Immunitätsbezirk und Klostermauer der Abtei Heisterbach

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Königswinter
Kreis(e): Rhein-Sieg-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Die Mauer um den Immunitätsbezirk der Abtei Heisterbach (2008)

    Die Mauer um den Immunitätsbezirk der Abtei Heisterbach (2008)

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Klöster als räumliche Sonderfriedensbereiche wurde üblicherweise durch eine Umfriedung - in der Regel eine Mauer - von der Außenwelt abgeschlossen. Dieser Immunitätsbezirk (von lateinisch munus = Dienst, Amt, Gunst, Geschenk) markiert neben dem Bereich des besonderen Schutzes von Klerikern und deren kultischen Handlungen je nach Umfang der entsprechenden Privilegierung auch den Bereich einer besonderen Gerichtsbarkeit.

Seit der mittelalterlichen Gründung der Zisterzienserabtei hat sich der Verlauf der das Kloster umschließenden äußeren Klostermauer mehrfach geändert, so v.a. nach der Säkularisation Heisterbachs mit den Umgestaltungen in der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Der Heisterbacher Immunitätsbezirk im Mittelalter
Unmittelbar nach ihrer Umsiedlung in Heisterbachertal umgaben die Mönche das Klosterareal 1192 mit einer ersten, schon in Caesaruis von Heisterbachs „Dialogus miraculorum“ (VIII, 91) erwähnten Mauer, über deren Verlauf jedoch nichts genaueres bekannt ist. Nach Keller (2008) wurde die heute noch weitestgehend vorhandene, bis zu 4 Meter hohe Umfassungsmauer vermutlich zusammen mit dem barocken Torhaus von 1750 errichtet.

Die Heisterbacher Klostermauer seit dem 19. Jahrhundert
Durch den Bau der Provinzialstraße von Oberdollendorf nach Heisterbacherrott 1853/56 änderte sich der ehemalige Immunitätsbereich durch den der neuen Straße angepassten Verlauf der Klostermauer im Nordosten und blieb danach weitestgehend unverändert. Das barocke Torhaus steht seitdem unmittelbar an der Straße (der heutigen Landstraße L 268). Im südöstlichen Bereich ist die Mauer heute auf einer Länge von circa 20 Metern fast völlig zerstört.

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2009)

Literatur

Andrikopoulou-Strack, Jeanne-Nora (u.a.) (2002)
Archäologische Bestandserhebung im Rahmen des Projekts "Modellhafte Konzeptentwicklung Kulturlandschaft Heisterbacher Tal". Bonn.
Brunsch, Swen Holger (1998)
Das Zisterzienserkloster Heisterbach von seiner Gründung bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts. (Bonner Historische Forschungen 58.) Siegburg.
Keller, Christoph (2008)
Kloster Heisterbach in Königswinter. (Rheinische Kunststätten 505.) Köln.
Köster, Peter / Layer, Anne / Rhein-Sieg-Kreis (Hrsg.) (2007)
Gesamtperspektive Klosterlandschaft Heisterbach als Teil der Landschaftsausstellung Siebengebirge. Freiraumplanerisches-städtebauliches Memorandum. Siegburg.
Schott, Clausdieter / Romer, Hermann (2002)
Artikel "Immunität". In: Lexikon des Mittelalters 5, S. Sp. 390-393. München.

Immunitätsbezirk und Klostermauer der Abtei Heisterbach

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1192
Koordinate WGS84
50° 41′ 41,67″ N, 7° 12′ 48,51″ O / 50.69491°, 7.21348°
Koordinate UTM
32U 373823.97 5617420.74
Koordinate Gauss/Krüger
2585782.91 5618409.64

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„Immunitätsbezirk und Klostermauer der Abtei Heisterbach”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-FJK-20100630-0006 (Abgerufen: 27. Juni 2017)
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