Draiser Hof

Hof Drais, Weingut Baron zu Knyphausen

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Eltville am Rhein
Kreis(e): Rheingau-Taunus-Kreis
Bundesland: Hessen
Siedlungsentwicklung
Der ehemalige Wirtschaftshof des Klosters Eberbach wurde 1163 erstmalig als cellarium (Kellerei) erwähnt; wie Reichartshausen war er auch Stapelplatz für den Weintransport auf dem Rhein. Der Name soll sich von Triesch - wasserreiche Stelle - herleiten (andere Deutungen führten ihn wohl fälschlich auf den römischen Personennamen Drusus zurück).
Das sumpfige Gelände, eine Schenkung des Mainzer Erbischofs Markolf von 1141, wurde durch umfangreiche Erdarbeiten bebaubar gemacht, das Areal der Grangie durch Schenkungen und Ankäufe über den gesamten westlich von Eltville gelegenen Gemarkungsbereich erweitert.

Nach Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg wurde der Hof neu erbaut. 1803 gelangte er als Schenkung des Fürsten Friedrich August von Nassau-Usingen an Freiherrn von Gagern, durch Verkauf 1815 an den Eltviller Amtskeller Herber, 1828 an Freiherr von Bodelschwingh-Plettenberg. Danach Familienbesitz des Freiherrn von Knyphausen.

Baulichkeiten
Der Draiser Hof liegt außerhalb von Eltville, am östlichen Rand von Erbach. Ehemals frei in der Landschaft gelegenen, grenzt die Gutsanlage jetzt im Norden und Westen an Neubaugebiete.

Hauptgebäude
Hofhaus innerhalb des weiträumigen, rechteckigen, von einer Mauer umgebenen Hof und Gartenbereichs entstand 1727 nach Entwurf des aus Walluf stammenden Eberbacher Klosterarchitekten P. Bernardus Kirn. Schlichter zweigeschossiger Massivbau mit nach einer Seite ganz, nach der anderen halb abgewalmtem Schieferdach mit kleinen Gauben. Regelmäßige Gliederung in 11 Fensterachsen, leicht außermittiger Eingang. Im Inneren der Diele alter Bodenbelag aus roten und weißen Sandsteinplatten.
Vor dem Haus zwei barocke Sockel für Figuren, ehemals Allegorien der vier Jahreszeiten (kriegszerstört), eine davon teilweise erhalten und modern ergänzt.

Nebengebäude
Westlich des Hauptgebäudes kleine quadratische Remise mit Walmdach, sogenanntes Kohlenhaus, massiv, ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert stammend.
An der Nordostecke des Grundstückes das winkelförmige Kelterhaus aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts; der Mittelrisalit war (nach Inventar 1965) früher durch ein Giebeldreieck abgeschlossen. Das Gebäude wurde kürzlich modern umgestaltet.
Die übrigen Wirtschaftsgebäude jünger.

Grünanlage
Das eingefriedete Gutsgelände ist teils parkartig angelegt, teils mit Weinstöcken besetzt. Ein Teich mit Wasserlauf soll noch auf die Ursprungszeit des Hofes zurückgehen.

(Hessisches Landesamt für Denkmalpflege, 2011)

Literatur

Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.) (2012)
Kulturlandschaftsschutz auf der kommunalen Ebene. Managementplan für die nachhaltige Entwicklung der Kulturlandschaft des Rheingau-Taunus-Kreises. (Arbeitsheft des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen 22.) Wiesbaden.
Söder, Dagmar (2010)
Klosterlandschaft Eberbach. Das Kloster Eberbach als Wirtschaftsbetrieb und seine Spuren in der Rheingauer Landschaft. In: Meier, Johannes (Hrsg.): Klöster und Landschaft. Das kulturräumliche Erbe der Orden, (Schriftenreihe des Westfälischen Heimatbundes.) S. 39-59. Münster.
Söder, Dagmar / Landesamt für Denkmalpflege Hessen (LfDH) (Hrsg.) (2013)
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Hessen: Rheingau-Taunus-Kreis I. (Altkreis Rheingau). Wiesbaden.

Draiser Hof

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Erbacher Straße
Ort
65343 Eltville am Rhein
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kulturdenkmal gem. § 9 DSchG Hessen
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Fernerkundung, Auswertung historischer Karten
Historischer Zeitraum
Beginn 1163
Koordinate WGS84
50° 01′ 19,32″ N, 8° 06′ 15,08″ O / 50.02203°, 8.10419°
Koordinate UTM
32U 435829.66 5541464.81
Koordinate Gauss/Krüger
3435879.07 5543242.06

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„Draiser Hof”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/P-TB-20110316-0023 (Abgerufen: 11. Dezember 2017)
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