Die Düffel / Kranenburger Bruch (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Düsseldorf 001)

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Landeskunde, Raumplanung
Gemeinde(n): Groesbeek, Kleve (Nordrhein-Westfalen), Kranenburg (Nordrhein-Westfalen), Millingen aan de Rijn, Ubbergen
Kreis(e): Kleve (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Gebäude am Stadtwall in Kranenburg (2009).

    Gebäude am Stadtwall in Kranenburg (2009).

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  • Gebäude am Stadtwall und Mühlenturm in Kranenburg (2009).

    Gebäude am Stadtwall und Mühlenturm in Kranenburg (2009).

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  • Gebäude am Stadtwall in Kranenburg (2009).

    Gebäude am Stadtwall in Kranenburg (2009).

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  • Der Mühlenturm in Kranenburg (2009).

    Der Mühlenturm in Kranenburg (2009).

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  • Die Pfarrkirche St. Peter und Paul in Kranenburg (2009).

    Die Pfarrkirche St. Peter und Paul in Kranenburg (2009).

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  • Wasserfläche und Baumreihe im Kranenburger Bruch

    Wasserfläche und Baumreihe im Kranenburger Bruch

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  • Blühende Hecken in der Düffel

    Blühende Hecken in der Düffel

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  • Bossewässerung in der Düffel

    Bossewässerung in der Düffel

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  • Blühender Weißdorn in der Düffel

    Blühender Weißdorn in der Düffel

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  • Grabenblänke in der Düffel

    Grabenblänke in der Düffel

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    Düffel bei Kleyen im Winter

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    Weißdorn in der Düffel

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    Weg in der Düffel

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    Naturpfad Kranenburger Bruch

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    Kranenburger Bruch im Winter

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    Beobachtungskanzel im Kranenburger Bruch

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    Weißstörche an einer Blänke im Kranenburger Bruch

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  • Düffel bei Kleyen

    Düffel bei Kleyen

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  • Haus auf einer Warft in der Düffel

    Haus auf einer Warft in der Düffel

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Die Düffel und der Kranenburger Bruch sind hier beschrieben als bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich (KLB) wie im Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Düsseldorf. Die wertbestimmenden Merkmale der historischen Kulturlandschaft werden für die Maßstabsebene der Regionalplanung kurz zusammengefasst und charakterisiert.

Großer historischer Kulturlandschaftsbereich von Düffel, Kranenburger Bruch und Schenkenschanz: Holländische Kolonisation, gekennzeichnet durch Hofanlagen auf „Pöllen“ und „Wurten“ sowie Entwässerungsgräben und Alleen, beinhaltend im Südwesten den überregional bedeutenden historischen Stadtkern von Kranenburg (VLD 2010) mit erhaltenem Grundriss innerhalb von Stadtmauer und -graben und gotischer Pfarrkirche, den historischen Dorfkernen von Keeken (mit katholischer und evangelischer Kirche, Herrenhaus und Mühle) und Mehr (mit gotischer Pfarrkirche, Mühle und bedeutenden Hofanlagen), dem geschlossenen Ortsbild von Schenkenschanz (mit evangelischer Kirche) auf Salmorth, den landschaftsprägenden katholischen Pfarrkirchen in Zyfflich (ehemalige Stiftskirche mit ottonischem Kern), Wyler (mit romanischen Teilen, auf dem Wylerberg), Niel (gotisch), Bimmen (15. bis 17. Jahrhundert), Donsbrüggen, Düffelward, Nütterden und Rindern (neugotisch), der mittelalterlichen Burg Zelm sowie den freistehenden Windmühlen Donsbrüggen und Rindern (1. Hälfte des 19. Jahrhunderts).

Kulturlandschaftliches und denkmalpflegerisches Ziel im Rahmen der Regionalplanung ist eine erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung, insbesondere
  • Bewahren und Sichern der Strukturen, von Ansichten und Sichträumen von historischen Stadt- und Ortskernen
  • Bewahren des Kulturlandschaftsgefüges
  • Wahren als landschaftliche Dominante
  • Sichern linearer Strukturen
  • Sichern kulturgeschichtlich bedeutsamer Böden
  • Bewahren überlieferter naturnaher Landschaftselemente.
Aus: Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.): Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Düsseldorf. Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung, Köln 2013


Kulturlandschaftliche Entwicklung
Nach der römischen Besiedlung (4./5. Jahrhundert n.Chr.) mit Wiederbewaldung setzten seit der merowingischen Zeit erneut Rodungen, Kultivierungen und Besiedlung auf dem Uferwall zwischen Rindern - Düffelward Keeken (1122) - Bimmen (891) und dem Rücken bei Donsbrüggen (720) - Mehr - Niel - Zyfflich mit einem bedeutenden Stift ein. Sie bildeten zwei früh- bzw. hochmittelalterliche Siedlungsachsen mit einer blockflurähnlichen Parzellierung.

Die weitgehend bewaldeten Niederungen wurden erst seit 1200 gerodet, entwässert und kultiviert; hiervon zeugt heute ein dichtes Grabengefüge, das mit einer blockflurähnlichen Struktur verbunden ist. Die meisten Standorte der dortigen Einzelhöfe sind bereits in der Düffelschen Deichschau von 1699 verzeichnet.

