Fernmeldeturm Colonius in Neustadt-Nord

Sendeturm an der Inneren Kanalstraße

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Minarett und Kuppel der Kölner Zentralmoschee sowie dahinter der obere Teil des Fernsehturms "Colonius" mit der Turmkanzel (2014).

    Minarett und Kuppel der Kölner Zentralmoschee sowie dahinter der obere Teil des Fernsehturms "Colonius" mit der Turmkanzel (2014).

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  • Der obere Bereich des Kölner Fernmeldeturms "Colonius" mit der dreigeschossigen Turmkanzel und den Sendeanlagen (2008).

    Der obere Bereich des Kölner Fernmeldeturms "Colonius" mit der dreigeschossigen Turmkanzel und den Sendeanlagen (2008).

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  • Winterlicher Blick auf den Kölntriangle und das LVR-Horion-Haus in Köln-Deutz im Vordergrund sowie die Kölner Stadtsilhouette mit Dom und "Colonius" im Hintergrund (2010)

    Winterlicher Blick auf den Kölntriangle und das LVR-Horion-Haus in Köln-Deutz im Vordergrund sowie die Kölner Stadtsilhouette mit Dom und "Colonius" im Hintergrund (2010)

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  • Köln-Ehrenfeld und Fernmeldeturm "Colonius" (2006).

    Köln-Ehrenfeld und Fernmeldeturm "Colonius" (2006).

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  • Kölner Turm-Panorama mit (von links nach rechts) Rathausturm, WDR-Archivhaus, Fernmeldeturm Colonius, Abtei Groß Sankt Martin, Kölner Dom, Kolleg Sankt Mariä Himmelfahrt und Hansahochhaus (2018)

    Kölner Turm-Panorama mit (von links nach rechts) Rathausturm, WDR-Archivhaus, Fernmeldeturm Colonius, Abtei Groß Sankt Martin, Kölner Dom, Kolleg Sankt Mariä Himmelfahrt und Hansahochhaus (2018)

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  • Blick aus dem LVR-Hochhaus auf den Dom, den Fernmeldeturm "Colonius", die Hohenzollernbrücke und das Hyatt-Hotel (2011)

    Blick aus dem LVR-Hochhaus auf den Dom, den Fernmeldeturm "Colonius", die Hohenzollernbrücke und das Hyatt-Hotel (2011)

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  • Blick vom Dach des Doms über die Stadt Köln in Richtung Westen, mittig ist der Fernseh- und Radio-Sendeturm "Colonius" zu sehen und im Hintergrund die rund 30 Kilometer entfernten Braunkohlekraftwerke bei Grevenbroich (2014)

    Blick vom Dach des Doms über die Stadt Köln in Richtung Westen, mittig ist der Fernseh- und Radio-Sendeturm "Colonius" zu sehen und im Hintergrund die rund 30 Kilometer entfernten Braunkohlekraftwerke bei Grevenbroich (2014)

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Der 1980/1981 von der damaligen Deutschen Bundespost errichtete Fernseh- und Radio-Sendeturm „Colonius“ an der Inneren Kanalstraße gilt mittlerweile als eines der Kölner Wahrzeichen, zumal er die heutige Silhouette der Stadt entscheidend mitprägt. Seit 1994 werden die gastronomischen Einrichtungen in der Turmkanzel nicht genutzt, so dass der Turm seit 1999 nicht mehr öffentlich zugänglich ist. Sämtliche Planungen zu einer erneuten Nutzung haben sich seitdem zerschlagen.

Baugeschichte, Konstruktion und Maße
Der 1980/1981 an der Inneren Kanalstraße (L 100) errichtete und am 3. Juni 1981 eingeweihte Sendeturm wurde im Auftrag der Deutschen Bundespost (1994 aufgelöst, seitdem Deutsche Post AG) und der Hermann Kroepels KG durch die Baufirmen Dyckerhoff & Widmann AG (heute Dywidag im Strabag-Konzern), Beton- und Monierbau AG, Bilfinger Berger SE und Wayss & Freytag errichtet.
Das als vertikale Kragarmkonstruktion geplant Stahlbeton-Bauwerk wurde vom Architekten Erwin Heinle (1917-2002, Heinle, Wischer und Partner) entworfen, die Tragwerksplanung oblag dem Bauingenieur Fritz Leonhardt (1909-1999, Leonhardt, Andrä und Partner Beratende Ingenieure VBI AG).
Seinen Namen verdankt der Turm den Kölnerinnen und Kölnern, da man zu seiner Benennung unter der Bevölkerung einen Wettbewerb veranstaltet hatte.

