Porta Nigra (UNESCO Weltkulturerbe Trier)

„Schwarzes Tor“, „Marstor“, „Porta Martis“

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Trier
Kreis(e): Trier
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Römisches Stadttor "Porta Nigra" in Trier, Ansicht der stadtinneren Südseite (2014).

    Römisches Stadttor "Porta Nigra" in Trier, Ansicht der stadtinneren Südseite (2014).

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  • Die stadtäußere Feldseite des Trierer Römertors 'Porta Nigra' im abendlichen Schneetreiben (2004)

    Die stadtäußere Feldseite des Trierer Römertors 'Porta Nigra' im abendlichen Schneetreiben (2004)

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  • Das Trierer Römertor 'Porta Nigra' während einer Wahlkampfveranstaltung zur Bundestagswahl 2002. Am Rednerpult steht der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder.

    Das Trierer Römertor 'Porta Nigra' während einer Wahlkampfveranstaltung zur Bundestagswahl 2002. Am Rednerpult steht der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder.

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  • Steinmetzzeichen am römischen Stadttor "Porta Nigra" in Trier, hier in einen Stein eingeschlagene Buchstaben "MAC" im westlichen Tordurchgang (2014).

    Steinmetzzeichen am römischen Stadttor "Porta Nigra" in Trier, hier in einen Stein eingeschlagene Buchstaben "MAC" im westlichen Tordurchgang (2014).

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  • Römisches Stadttor "Porta Nigra" in Trier, Ansicht der nördlichen Feldseite (2014).

    Römisches Stadttor "Porta Nigra" in Trier, Ansicht der nördlichen Feldseite (2014).

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  • Erhaltener Rest der früheren Doppelkirche des Chorherrenstifts St. Simeon (Simeonsstift) in der Trierer Porta Nigra: Der Choranbau am Ostturm des Römertors (2014).

    Erhaltener Rest der früheren Doppelkirche des Chorherrenstifts St. Simeon (Simeonsstift) in der Trierer Porta Nigra: Der Choranbau am Ostturm des Römertors (2014).

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  • Spuren des Materialraubs an der "Porta Nigra" in Trier: Deutlich erkennbar sind die Rostspuren einer wohl im Mittelalter aus dem Mauerwerk heraus geschlagenen eisernen Befestigungsklammer an der Südseite des römischen Stadttors (2014).

    Spuren des Materialraubs an der "Porta Nigra" in Trier: Deutlich erkennbar sind die Rostspuren einer wohl im Mittelalter aus dem Mauerwerk heraus geschlagenen eisernen Befestigungsklammer an der Südseite des römischen Stadttors (2014).

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  • Römisches Stadttor "Porta Nigra" in Trier, Ansicht der nördlichen Feldseite (2014).

    Römisches Stadttor "Porta Nigra" in Trier, Ansicht der nördlichen Feldseite (2014).

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  • Die stadtäußere Feldseite des Trierer Römertors "Porta Nigra", des besterhaltenen römischen Bauwerks nördlich der Alpen (2008). Links im Bild der spätere Choranbau, rechts ein Klostergebäude des Simeonstifts.

    Die stadtäußere Feldseite des Trierer Römertors "Porta Nigra", des besterhaltenen römischen Bauwerks nördlich der Alpen (2008). Links im Bild der spätere Choranbau, rechts ein Klostergebäude des Simeonstifts.

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  • Die stadtinnere Seite des Trierer Römertors "Porta Nigra" (2008). Rechts im Bild der Choranbau der späteren Doppelkirchenanlage.

    Die stadtinnere Seite des Trierer Römertors "Porta Nigra" (2008). Rechts im Bild der Choranbau der späteren Doppelkirchenanlage.

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  • Das Trierer Römertor 'Porta Nigra' im abendlichen Schneetreiben (2004), Ansicht von der Stadt aus.

    Das Trierer Römertor 'Porta Nigra' im abendlichen Schneetreiben (2004), Ansicht von der Stadt aus.

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Die Porta Nigra, ‚Schwarzes Tor’, ist wohl das bekannteste antike Bauwerk in Trier. Es findet sich in den antiken Quellen jedoch nicht namentlich erwähnt und war zum Zeitpunkt seiner Erbauung am Ende des zweiten Jahrhunderts n. Chr. auch nicht schwarz.
Seinen Namen Porta Nigra erhielt das Tor erst im Mittelalter, der eigentliche römische Name des Tores lautete wohl Porta Martis, ‚Marstor’. Die schwarze Färbung – zur Stadtseite hin ist diese deutlich dunkler als auf der Feldseite – ergab sich erst allmählich im Laufe der Jahrhunderte durch Sonneneinstrahlung, Witterungs- und Umwelteinflüsse sowie durch Brände in der Stadt und am Tor selbst.

„Die Porta Nigra gilt als das am besten erhaltene Stadttor der antiken Welt und ist zugleich das größte Torwerk, das überkommen ist.“ (Cüppers 1990, S. 605). Der massiv beherrschende Bau an der Nordseite der Stadtverteidigung wurde wie die anderen Trier Römertore am Ende des zweiten Jahrhunderts erbaut. An der Porta Nigra erreichte der ‚cardo’ – die in Nord-Süd-Richtung angelegte Hauptachse der römischen Stad – von Süden kommend das Nordtor. Von dort ging es dann auf die Fernstraßen nach Mainz und Koblenz.
Das Tor ist 36 Meter lang, 29,30 Meter hoch und 21,50 Meter breit. Für den Bau mussten rund 5.300 Kubikmeter Stein verarbeitet werden, was nach Schätzungen etwas mehr als ein Jahr gedauert haben muss. Die Porta Nigra ist ein Doppeltor mit zwei Türmen, die die Flanken abdecken. Dabei ragen diese abgerundeten Türme zur Feldseite hin nach vorne vor und ermöglichten so eine bessere Verteidigung: Angreifer konnten ins Kreuzfeuer genommen werden.

