Landsynagoge Titz-Rödingen

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Titz
Kreis(e): Düren
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Landsynagoge Titz-Rödingen, Außenansicht von Süden (nach der Restaurierung 2006-2008)

    Landsynagoge Titz-Rödingen, Außenansicht von Süden (nach der Restaurierung 2006-2008)

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  • Ehemalige Synagoge Titz-Rödingen, heutiges LVR-Kulturhaus, nach der Sanierung (2010)

    Ehemalige Synagoge Titz-Rödingen, heutiges LVR-Kulturhaus, nach der Sanierung (2010)

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  • Südfassade des Synagogengebäudes Titz-Rödingen während der Renovierung

    Südfassade des Synagogengebäudes Titz-Rödingen während der Renovierung

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  • Wohnhaus der Synagoge Titz-Rödingen vor der Renovierung

    Wohnhaus der Synagoge Titz-Rödingen vor der Renovierung

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  • Innenansicht der Synagoge Titz-Rödingen nach der Renovierung (um 2009).

    Innenansicht der Synagoge Titz-Rödingen nach der Renovierung (um 2009).

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  • Innenansicht der Synagoge Titz-Rödingen von der Empore aus gesehen, Kreis Düren

    Innenansicht der Synagoge Titz-Rödingen von der Empore aus gesehen, Kreis Düren

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  • Grundriss der Synagoge Titz-Rödingen, Kreis Düren

    Grundriss der Synagoge Titz-Rödingen, Kreis Düren

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Jüdisches Leben im Rheinland – Landsynagoge Rödingen
Die jüdische Gemeinde in Rödingen
In Rödingen, einem Dorf in der Nähe von Jülich im heutigen Kreis Düren, lebten schon im Mittelalter vereinzelt jüdische Männer und Frauen. Im 19. Jahrhundert entstand hier eine kleine Landgemeinde, die als Filialgemeinde zum 1926 aufgelösten Synagogenbezirk Jülich gehörte. Die Gemeinde erlebte zwischen 1800 und 1875 ihre Blütezeit, um 1820 wurde ein eigener Friedhof angelegt. 1806 sind 25 Angehörige der Gemeinde geführt und 1885 immerhin noch 43 Personen. Danach zogen fast alle jüdischen Bewohner in die umliegenden Städte. Im Jahr 1933 wird nur noch ein Gemeindemitglied gezählt.

Das Gebäude-Ensemble: Synagoge und Wohnhaus
Im Jahr 1841 ließ der langjährige Gemeindevorsteher Isaak Ullmann auf seinem Grundstück eine Synagoge für die jüdischen Familien in Rödingen und Umgebung erbauen. Das Gotteshaus wurde auch von Juden von Ameln, Nieder- und Oberembt besucht.
Die Rödinger Synagoge ist heute das einzige weitgehend im Originalzustand erhaltene jüdische Gotteshaus im westlichen Rheinland. Als Nachfahren der Familie Ullmann das Grundstück 1934 verkaufen mussten, nutzten die neuen Besitzer die leer stehende Synagoge als Werkstatt. Zweckentfremdet überstand sie die NS-Diktatur und die Nachkriegszeit und geriet über Jahrzehnte in Vergessenheit.
Erst in den 1980er Jahren wurde die ehemalige Synagoge als Kulturdenkmal von hoher überregionaler Bedeutung wieder entdeckt. 1999 erwarb der Landschaftsverband Rheinland das Gebäude-Ensemble und machte es als LVR-Kulturhaus Landsynagoge Rödingen der Öffentlichkeit zugänglich.

