Deiler Mühle im Deilbachtal in Kupferdreh

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Denkmalpflege
Gemeinde(n): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Industrielle Kulturlandschaft Deilbachtal, Blick von der Huntebrücke Richtung Westen zum Deilmannshof und Deiler Mühle (2009)

    Industrielle Kulturlandschaft Deilbachtal, Blick von der Huntebrücke Richtung Westen zum Deilmannshof und Deiler Mühle (2009)

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    Lipfert, Kathrin
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    Lipfert, Kathrin
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Unmittelbar an der ehemaligen Prinz-Wilhelm-Bahn, der heutigen Bahnstrecke Essen-Wuppertal/Vohwinkel liegt die Deiler Mühle. Die Deiler Mühle gehörte zu dem benachbarten, schon im 14. Jahrhundert erwähnten Deilmannshof. Die erste urkundliche Nennung der Deiler Mühle stammt von 1522. Das vorhandene Mühlengebäude entstand im 18. mit Veränderungen im 19. Jahrhundert. Es ist ein dreigeschossiger Bau in Bruchsteinmauerwerk mit Traufgesims in Ziegelstein und Satteldach. Die Fenster im Erd- und Obergeschoss, auf den Giebelseiten, auch im zweiten Obergeschoß sind mit schweren Sandsteingewänden gerahmt. Die anderen Fensteröffnungen im zweiten Obergeschoss sind stichbogig in Natur- oder Ziegelstein gemauert. In den Giebeldreiecken befinden sich Rundbogenfenster. Teilweise sind die historischen Metall- und Holzsprossenfenster erhalten. Besonders betont in der fünfachsigen Hauptfront ist die Mittelachse mit einem in Haustein gerahmtem Eingang, Ladetoren in den darüber liegenden Geschossen und Zwerchhaus mit Ladeluke im Dach. Die Müllerwohnung ist separat vom dreiachsigen Nordgiebel aus über eine 7-stufige Treppe und Mitteleingang zugänglich.

Das Mühlrad auf der Rückseite des Mühlengebäudes ist aus jüngerer Zeit. Es handelt sich um eine geschraubte Stahlkonstruktion und entspricht den von Poncelet entwickelten Verbesserungen der Wasserradtechnik. Direkt hinter dem Wasserrad befindet sich ein 1-geschossiger Anbau mit Satteldach.
Bemerkenswert ist auch ein Antriebsrad am Südgiebel, über das auf dem benachbarten Deilmannshof ein Göpelwerk angetrieben wurde.
Im Inneren ist ein Großteil des Mühleninventars aus dem 20. Jahrhundert erhalten. Durch die Wasserradwelle wurde ein großes Kammrad angetrieben. Ein Wechselgetriebe übertrug die horizontale Drehbewegung in die Vertikale. Über Stirnräder wurden die Mahlgangswellen für die im 1. Obergeschoß liegenden drei Mahlgänge angetrieben. Das Korn wurde über drei Aufzugsvorrichtungen auf die oberste Ebene gefördert, gelangte mittels Trichter auf die Mahlsteine. Der älteste Mahlstein stammt von 1662. Zu den Mahlgängen gehören zwei Steinkräne zum Anheben der Mahlsteine. Im Erdgeschoss wurden Schrot und Mehl in Säcken aufgefangen. Weiterhin gibt es eine Reihe von Nebenmaschinen: Trieur (Reinigung), Spitz- und Schälmaschine, Sichter und Haferwalze. Die Mühle wird mit zusätzlich eingebauten modernen Maschinen noch heute durch einen Landhandel zur Herstellung von Futter verwendet.

Gut ablesbar in der Topographie sind Ober- und Untergräben. Der Obergraben zweigt knapp unterhalb der Hundebrücke vom Deilbach ab. Die in Bruchstein gemauerte, gewölbte Einlauföffnung vom Deilbach in den Obergraben ist gut erhalten. Auch der anschließende Graben über die Weide Richtung Nierenhofer Straße ist im Gelände noch gut ablesbar. Der Graben verlief dann parallel zur Straße, vereinigte sich mit einem vom Hang (Deile) zuströmenden Bach, und speiste ursprünglich vor der Mühle einen, zeitweise auch zwei Stauweiher. Vor Mühle und Wasserrad ist der Hauptgraben mit Bruchsteinmauern gefasst. Ein Abzweig für den Überlauf führt im Bogen östlich um die Mühle herum. Das zum Überlauf gehörende Schütz ist nicht erhalten – an seiner Stelle ist der Zufluss zum Wasserrad heute durch eine Mauer gesperrt. Überlaufgraben und Hauptgraben vereinigen sich südlich der Mühle zu einem parallel zur Bahnstrecke verlaufenden, hinter einem Durchlass zum Eisenhammer führenden Untergraben.
Direkt südlich vom Mühlengebäude werden Überlauf- und Hauptgraben durch gemauerte Bogenbrücken überbrückt.

Das Objekt Deiler Mühle ist ein eingetragenes Baudenkmal (Denkmalliste Essen, laufende Nr. 61).

(Walter Buschmann, LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, 2010)

Literatur

Busch, Johann Rainer (2008)
Kupferdreh und seine Geschichte als Teil der Ruhr.2010 Kulturhauptstadt Europas (hrsg. von der Bürgerschaft Kupferdreh). Essen.
Busch, Rainer Johann / Deilmann, Hans Günter / Schäfer, Friedrich (1995)
Das Deilbachtal. Geschichte und seine Bedeutung für Kupferdreh. (Bürgerschaft Kupferdreh e.V., Kupferdreher Hefte, Beiträge zur Geschichte unserer Heimat, Heft 2.) S. 54-58, Essen.
Sölter, Walter (1978)
Die Essener Wasserhämmer. Ruhrlandmuseum Essen. Köln.
(1898)
Führer durch Kupferdreh und Umgebung. Kupferdreh.

Deiler Mühle im Deilbachtal in Kupferdreh

Schlagwörter
Ort
45257 Essen - Kupferdreh
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1825 bis 1840
Koordinate WGS84
51° 23′ 0,64″ N, 7° 06′ 22,54″ O / 51.38351°, 7.10626°
Koordinate UTM
32U 368220.83 5694176.13
Koordinate Gauss/Krüger
2577057 5694893.95

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„Deiler Mühle im Deilbachtal in Kupferdreh”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-WBuschmann-20100331-0001 (Abgerufen: 24. August 2017)
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