Dass der Bau unvollendet blieb, hängt aller Wahrscheinlichkeit nach mit einem Aufstand zur Zeit der Erbauung des Tors im Jahre 197 zusammen, bei dem die Stadt belagert wurde. Die Bauarbeiten wurden auf Grund der plötzlichen Bedrohung unterbrochen und in der Folge nicht mehr fortgeführt. Mit Hilfe der Bauschrottschicht erfolgte die Datierung unter Verwendung von Keramikfunden vom Ende des zweiten Jahrhunderts. Die raue Struktur der Maueroberfläche ist ebenfalls eine Folge der nicht-Vollendung; eigentlich sollte das Tor nach seiner Fertigstellung geschliffen und wohl auch mit einer glatten Putzschicht versehen werden. Da dies nicht geschah, sind an der Porta Nigra heute noch zahlreiche Steinmetzzeichen zu erkennen (wohl Markierungen zur Abrechnung von Materiallieferungen an die Baustelle, vgl. Abbildung in der Mediengalerie), welche im Rahmen einer abschließenden Gestaltung des Mauerwerks ansonsten sicher verschwunden wären.

Die Porta Nigra wäre wohl – wie die anderen römischen Stadttore Trier auch – im Verlauf des Mittelalters dem allgemeinen Raubbau zum Opfer gefallen. Deutliche Spuren zeigt ihr Mauerwerk an zahlreichen Stellen, wo zwei der mächtigen Steinquader aneinander gesetzt wurden: Hier haben Materialräuber bereits zahlreiche der mit Blei vergossenen Metallklammern herausgebrochen, mit denen die Steine zusammengefügt waren (vgl. Abbildung in der Mediengalerie).

Die Porta Nigra verdankt ihre Erhaltung dem byzantinischen Mönch und Einsiedler Simeon (um 980/990-1035), der sich im Jahre 1030 nach einer Pilgerfahrt mit dem Erzbischof von Trier zu den heiligen Stätten als Einsiedler in ihrem Ostturm niederließ. Nach seinem Tod 1035 wurde er verehrt und es kam durch Erzbischof Poppo von Babenberg (um 986-1047, Erzbischof von Trier 1016-1047) zur Gründung des Kanonikerstifts St. Simeon und zur Umwandlung des Baus in eine zweistöckige Doppelkirche.
Infolge der Französischen Revolution und der Säkularisation der Kirchengüter verlor der Bau auf Befehl Kaiser Napoleon Bonapartes (1769-1821) nach 1802 die meisten seiner kirchenbaulichen Attribute. Erst mit dem Übergang der Rheinlande in preußischen Besitz wurde der Rückbau gestoppt.
Seitdem hat die Porta Nigra ihr charakteristisches Äußeres mit der Apsis im Osten und dem Simonstift im Westen. Heute ziert sie unter anderem das Wappen des Fußballvereins SV Eintracht Trier 1905.

Die Porta Nigra ist seit 1986 Teil des UNESCO-Welterbes „Römische Baudenkmäler, Dom und Liebfrauenkirche in Trier“ sowie ein geschütztes Kulturgut nach der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten.

(Christoph Jürgens, Universität Koblenz-Landau, 2014)

Literatur

Burgen, Schlösser, Altertümer Rheinland-Pfalz / Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz / Landesmedienzentrum Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2003)
Römerbauten in Trier, Porta Nigra, Amphitheater, Barbarathermen, Thermen am Viehmarkt, Kaiserthermen. (Führungsheft 20.) S. 23ff, Koblenz / Mainz.
Cüppers, Heinz (1990)
Die Römer in Rheinland-Pfalz. S. 605ff, Stuttgart.
Heinen, Heinz (1985)
Trier und das Trevererland in römischer Zeit. (2000 Jahre Trier, Band 1.) S. 110, Trier.
Schmid, Wolfgang (1998)
Poppo von Babenberg (†1047): Erzbischof von Trier, Förderer des hl. Simeon, Schutzpatron der Habsburger. Trier.
Ternes, Charles-Marie (1975)
Römer an Rhein und Mosel, Geschichte und Kultur. S. 258f, Stuttgart.
UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V. (Hrsg.) (2009)
UNESCO-Welterbe in Deutschland. Geschichte voller Leben. Quedlinburg.

Porta Nigra (UNESCO Weltkulturerbe Trier)

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Porta-Nigra-Platz
Ort
54290 Trier
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Fernerkundung
Historischer Zeitraum
Beginn 170 bis 200
Koordinate WGS84
49° 45′ 34,78″ N, 6° 38′ 38,38″ O / 49.75966°, 6.64399°
Koordinate UTM
32U 330319.55 5514573.09
Koordinate Gauss/Krüger
2546445.57 5513875.97

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„Porta Nigra (UNESCO Weltkulturerbe Trier)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-94135-20140612-8 (Abgerufen: 26. März 2017)
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