Topographische Merkmale für Blattweiser zum Klevischen Kataster in der Gemarkung Uedemerfeld

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Kalkar, Kevelaer, Uedem
Kreis(e): Kleve (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Die Geometrie markiert die Aufteilung in sogenannte Blattweiser, die sich an topographischen Merkmalen wie Wege und Gräben in der Kulturlandschaft orientieren. Es handelt sich dabei um einzelne Kartenblätter (Folien) des Klevischen Katasters von 1734 in der heutigen Gemarkung Uedemerfeld: die Blätter Nr. 5 bis 9.

Das Klevische Kataster wurde auf Anordnung des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. zwischen 1731 und 1738 im Rahmen einer Steuerreform für die klevischen Ämter und Herrlichkeiten erstellt. Es besteht aus einem Kartenbuch und einem Register. In diesem Zusammenhang wurde das gesamte Gebiet des preußischen Herzogtums Kleve durch preußische Ingenieur-Offiziere kartiert. Ausnahmen hieraus bildeten die damals bereits bestehenden Kartenwerke, die im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts z.B. für die Vermessung von Deichschauen vermessen und kartiert worden sind.

Die Städte, die ein eigenes Rechts- und Steuersystem hatten, sind nicht kartiert worden.

Letztendlich ist die Umsetzung der Steuerreform an dem Widerstand der klevischen Stände gescheitert.

Es hat sich bei kulturlandschaftlichen Untersuchungen im Amt Gennep (Aymans 1984; Aymans 1986; Aymans, Burggraaff und Jansen 1988, S. 37-39) herausgestellt, dass die trigometrisch durchgeführten Vermessungen von 1731 bis 1738 sehr genau sind. Auf den klevischen Katasterkarten sind lediglich die Stadtumrisse dargestellt worden.

Mit diesen Karten kann die frühneuzeitliche Kulturlandschaft mit den Landnutzungen, den Siedlungen, dem Wege- und Gewässernetz usw. um 1730 kartographisch rekonstruiert werden.

Der dargestellte Blattweiser der einzelnen Folio-Kartenblätter kann somit in KuLaDig auf topographische Karten im Maßstab von 1:10.000 bis 1:100.000, auf der deutschen Grundkarte im Maßstab 1:5.000 und auf Luftbildern dargestellt werden. Darüber hinaus ist der Blattweiser für die Montage der einzelnen Kartenblätter sehr hilfreich.

Die klevischen Katasterkarten bildeten den Ausgangspunkt für die Kulturlandschaftsanalyse im Projekt „Uedemerbruch – Naturschutz und Kulturlandschaft gemeinsam erleben und entwickeln“.

(Peter Burggraaff, Universität Koblenz-Landau, 2013)

Literatur

Aymans, Gerhard (1984)
Amt Asperden und Herrlichkeit Kessel im Herzogtum Kleve. Eine Landnutzungskarte auf der Grundlage der preußischen Katasteraufnahme der Jahre 1732 1736. In: Nachrichten aus dem öffentlichen Vermessungsdienst des Landes Nordrhein Westfalen, 17, S. 202-221. Bonn.
Aymans, Gerhard / Burggraaff, Peter / Jansen, Wolfgang (1988)
De regio Gennep aan de ketting. Gennep, Heijen, Milsbeek, Oeffelt, Ottersum, Ven Zelderheide in kadasterkaarten (1731-1732). Venlo.
Aymans, Gerhhard (1986)
Die preußische Katasteraufnahme im Herzogtum Kleve der Jahre 1731-38. In: Erdkunde 40, S. 14-28. Bonn.
Ketter, Kurt (1929)
Der Versuch einer Katasterreform in Cleve. (Rheinisches Archiv 9.) Bonn.

Topographische Merkmale für Blattweiser zum Klevischen Kataster in der Gemarkung Uedemerfeld

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten
Historischer Zeitraum
Beginn 1734
Koordinate WGS84
51° 40′ 13,08″ N, 6° 17′ 54,49″ O / 51.6703°, 6.29847°
Koordinate UTM
32U 313194.99 5727824.93
Koordinate Gauss/Krüger
2520691.66 5726261.9

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„Topographische Merkmale für Blattweiser zum Klevischen Kataster in der Gemarkung Uedemerfeld”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-80241-20131126-2 (Abgerufen: 26. Mai 2018)
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