Historischer Ortskern Schermbeck

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Schermbeck
Kreis(e): Wesel
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Heimatmuseum Schermbeck (2013). Das Fachwerkhaus aus dem Jahre 1566 wurde am 12. April 1984 als drittes Bauwerk in die gemeindliche Denkmalliste eingetragen.

    Heimatmuseum Schermbeck (2013). Das Fachwerkhaus aus dem Jahre 1566 wurde am 12. April 1984 als drittes Bauwerk in die gemeindliche Denkmalliste eingetragen.

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  • Die in den 1830er-Jahre erbaute Dammer Windmühle gehört heute zu den offiziell ausgewiesenen Baudenkmälern der Gemeinde Schermbeck. Das Foto zeigt eine Ansicht der Mühle von Westen aus im Jahre 2014.

    Die in den 1830er-Jahre erbaute Dammer Windmühle gehört heute zu den offiziell ausgewiesenen Baudenkmälern der Gemeinde Schermbeck. Das Foto zeigt eine Ansicht der Mühle von Westen aus im Jahre 2014.

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  • Die Wassermühle Schermbeck (2002).

    Die Wassermühle Schermbeck (2002).

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Schermbeck wird im Jahr 799 erstmals urkundlich erwähnt, damals noch unter dem Namen Scirenbeke. Die Bezeichnung leitet sich vom einst gleichlautenden Bach ab, der südlich von Schermbeck in die Lippe mündet und heute den Namen Mühlenbach trägt. Der frühmittelalterliche Ort befand sich im Bereich des heutigen Altschermbecks.
Gegen Ende des 13. Jahrhunderts erweiterte die Grafschaft Kleve ihr rechtsrheinisches Herrschaftsgebiet bis nach Schermbeck und erwarb die Zollhoheit. Im Grenzbereich der beiden Territorien Grafschaft Kleve und Fürstenbistum Münster bauten die Grafen um 1300 eine Burg, in dessen Schatten sich die neue Schermbecker Siedlung schon bald zu einem eigenständigen Ort entwickelte. Somit stand das klevisch-rheinische Schermbeck dem westfälischen Altschermbeck gegenüber.

Im Jahr 1415 erhielt die klevische Landesburg mir ihrer dazugehörigen Siedlung das Stadtrecht durch Graf Adolf II., der zur Sicherung seines Herrschaftsbereiches sehr an einer politischen und auch militärischen Stärkung des Grenzortes interessiert war. Kurz darauf entstand eine Stadtbefestigung mit Wassergraben, Stadtmauer, acht Wehrtürmen und zwei Stadttoren – dem Steintor und dem Mühlentor. Durch den Besitz der Stadtrechte kam es zu einem wirtschaftlichen Aufschwung Schermbecks. Der Stadt war es nun erlaubt Märkte abzuhalten und Steuern, Zölle sowie Strafgelder zu erheben. Handwerker, Kaufleute und Händler kamen nach Schermbeck, die neben ihren Waren und Dienstleistungen auch Geld brachten.
Darüber hinaus wurde der Grenzort zu einer selbstständigen Pfarre erhoben und die Georgskirche errichtet. Ende des 16. Jahrhunderts nahm das unter klevischer Herrschaft stehende Schermbeck den lutherischen Glauben an, während sich die Altschermbecker für die katholische Glaubensrichtung entschieden.

Als der letzte Herzog von Kleve Anfang des 17. Jahrhunderts starb und keinen Erben hinterließ, verlor Schermbeck seine politische und militärische Bedeutung. Zudem verschlechterte sich der wirtschaftliche Einfluss der Stadt. Schermbeck verfiel immer mehr und viele gut betuchte Bürger zogen fort. Seit Anfang des 18. Jahrhunderts wurde die Stadtbefestigung größtenteils abgetragen und der dazugehörige Wassergraben zugeschüttet. Obwohl Schermbeck durch die Eingliederung in das Königreich Preußen 1808 auch noch seine Stadtrechte verlor, ging es ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts langsam wieder aufwärts. Die Herstellung von Textilien, Töpfereiprodukten und Dachziegeln brachten für die Bewohner die Wende und verhalfen zu einem erneuten wirtschaftlichen Aufschwung. Die Trennung zwischen Altschermbeck und Schermbeck wurde schließlich 1975 aufgehoben. Seitdem gehört die Gemeinde Schermbeck zum Kreis Wesel.

An die Zeit der Klever Adelsgeschlechter erinnern bis heute einige Stadtmauerreste, ein wuchtiger Wehrturm und die auf einem kleinen Hügel liegende ehemalige klevische Landesburg. Diese wurde über die Jahrhunderte mehrfach beschädigt und umgebaut. Sie ist seit 1662 in Privatbesitz.

Hinweis
Das Objekt „Historischer Ortskern Schermbeck“ ist wertgebendes Merkmal des historischen Kulturlandschaftsbereichs Schermbeck (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Ruhr 023).

(LVR-Fachbereich Umwelt, 2012)

Internet
schermbeck.de: Schermbeck (abgerufen 23.10.2012, Inhalt nicht mehr verfügbar 09.11.2017)

Literatur

Janssen, Wilhelm (2007)
Die Entwicklung des Territoriums Kleve. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, V.11-12.) Bonn.

Historischer Ortskern Schermbeck

Schlagwörter
Ort
46514 Schermbeck
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
keine Angabe
Koordinate WGS84
51° 41′ 34,32″ N, 6° 52′ 9,44″ O / 51.69287°, 6.86929°
Koordinate UTM
32U 352734.43 5729028.15
Koordinate Gauss/Krüger
2560151.03 5729088.93

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„Historischer Ortskern Schermbeck”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-55762-20121018-5 (Abgerufen: 19. November 2018)
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