Die Familie Ullmann: Stifter der Synagoge
Von 1789 bis 1934 war das Rödinger Wohnhaus der Lebensmittelpunkt der Familie Ullmann. Die Geschichte der Ullmann und ihrer Nachkommen kann über 200 Jahre rekonstruiert werden. Sie ist in vielerlei Hinsicht typisch für die Geschichte der Juden im Rheinland im 19. und 20. Jahrhundert. Die Lebensgeschichten erzählen von Migration und Ansässigkeit und von Berufen, die Juden und Jüdinnen offen standen. Sie berichten von dem langen Weg zur rechtlichen Gleichstellung ebenso wie vom Engagement für die kleine, aber traditionsverbundene jüdische Gemeinschaft auf dem Land.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren nur noch wenige ältere jüdische Menschen in Rödingen geblieben, darunter Sibilla Ullmann, die jüngste Tochter des Synagogenerbauers. Die jüngere Generation hatte das Dorf verlassen. Auf dem Land wie in der Stadt entkam die Familie Ullmann nicht der Ausgrenzung, Entrechtung und Verfolgung in der NS-Zeit.
Heute leben Nachkommen der Familie Ullmann in Deutschland, den Niederlanden und Israel.

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2011 / freundliche Unterstützung durch Frau Monika Grübel, LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte)

Die Landsynagoge Titz-Rödingen war KuLaDig-Objekt des Monats im Mai 2011.

Video-DVD
Eine 2005 erschienene Video-DVD zur Geschichte der Landsynagoge Rödingen „Die Tante mit der Synagoge im Hof. Aus dem Leben rheinischer Landjuden“ ist über das Medienzentrum Rheinland zu beziehen: www.medienzentrum-rheinland.lvr.de (abgerufen 21.04.2011)

Internet
www.synagoge-roedingen.lvr.de: LVR-Kulturhaus Landysnagoge Rödingen (abgerufena 21.04.2011)
de.wikipedia.org: Ehemalige Synagoge Titz-Rödingen (abgerufen 21.04.2011)

Literatur

Grübel, Monika (2010)
Synagoge – Werkstatt – Kulturhaus: Das LVR-Kulturhaus Landsynagoge Rödingen. Ein Beispiel für 170 Jahre rheinisch-jüdische Bau- und Nutzungsgeschichte. In: das münster. Zeitschrift für christliche Kunst und Kunstwissenschaft. Schwerpunkt: Synagogen (63. Jahrgang, Heft 2/2010), S. 130-134. Regensburg.
Paulißen, Hermann-Josef (2007)
Genealogie, Familienstruktur und wirtschaftliche Verhältnisse der Juden im nördlichen Jülicher Land im 19. Jahrhundert. (Forum Jülicher Geschichte 47.) Jülich.
Pracht, Elfi (1997)
Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen, Teil I: Regierungsbezirk Köln. (Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern im Rheinland 34.1.) S. 120-124, Köln.
Reuter, Ursula (2007)
Jüdische Gemeinden vom frühen 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VIII.8.) S. 77, Bonn.
Stupp, Barbara (Buch und Regie) / Grübel, Monika (Begleitheft und Redaktion) (2005)
Die Tante mit der Synagoge im Hof. Aus dem Leben rheinischer Landjuden, DVD mit umfangreichem Begleitheft (Film 26 Minuten, 33 Seiten, 11 Abbildungen). Düsseldorf.
Zanger, Octavia / Heinen, Sigrun (2010)
Wände erzählen vom jüdischen Leben im Rheinland – Die ehemalige Landsynagoge in Titz-Rödingen. In: Stevens, Ulrich / Heckner, Ulrike / Beckmann, Eva-Maria (Red.): Denkmalkultur im Rheinland. Festschrift für Udo Mainzer zum 65. Geburtstag, (Arbeitsheft der rheinischen Denkmalpflege 75, Sonderband.) S. 215-228. Worms. Online verfügbar: http://www.rheinische-landeskunde.lvr.de/projekte/synagoge_roedingen/zanger_heinen_pdf.pdf, abgerufen am 20.06.2012

Landsynagoge Titz-Rödingen

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Mühlenend 1
Ort
52445 Titz - Rödingen
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1841, Ende 1934 bis 1999
Koordinate WGS84
50° 57′ 56,06″ N, 6° 27′ 40,24″ O / 50.96557°, 6.46118°
Koordinate UTM
32U 321732.12 5649065.29
Koordinate Gauss/Krüger
2532441.27 5647917.87

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„Landsynagoge Titz-Rödingen”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-FJK-20100614-0003 (Abgerufen: 18. Oktober 2017)
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