Bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich Uedem - Uedemerbruch - Uedemerfeld (KLB 11.03)

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Raumplanung
Gemeinde(n): Kalkar, Kevelaer, Sonsbeck, Uedem, Xanten
Kreis(e): Kleve (Nordrhein-Westfalen), Wesel
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Hohlweg in Uedemerfeld mit einer alten Eiche (2011).

    Hohlweg in Uedemerfeld mit einer alten Eiche (2011).

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  • Aus nördlicher Richtung aufgenommenes Luftbild: Haus Kolk bei Uedem mit der umgebenden Gräfte (2011)

    Aus nördlicher Richtung aufgenommenes Luftbild: Haus Kolk bei Uedem mit der umgebenden Gräfte (2011)

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  • Die translozierte historische Scheune bei Haus Kolk in Uedem (2009).

    Die translozierte historische Scheune bei Haus Kolk in Uedem (2009).

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  • Typischer Blick auf feuchtes Grünland im Uedemerbruch (2011)

    Typischer Blick auf feuchtes Grünland im Uedemerbruch (2011)

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  • Entwässerungsgraben im Uedemerbruch (2011)

    Entwässerungsgraben im Uedemerbruch (2011)

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  • Haus Kolk in Uedem von Norden aus gesehen (2011).

    Haus Kolk in Uedem von Norden aus gesehen (2011).

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  • Baumgruppe im westlichen Teil des Uedemerbruchs (2011)

    Baumgruppe im westlichen Teil des Uedemerbruchs (2011)

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  • Baumreihen gliedern die landwirtschaftlichen Nutzflächen im Uedemerbruch (2011)

    Baumreihen gliedern die landwirtschaftlichen Nutzflächen im Uedemerbruch (2011)

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  • Aufgegebenes Wirtschaftsgebäude im nordwestlichen Teil des Uedemerbruchs (2011)

    Aufgegebenes Wirtschaftsgebäude im nordwestlichen Teil des Uedemerbruchs (2011)

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  • Blick von der Hohen Mühle in Uedem auf Uedemerfeld (2011)

    Blick von der Hohen Mühle in Uedem auf Uedemerfeld (2011)

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Der bedeutsame Kulturlandschaftsbereich Uedem - Uedemerbruch - Uedemerfeld ist hier beschrieben als bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich (KLB) wie im Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Landesentwicklungsplan Nordrhein-Westfalen.

Das Uedemer Feld nimmt den südöstlichen Teil der pleistozänen Sander der hochwasserfreien Mittelterrasse ein, die sich 23 Kilometer lang vom Reichswald im Westen über die Gocher Heide bis Uedem im Osten erstreckt. Die Böden um Uedem bieten gute Ertragsmöglichkeiten für den Ackerbau. Bei Buchholt zieht sich durch den Kalbecker Wald auf eine Länge von 2 Kilometer beiderseits des alten Reutersweges ein ausgedehntes Grabhügelfeld, das aus mehr als 1000 Hügeln besteht. Wenige Hügel entstammen dem Neolithkum, die große Mehrzahl reicht von der späteren Bronzezeit bis in die frühere Jungeisenzeit (Niederrheinische Grabhügelkultur), also in etwa zwischen 2000 bis 400 v. Chr. Diese fanden sich einst an der gut sichtbaren Geländestufe der damals waldlosen Flugsanddünen. Weitere Fundstellen dieses Zeitraumes finden sich am Paulsberg, im Bereich des Gochfortzberges sowie im Norden angrenzenden Totenhügeln.

Für die Römerzeit ist das Gräberfeld von Keppeln mit 92 germano-römischen Gräbern wichtig, denn es stellt den einzigen bislang entdeckten Friedhof mit wesergermanischen Funden am linken Niederrhein dar. Es waren meist einheimische Brandgräber mit ärmlichem Inhalt an vorwiegend römischem Inventar und datieren von ca. 70 bis in den Anfang des 3. Jahrhunderts. Hinzu kommen lediglich zwei römischen Fundstellen am Paulsberg und am Klutenberg.

Bis zur Ersterwähnung des Ortes Odeheimero für das Jahr 866 gibt es nur zwei fränkische Fundstellen, in Keppeln und am Südrand von Uedem.

Der Kulturlandschaftsbereich ist strukturiert mit abwechselnden, durch Entwässerungsgräben begrenzten Landnutzungsformen aus Grünland, Ackerland und Waldstreifen sowie gereihten tradierten Einzelhöfen aus Backstein am Rande der Sanderfläche und im ehemaligen Bruch mit gekammertem Charakter. Bemerkenswert ist die datierbare geschlossene Raumstruktur aus dem 13. Jahrhundert mit einer entsprechenden Raumwirksamkeit bis heute.

Östlich von Uedem entstand die Waldhufensiedlung Uedemerfeld, die 1236 erstmals erwähnt wurde. Es handelt sich um eine Siedlung mit locker gereihten Einzelhöfen ohne einen deutlich ausgeprägten Ortskern am Rande der Sanderfläche und des ehemaligen Bruchs. Die Bruchkultivierung Uedemerbruch entstand als systematisch angelegte Kolonisationssiedlung 1295 mit Streifenparzellierung (Hufen) nach holländischem Beispiel, die ständiger Entwässerung bedurfte.

In dem östlich anschließenden Hochwald finden sich zahlreiche vorgeschichtliche Grabhügel. Einige der Gräber datieren in die Ältere Eisenzeit. Der Wald selbst gehört zu den aus frühmittelalterlichem Königsgut hervorgegangenen bzw. erhaltenen Staatsforsten. Er wird auch heute noch an der Westseite in großen Bereichen von einem mächtigen Wall und Graben umsäumt.

Spezifische Ziele und Leitbilder:
  • Bewahrung der historischen Flurmuster;
  • Bewahrung der archäologischen Substanz;
  • extensive Landnutzung;
  • Erhalt der Feuchtböden als Bodenarchiv;
  • keine weiteren Ausweisungen von Rohstoffgewinnungsflächen.
Aus: Landschaftsverband Westfalen-Lippe und Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.): Kulturlandschaftlicher Fachbeitrag zur Landesplanung in Nordrhein-Westfalen. Münster, Köln. 2007

Internet
Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung in NRW (Abgerufen: 22.02.2015)

Literatur

Landschaftsverband Westfalen-Lippe; Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.) (2007)
Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung in Nordrhein-Westfalen. Grundlagen und Empfehlungen für die Landesplanung (Kulturlandschaftlicher Fachbeitrag zur Landesplanung in Nordrhein-Westfalen / Fachgutachten zum Kulturellen Erbe in der Landesplanung). S. 76, Münster, Köln.

Bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich Uedem - Uedemerbruch - Uedemerfeld (KLB 11.03)

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Raumplanung
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:25.000 (kleiner als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 2001
Koordinate WGS84
51° 39′ 58,83″ N, 6° 19′ 39,37″ O / 51.66634°, 6.3276°
Koordinate UTM
32U 315193.02 5727310.64
Koordinate Gauss/Krüger
2522709.07 5725830.14

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„Bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich Uedem - Uedemerbruch - Uedemerfeld (KLB 11.03)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-EK-20080730-0062 (Abgerufen: 27. Mai 2017)
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