Jüdische Schule in Treis

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Treis-Karden
Kreis(e): Cochem-Zell
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 50° 10′ 22,65″ N: 7° 18′ 2,05″ O 50,17296°N: 7,30057°O
Koordinate UTM 32.378.647,45 m: 5.559.243,47 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.592.952,82 m: 5.560.456,86 m
  • Blick auf Treis und die Moselbrücke (2022)

    Blick auf Treis und die Moselbrücke (2022)

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    Hermann-Josef Spies
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    Hermann-Josef Spies
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  • Thorarolle auf Pergament im Gutenberg Museum in Fribourg/Schweiz (2017). Thora, auch Tora oder Torah, bezeichnet den ersten Teil der hebräischen Bibel mit den fünf Büchern Mose (Tanach bzw. Pentateuch), die heilige Schrift des Judentums.

    Thorarolle auf Pergament im Gutenberg Museum in Fribourg/Schweiz (2017). Thora, auch Tora oder Torah, bezeichnet den ersten Teil der hebräischen Bibel mit den fünf Büchern Mose (Tanach bzw. Pentateuch), die heilige Schrift des Judentums.

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    Jehle, Bruno / Gutenberg Museum Fribourg / gemeinfrei
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Obgleich sich in den Grundbüchern und Katasterkarten von Treis aus dem 19. Jahrhundert keine entsprechenden Hinweise finden, soll sich in einem 2015 abgerissenen Gebäude am Rathausplatz in Treis (Flur 3, Flurstück 86; heute Am Rathaus 3) eine jüdische Schule befunden haben:
„1833 ist die Gemeinde Treis Eigentümer dieses Gebäudes. Vielleicht hatte die Jüdische Gemeinde dieses Gebäude angemietet. 1812 wird ein jüdischer Lehrer aufgelistet. 1821 war ebenfalls ein vom Schulinspektor geprüfter Lehrer, welcher die sieben schulpflichtigen jüdischen Kinder unterrichtete, vorhanden. Es gab jedoch kein eigenes Schulgebäude.“ (Layendecker 1999, dort ausführlicher)

Während Reuter (2007) keine jüdische Schule in Treis nennt und www.mosella-judaica.de auf eine Schule in Binningen verweist, wird unter www.alemannia-judaica.de neben dem Betsaal bzw. der Synagoge auch eine „Religionsschule“ als Einrichtung der jüdischen Gemeinde angeführt. Ebendort wird auch ein Religionslehrer Paul (Pinkas) Goetzoff aus Cochem genannt, der 1932 regelmäßig fünf schulpflichtige jüdische Kinder in Treis unterrichtet habe.

Offenbar handelte es sich bei der Judenschule in Treis um ein Provisorium, über das die kleine jüdische Gemeinde in Treis die religiöse Bildung ihrer Kinder gewährleistete.
Die Anmietung von Schulräumen wie auch die Bezahlung eines Lehrers musste üblicherweise von der jeweiligen jüdischen Gemeinde des Ortes finanziert werden. Um der von Bürgermeister streng überwachten Schulpflicht gerecht zu werden, besuchten die höchstens 14 schulpflichtigen jüdischen Kinder die christliche Schule in Treis. „Dadurch, dass die Judenkinder mangels einer eigenen jüdischen Schule in die christliche Schule gehen mussten, sind gegebenenfalls auch unter den Kindern Freundschaften geschlossen worden.“ (Layendecker 1999)

(Franz-Josef Knöchel, Digitales Kulturerbe LVR, 2023)

Quelle
Freundliche HInweise von Herrn Klaus Layendecker, Treis-Karden, 2023.

Internet
www.alemannia-judaica.de: Treis mit Karden, Jüdische Geschichte / Synagoge (abgerufen 26.05.2023)
www.mosella-judaica.de: Treis (abgerufen 26.05.2023)

Literatur

Layendecker, Klaus (1999)
Die jüdische Gemeinde in Treis bis Anfang des 20. Jahrhundert. In: Jahrbuch für den Kreis Cochem-Zell 2000, Monschau.
Reuter, Ursula (2007)
Jüdische Gemeinden vom frühen 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VIII.8.) S. 61, Bonn.

Jüdische Schule in Treis

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Am Rathaus / Rathausplatz 3
Ort
56253 Treis-Karden
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1812, Ende 2015

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Empfohlene Zitierweise
„Jüdische Schule in Treis”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-345407 (Abgerufen: 22. Juni 2024)
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