Neyetalsperre

Neye-Talsperre

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Wipperfürth
Kreis(e): Oberbergischer Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Die Neyetalsperre wurde zwischen 1905 und 1908 als Trinkwassertalsperre von der Stadt Remscheid gebaut. Erste Planungen gehen auf das Jahr 1902 zurück, als deutlich wurde, dass die benachbarte Eschbachtalsperre den durch Industrialiserung und Bevölkerungswachstum gestiegenen Wasserbedarf der Stadt Remscheid nicht mehr decken konnte.
Die 33,8 Meter hohe und 260 Meter lange Staumauer besteht aus Bruchsteinen. Es handelt sich um eine gekrümmte Gewichtsstaumauer, die nach dem Intze-Prinzip errichtet wurde. Das Sperrbauwerk steht unter Denkmalschutz und wird wegen seiner historisierenden Formensprache gerne mit mittelalterlichen Stadtmauern verglichen. In den Jahren 1964 bis 1969 erfolgte eine komplette Sanierung der Mauer.
Das Fassungsvermögen der seit 2007 vom Wupperverband betreuten Talsperre beträgt 6 Mio. Kubikmeter. Über Rohre bestehen unterirdische Verbindungen zur Bevertalsperre, zur Schevelinger Talsperre und zum Mühlenteich Wasserfuhr. Dieser Verbund wird als „Bever Block“ bezeichnet. Er gewährleistet die Wasserregulation in der Bevertalsperre.

Bis 2004 wurde die Talsperre zur Trinkwasserversorgung genutzt, seit dem wird sie nur noch zur Notversorgung der Stadt Remscheid bereitgehalten. Die Stadt bezieht ihr Trinkwasser nun aus der Großen-Dhünn-Talsperre. Die Funktion der Neyetalsperre liegt damit heute vorrangig im Hochwasserschutz, der Niedrigwasseraufhöhung und im ökologischen Bereich. Sie ist gleichzeitig ein wichtiges Naherholungsgebiet.

Da es sich beim Bau der Talsperre um eine reine Trinkwassertalsperre handelte, kam es in der Folgezeit zur Aufgabe einiger landwirtschaftlich geprägter Siedlungen am nördlichen Hang (zum Beispiel Wüstung Kausemannsbirken), um den Eintrag von die Wasserqualität beeinträchtigenden Emissionen zu verhindern.

(Martina Gelhar/Nicole Schmitz, LVR-Fachbereich Regionale Kulturarbeit/Abteilung Landschaftliche Kulturpflege, 2016)

Die Staumauer der Neyetalsperre ist ein eingetragenes Baudenkmal (Denkmalliste der Gemeinde Wipperfürth, laufende Nr. 32; LVR-ADR, ObjNr. 12103).

Literatur

Blankertz, Wilhelm (1927)
Hückeswagen. Ein Heimat- und Wanderbüchlein. o. O.
Lochert, Martin (1985)
Zur Geschichte des Talsperrenbaus im Bergischen Land vor 1914. In: Neues Bergisches Jahrbuch 2 (1985/86), S. 108-127. o. O.
Weiser, Christiane Karin (1991)
Die Talsperren in den Einzugsgebieten der Wupper und der Ruhr als funktionales Element in der Kulturlandschaft in ihrer Entwicklung bis 1945. Eine historisch-geographische Prozessanalyse. Dissertation, Philosophische Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms Universität Bonn. Bonn.

Neyetalsperre

Schlagwörter
Ort
Wipperfürth
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Geländebegehung/-kartierung, Literaturauswertung, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1905 bis 1908
Koordinate WGS84
51° 08′ 24,05″ N, 7° 24′ 23,1″ O / 51.14001°, 7.40642°
Koordinate UTM
32U 388518.8 5666602.59
Koordinate Gauss/Krüger
2598470.8 5668164.31

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„Neyetalsperre”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-NF-20060919-0029 (Abgerufen: 24. Mai 2018)
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