Ville Seen Süden (KLV-BK Rheinland 017)

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Die Objektgruppe Ville Seen Süden ist hier beschrieben als Kulturlandschaftselementeverbund ‚Braunkohle im Rheinland' (KLV-BK Rheinland) zugehörig zum bundesweiten Erfassungsprojekt Industriekultur (BKM). Die funktional zugehörigen Objekte der historischen Kulturlandschaft werden für die Maßstabsebene der Flächennutzungsplanung kurz zusammengefasst und charakterisiert.

Zusammen mit dem KLV-BK Ville Seen Nord bilden die beiden KLV-BK die Keimzelle der rheinischen Braunkohlenindustrie. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstanden in diesem Gebiet die ersten Gruben.

Ab Ende des 19. Jahrhunderts wurden aus den Gruben die ersten Tagebaue. Da die Kohle hier von der geringsten Deckschicht des Rheinischen Reviers überdeckt war, wurde sie im Vergleich zu den Tagebauen weiter im Norden in flachen Gruben abgebaut. Zwar schlossen sich im Laufe der Zeit verschiedene Gruben zusammen, aber die Notwendigkeit eines Zusammenschlusses, um die Investitionen für einen Großtagebau zu tätigen, bestand hier noch nicht. Ab 1876/77 produzierten die Gruben hauptsächlich für die nahen gelegenen Brikettfabriken, vorher wurden sogenannte Klütten produziert. Ab 1899 wurde hier im ersten Kraftwerk des Reviers, dem Kraftwerk Berggeist, auch Strom erzeugt. Im Bereich des KLV-BK sind auf historischen Karten die Grube Brühl, die Grube Mariaglück, die Grube Donatus und der Tagebau Berggeist zu erkennen.

Relikte der Gruben sind die zahlreichen Seen. Da der Abraum hier meist aus Kiesen und Sanden sowie Löß und Lößlehmen bestand und schonend verkippt wurde, ergaben sich überwiegend günstige Bedingungen für eine forstliche Rekultivierung mit wechselnden, aber meist günstigen Substraten. Häufig wurden auch Aschen und Schlacken aus der Kohleverbrennung und der Brikettproduktion abgelagert. Es wurden verschiedene Baumarten gepflanzt, da man damals noch nicht wusste, welche Baumarten für den Standort am besten geeignet sind. Dies geschah in diesem Gebiet größtenteils bis 1930. Die Seen Obersee, Mittelsee, Untersee, Entenweiher, Donatussee, Villenhofer Maar, Pingsdorfer See, Forsthausweiher, Lucretiasee und Berggeistweiher sind Relikte der Gruben. Die Namen einiger Seen weisen noch auf die Namen der Gruben hin. Die Flächen zwischen den Seen sind bewaldet und stehen teilweise unter Naturschutz.

Im Zusammenhang mit der Braunkohlenindustrie entstand im Nordwesten des KLV-BK die mit den Gruben verbundene Werkssiedlung Donatusdorf. Diese wurde für die Arbeiter der gleichnamigen Brikettfabrik und Grube errichtet.

(Matthias Wirtz-Amling, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2024)

Internet:
www.forschungsstellerekultivierung.de: Forstwirtschaftliche Rekultivierung (abgerufen 24.11.2023)
www.rheinische-industriekultur.com: Kraftwerk Frimmersdorf I (abgerufen 24.11.2023)
de.wikipedia.org: Grube Donatus (abgerufen 24.11.2023)
www.kuladig.de: Ville Seenplatte (abgerufen 24.11.2023)

Ville Seen Süden (KLV-BK Rheinland 017)

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Fachsichten
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege

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Matthias Wirtz-Amling (2024), „Ville Seen Süden (KLV-BK Rheinland 017)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/SWB-356290 (Abgerufen: 8. Juli 2026)
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