Das Kranenburger Bruch und die Düffelniederung wurden um 1200 von holländischen „Broeker“ entwässert und kultiviert und steht mit der unmittelbar angrenzend gelegenen mittelalterlichen Stadt Kranenburg (1260) in Verbindung. In diesen Gebieten gibt es eine systematische mit Gräben, Hecken- und Strauchreihen flankierte Streifenparzellierung, die heute noch prägend ist. Die nördlich von Kranenburg gelegene heute nicht mehr sichtbare Motte (Niederungsburg) „Alde börg“ entstand 1225 und diente dem Schutz der Bruchkolonisten. Kranenburg erhielt 1294 Stadtrechte. Durch den Fund des Wundertätigen Kreuzes 1308 entwickelte die Stadt sich zu einem bedeutenden Herz-Jesu-Wallfahrtsort.

Der Banndeich entlang dem Rhein datiert um 1350. Trotz der dynamischen Kulturlandschaftsentwicklung nach 1945 hat sich das Siedlungsgefüge mit Kirchdörfern, Bauernschaften (Weiler) und Einzelgehöften vergleichsweise gut erhalten. Die meisten Veränderungen mit neuen Wohngebieten sind in den Dörfern konzentriert. Kranenburg wurde 1563 durch Ausbau des Kranenbruger Baches als Kanal unter Einbeziehung des Wylermeers mit Nimwegen verbunden, diese Verbindung wurde ca. 80 Jahre lang genutzt.

Im kultivierten Bruch dominiert das Grünland und auf den Uferwällen und höher gelegenen Gebieten um die die Dörfer das Ackerland. Wegbegleitende Baumreihen und Heckenreihen an den Parzellenrändern prägen das Landschaftsbild.

Die unterschiedlichen Entstehungsphasen sind mit ihrem unterschiedlichen Siedlungs-, Wege und Flurgefüge mit den Baum- und Heckenreihen sind im Landschaftsbild noch nachvollziehbar. Die Dörfer haben ihre historischen Grundrisse weitgehend bewahrt. Die Leitgräben und Gräben zwischen den Parzellen, die Hecken- und Baumreihen und die mittelalterliche Ackerlandnutzung in den höheren Teilen und die frühneuzeitlich tradierte Grünlandnutzung in den Niederungen sind noch sehr deutlich erkennbar und erlebbar. Insbesondere das Kranenburger Bruch mit dem physiognomisch und historisch mit Kranenburg zusammenhängenden kulturlandschaftlichen Ensemble ist im guten Erhaltungszustand.

Prägende kulturlandschaftliche Elemente:
  • Streifenparzellierungs- und blockflurähnliches Gefüge
  • Entwässerungs- und Leitgräben
  • Alter Kanal zwischen Kranenburg und Nimwegen
  • Hecken- und Baumreihen
  • Tradierte Standorte der Einzelhöfe von 1699
  • Hofvegetation mit Gärten und Obstgärten
  • Ortskerne
  • Tradiertes Wegegefüge
  • Pfarrkirchen der Dörfer und ehemalige Stiftskirche von Zyfflich
  • Adelssitze Haus Zelm und Keeken.
Dieser weitgehend hochmittelalterlich geprägte Raum mit dem Siedlungsgefüge aus Dörfern, Weilern und Einzelhöfen, das Straßen- und Wegegefüge sowie die für den Niederrhein charakteristische Kammerung der Landschaft mit Gräben, Streifen- und Blockfluren, Baum- und Heckenreihen und schließlich das Landnutzungsgefüge mit Ackerland auf den Uferwällen und Grünland in den Mulden sind strukturell zu erhalten. In der Holländerkultivierung Kranenburgerbruch sind das typische Streifengefüge mit den Leit- und Entwässerungsgräben sowie Heckenreihen zu erhalten.

(Peter Burggraaff, Universität Koblenz-Landau, 2012)

Internet
Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Düsseldorf (Abgerufen: 17.03.2015)

Literatur

Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.) (2013)
Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Düsseldorf. Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung. S. 101, Köln. Online verfügbar: http://www.kulturlandschaftsentwicklung-nrw.lvr.de, abgerufen am 28.11.2013
Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in der Bundesrepublik Deutschland (VDL) (Hrsg.) (2010)
Historische Städte in Deutschland. Stadtkerne und Stadtbereiche mit besonderer Denkmalbedeutung. Eine Bestandserhebung im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung im Rahmen der Begleitforschung zum Programm Städtebaulicher Denkmalschutz. (Berichte zu Forschung und Praxis der Denkmalpflege in Deutschland 17a.) Petersberg.

Die Düffel / Kranenburger Bruch (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Düsseldorf 001)

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Landeskunde, Raumplanung
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:25.000 (kleiner als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 2012
Koordinate WGS84
51° 48′ 57,07″ N, 6° 02′ 7,84″ O / 51.81585°, 6.03551°
Koordinate UTM
32U 295673.64 5744713.72
Koordinate Gauss/Krüger
2502491.99 5742414.5

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„Die Düffel / Kranenburger Bruch (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Düsseldorf 001)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-62912-20130325-2 (Abgerufen: 20. November 2018)
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