Synagoge Treis

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Treis-Karden
Kreis(e): Cochem-Zell
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Die jüdische Gemeinde Treis seit dem frühen 19. Jahrhundert:
Wohl seit Beginn des 19. Jahrhunderts bestand eine zahlenmäßig kleine Gemeinde. 1932 war Lütz angeschlossen.
Gemeindegröße um 1815: 29 (1808) / 42 (1822), um 1880: 25 (1885), 1932: 30 / 15 (1925) / 9 (1933), 2006: –.
Bethaus / Synagoge: 1808 wird eine „Synagoge“ genannt. Gottesdienste fanden bis Mitte des 19. Jahrhunderts in Privathäusern statt. Um 1850 anscheinend Neubau einer Synagoge; das Gebäude wurde nach 1945 abgerissen (Angaben vorab nach Reuter 2007).

Bereits im Jahr 1605 ist ein Jude Seligmann mit Wohn- und Geschäftsrechten in Treis nachzuweisen. Die Zusammenstellung unter mosella-judaica.de nennt teils weitere Größenangaben zur jüdischen Gemeinde: 1808 29 von 910 Gesamtbevölkerung, 1817 30 von 1023, 1822 42 von 1161, 1858 32 von 1357, 1895 19 von 1491, 1925 15 von 1393 und 1933 ebenfalls nur noch 9 Juden unter 1539 Einwohnern in Treis.
Während mosella-judaica.de angibt, der Schulbesuch sei in Binningen erfolgt, nennt alemannia-judaica.de einen Religionslehrer Paul (Pinkas) Goetzoff aus Cochem, der 1932 regelmäßig fünf schulpflichtige jüdische Kinder in Treis unterricht habe.

„In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts beschwerte sich ein jüdischer Mann aus Treis, in dessen Haus eine Betstube eingerichtet war, beim israelitischen Konsistorium in Bonn, dass die Treiser Juden in die Synagoge nach Lütz gehen würden anstatt die in seinem Haus vorhandene zu besuchen. Darauf ordnete das Konsistorium an, dass die Treiser Juden die heimatliche Synagoge besuchen sollten, und der Gemeindevorsteher von Lütz keine Treiser Gottesdienstbesucher mehr zulassen dürfe.“ (alemannia-judaica.de, Synagoge Lütz)

Mitte des 19. Jahrhunderts beantragt die Jüdische Gemeinde Treis den Bau einer Synagoge.
„Der Minister der Geistlichen-, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten zu Berlin teilte dem israelitischen Gemeindevorsteher zu Treis im Jahre 1855 mit, daß der Immediatvorstellung zur Bewilligung einer Unterstützung zur Errichtung einer neuen Synagoge nicht nachgekommen werde könnte.
Die Synagoge ist dann wohl doch noch gebaut worden, denn im Jahre 1930 schrieb der jüdische Journalist Saul Lilienthal: 1400 Einwohner, 4 jüdische Familien. Gemeinde jung, aber infolge Mangels an Nachwuchs ebenso wie Carden zum Aussterben verurteilt. Kleine Synagoge für Treis-Karden, etwa 80 Jahre alt; wird nur noch an den hohen Feiertagen benutzt.“
(mosella-judaica.de).
Demnach wäre die Treiser Synagoge um 1850 errichtet bzw. – wie in häufig auch in anderen Orten – in einem vorhandenen Gebäude eingerichtet worden. Bereits 1936 wurde in die Synagoge eingebrochen. Über Geschehnisse zur Pogromnacht von 1938 ist nichts bekannt, dennoch versuchte man „nach dem Krieg (…) erfolglos, den Verbleib der Gegenstände festzustellen.“ (ebd.).

Objektgeometrie
Auch synagogen.info weist in Treis kein Synagogengebäude oder einen Standort des Bethauses aus: „Der Stadtverwaltung von Treis ist keine Synagoge bekannt“. Der frühere Standort bleibt daher zunächst unbestimmt und das Gebäude kann hier nur symbolisch in der Fischergasse verortet werden, wo seinerzeit jüdische Familien lebten.

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2013)

Internet
www.alemannia-judaica.de: Treis mit Karden, Jüdische Geschichte / Synagoge (abgerufen 02.07.2013)
www.alemannia-judaica.de: Synagoge Lütz (abgerufen 02.07.2013)
www.mosella-judaica.de: Treis (abgerufen 02.07.2013)
synagogen.info: Treis, Rheinland-Pfalz (abgerufen 02.07.2013)

Literatur

Reuter, Ursula (2007)
Jüdische Gemeinden vom frühen 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VIII.8.) S. 61, Bonn.

Synagoge Treis

Schlagwörter
Ort
56253 Treis-Karden
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1840 bis 1850, Ende nach 1945
Koordinate WGS84
50° 10′ 28,77″ N, 7° 18′ 0,23″ O / 50.17466°, 7.30007°
Koordinate UTM
32U 378615.75 5559433.3
Koordinate Gauss/Krüger
2592913.5 5560645.33

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
„Synagoge Treis”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-68785-20130702-7 (Abgerufen: 20. November 2018)
Wir verwenden Cookies, um die Nutzbarkeit unserer Seiten zu optimieren. Falls Sie mit der Speicherung von Cookies nicht einverstanden sind, finden Sie weitere Informationen auf unserer Internetseite.
Seitenanfang