Die ursprüngliche Höhe des Turmes betrug 252,5 Meter, der Durchmesser seines 219 Meter hohen zentralen Betonpfeilers verjüngt sich nach oben hin von 14,9 auf 5 Meter. Durch einen Wechsel der Turmspitze Anfang der 1990er Jahre wuchs das Bauwerk auf nunmehr 266 Meter Höhe und ist damit immerhin 100 Meter höher als der Kölner Dom. Das Köln-Lexikon von 2008 nennt als Höhe lediglich 243,3 Meter. Ein mit Hilfe eines Hubschraubers vollzogener Austausch der Turmspitze im April 2004 hatte keine Änderung der Höhe zu Folge. Der Austausch wurde notwendig, um die Ausstrahlung von Digitalfernsehen im Köln-Bonner Raum zu ermöglichen.
Zwei Aufzüge im Turm fahren mit einer Geschwindigkeit von sechs Metern pro Sekunde zu den technischen Betriebsräumen und der Aussichtsplattform auf 166 Metern Höhe. Ein dritter Lift fährt bis zur Technikebene im oberen Geschoss der Turmkanzel auf 174 Meter Höhe, ferner führt eine Treppe mit 925 Stufen den Turm hinauf. An der Außenseite der Kanzel ist heute eine große Leuchtreklame des Bundespost-Nachfolgers Deutsche Telekom AG angebracht.

Als höchstes Gebäude Nordrhein-Westfalens – Masten und Schornsteine werden hier üblicherweise nicht gezählt – belegt der Colonius Deutschlandweit Rang 7 und weltweit immerhin Rang 52 der höchsten Fernsehtürme (de.wikipedia.org, Fernsehtürme).

Die Nutzung der Turmkanzel
Auf 166 Metern Höhe befindet sich die dreigeschossige Turmkanzel, in deren oberem Geschoss die technischen Anlagen untergebracht sind.
Der zweistöckige Besucherbereich darunter beherbergte eine Aussichtsplattform mit Cafeteria und ein sich drehendes Restaurant, das zeitweise auch als Diskothek genutzt wurde. Rund 300.000 Besucher wurden in den erfolgreichsten Zeiten jährlich gezählt.
In die Schlagzeilen geriet die Diskothek in den frühen 1990er Jahren, „als zu Silvester eine Panik wegen Überfüllung unter den Gästen ausbrach“ (de.wikipedia.org, Colonius), ferner kam es während einer Karnevalsparty im Februar 1991 zu Tumulten, die die Sicherheit der Besucher gefährdeten (ksta.de, 23.02.2012).
Nachdem sich bereits seit 1994 kein Pächter mehr für die Gastronomie finden ließ, wurde die Aussichtsplattform 1999 stillgelegt. Seitdem ist der Turm nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich.

Aktuelle Entwicklung
Anlässlich einer Inszenierung im Rahmen des Architekturfestivals „Plan 08“ wurde der Colonius im Jahr 2008 durch Lichtkunst in eine Skulptur verwandelt. Eine als Wettbewerb „Colonius Award“ geplante Wiederholung dieser Aktion sollte nicht zuletzt auch der Wiederbelebung des Turmes dienen, fand aber seitdem nicht mehr statt.
Ebenso wurden wiederholt Planungen zu einer erneuten Nutzung des Fernmeldeturms als Gastronomie- oder Bürostandort oder als Kreativzentrum für Stadtentwickler und Architekten diskutiert. Bisher haben sich diese aber allesamt zerschlagen – zumeist, weil Investoren offenbar von den erforderlichen Investitionen abgeschreckt wurden.

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2014)

Internet
structurae.de: Internationale Datenbank für Bauwerke und Bauingenieure, Colonius (abgerufen 11.04.2014)
de.wikipedia.org: Colonius (abgerufen 11.04.2014)
de.wikipedia.org: Liste der höchsten Fernsehtürme (abgerufen 14.04.2014)
www.ksta.de: „Fernsehturm: Ein Restaurant für den Colonius?“ (Kölner Stadtanzeiger vom 23.02.2012, abgerufen 11.04.2014)
www.ksta.de: „Kölner Fernsehturm: Kein Geschäft mit dem Colonius“ (Kölner Stadtanzeiger vom 20.01.2014, abgerufen 11.04.2014)

Literatur

Groten, Manfred; Johanek, Peter; Reininghaus, Wilfried; Wensky, Margret / Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2006)
Handbuch der Historischen Stätten Nordrhein-Westfalen. HbHistSt NRW, Kröners Taschenausgabe, Band 273, 3. völlig neu bearbeitete Auflage. S. 592, Stuttgart.
Wilhelm, Jürgen (Hrsg.) (2008)
Das große Köln-Lexikon (2. Auflage). S. 94-95, Köln.

Fernmeldeturm Colonius in Neustadt-Nord

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Innere Kanalstraße 100
Ort
50672 Köln - Neustadt-Nord
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1980 bis 1981
Koordinate WGS84
50° 56′ 49,65″ N, 6° 55′ 54,89″ O / 50.94712°, 6.93191°
Koordinate UTM
32U 354724.82 5645981.39
Koordinate Gauss/Krüger
2565535.41 5646178.09

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„Fernmeldeturm Colonius in Neustadt-Nord”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-90626-20140414-2 (Abgerufen: 14. August 2018)
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