, von einem Zwinger umgebene Hauptburg und vierflügelige Vorburg, 14.-18. Jahrhundert; Untere Mühle (19. Jahrhundert); Harff‘sche Burg (Ruine) von 1565 mit Trompeterhof (18. Jahrhundert). – Im nördlich anschließenden Wald Burghügel mit Resten der hochmittelalterlichen Alten Burg, nördlich des Ortes großer römischer Siedlungsplatz (Bodendenkmal).

In Oberbolheim Kapelle St. Antonius, 16. Jahrhundert, mit romanischem Kern, umgebender Kirchhof. – Erinnerungsmal des abgebrochenen und umgesiedelten Dorfes Oberbolheim. Niederbolheim mit Gut Sophienhöhe (1870; auch Burg Niederbolheim genannt) und Villa Sophienhöhe (1899, Landmarke) sowie Motte Spießburg (Bodendenkmal), Antoniterhof und Wirtgeshof in breiter Talaue; auf der Anhöhe ein Turm (Inschrift 1867, J. Commer) und eingefriedetes Wegekreuz unbekannter Herkunft.

Kulturlandschaftliches und denkmalpflegerisches Ziel im Rahmen der Regionalplanung ist eine erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung, insbesondere
  • Bewahren und Sichern der Elemente und Strukturen, von Ansichten und Sichträumen von historischen Stadt- und Ortskernen sowie des industriekulturellen Erbes
  • Bewahren und Sichern der Elemente, Strukturen und Sichträume von Adelssitzen und Hofanlagen
  • Bewahren des Kulturlandschaftsgefüges
  • Wahren als landschaftliche Dominante
  • Sichern kulturgeschichtlich bedeutsamer Böden
  • Bewahren und Sichern archäologischer und paläontologischer Bodendenkmäler in ihrem Kontext

Aus: Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.): Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Köln. Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung, Köln 2016.

Internet
Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Köln (abgerufen am 01.10.2016)

Literatur

Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.) (2016)
Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Köln. Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung. S. 163f, Köln.

Neffelbachaue (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Köln 135)

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege, Landeskunde, Raumplanung, Archäologie
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:25.000 (kleiner als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 2016
Koordinate WGS84
50° 46′ 43,3″ N, 6° 38′ 55,35″ O / 50.77869°, 6.64871°
Koordinate UTM
32U 334236.38 5627851.07
Koordinate Gauss/Krüger
2545797.64 5627228.08

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„Neffelbachaue (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Köln 135)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-252112 (Abgerufen: 26. Mai 2018)
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