Heimatmuseum Schermbeck

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Schermbeck
Kreis(e): Wesel
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Im Heimatmuseum Schermbeck findet der Besucher viele Exponate, die Zeugnis ablegen für den Lebensalltag der Kleinstädtischen und ländlichen Bevölkerung (2006).

    Im Heimatmuseum Schermbeck findet der Besucher viele Exponate, die Zeugnis ablegen für den Lebensalltag der Kleinstädtischen und ländlichen Bevölkerung (2006).

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  • Heimatmuseum Schermbeck: Im September 1985 wurde das Fachwerk des ehemaligen Ackerbürgerhauses von der Schermbecker Firma Grewing abgebaut.

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  • Heimatmuseum Schermbeck: Bürgermeister Bernhard Krass (Mitte) überreichte am 4. Dezember 1987 dem Heimat- und Geschichtsvereinsvorsitzenden Hans Zelle (vorne, 2.v.l.) den Schlüssel für das neue Heimatmuseum in der Steintorstraße 17.

    Heimatmuseum Schermbeck: Bürgermeister Bernhard Krass (Mitte) überreichte am 4. Dezember 1987 dem Heimat- und Geschichtsvereinsvorsitzenden Hans Zelle (vorne, 2.v.l.) den Schlüssel für das neue Heimatmuseum in der Steintorstraße 17.

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  • Heimatmuseum Schermbeck (2013). Das Fachwerkhaus aus dem Jahre 1566 wurde am 12. April 1984 als drittes Bauwerk in die gemeindliche Denkmalliste eingetragen.

    Heimatmuseum Schermbeck (2013). Das Fachwerkhaus aus dem Jahre 1566 wurde am 12. April 1984 als drittes Bauwerk in die gemeindliche Denkmalliste eingetragen.

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Steinerne Zeugen der Schermbecker Geschichte
Teil 13: Heimatmuseum im Ortskern

Das Schermbecker Heimatmuseum in der Steintorstraße 17 erfüllt gleich einen doppelten Zweck. Es birgt nicht nur viele Erinnerungsstücke an die vielhundertjährige Siedlungs-, Wirtschafts- und Verkehrsgeschichte der Gemeinde Schermbeck. Das ehemalige Ackerbürgerhaus ist gleichzeitig das älteste noch erhaltene ehemalige Wohngebäude im Bereich des Ortskerns.

Schon drei Jahre vor der Eröffnung des Museums wurde das Fachwerkhaus am 12. April 1984 in die gemeindliche Denkmalliste eingetragen. „Ein bedeutendes Dokument der ehemaligen Fachwerkbebauung des Ortskerns von Schermbeck“, bescheinigte das Rheinische Amt für Denkmalpflege in den frühen 1980er-Jahren dem zweigeschossigen giebelständigen Fachwerkgebäude und empfahl mit dem Hinweis „ein wichtiges Objekt für die Hausforschung“ eine Unterschutzstellung des so genannten „Dickmannschen Hauses“.
Bereits 1983 hatte die SPD-Ratsfraktion den Antrag gestellt, das Gebäude für die Arbeiterwohlfahrt nutzbar zu machen. Daneben gab es Bemühungen einiger Heimatkundler, das Gebäude als Heimatmuseum zu nutzen. Vorgeschlagen wurde auch eine Nutzung als Gemeindebücherei, zumal die Bücherei in der ehemaligen reformierten Kirche aus allen Nähten platzte.

Im Rahmen der Umbauarbeiten wurde anhand dendrochronologischer Daten festgestellt, dass das Gebäude im Jahre 1566 in Ständerbauweise errichtet wurde und dem Typ des niederrheinischen Hallenhauses zuzuordnen ist. Das Gebäude wurde als eingeschossiger, fünfgefachiger Fachwerkbau mit geschosshohen, sich kreuzenden Streben, einem im Westen vorstrebenden Giebel und einer seitlichen Kübbung erstellt. 1569 wurde das Gebäude aufgestockt. Die Ausfachungen der Außenwände bestanden aus Ziegelsteinmauerwerk, die der Innenwände aus Flechtwerk mit Lehmputz. Die Decken waren aus Holzdielen hergestellt. Bei der Restaurierung des Gebäudes in den Jahren 1985/86 wurde am Treppenaufgang eine Wandfläche so gestaltet, dass man den Ausbau der Innenwände aus Flechtwerk mit Lehmputz stufenartig erkennen kann.
Vom 16. bis 19. Jahrhundert befanden sich die gewerblichen Räume im Westen und die Wohnräume mit der dazugehörigen und auch vorgefundenen Kaminstelle im Osten. Eine genaue Deutung des ehemaligen Gewerbes war nicht möglich, weil der Boden des gewerblichen Raumes um 1900 abgetragen wurde. Die letzte Änderung des Hauses muss in dem Zeitraum um die Wende zum 20. Jahrhundert erfolgt sein. Das Original-Fachwerk wurde in den Bereichen von Giebel und Kübbung durch Backsteinmauerwerk ersetzt.

Das im Jahre 1921 von Johann und Christine Dickmann gekaufte Haus konnte gegen Ende des Zweiten Weltkrieges dank des schnellen Eingreifens zweier Männer vor dem Abbrennen bewahrt werden. 1981 kaufte die Gemeinde Schermbeck das Gebäude.
Unter strenger Aufsicht des Landeskonservators wurde ab September 1985 fast das gesamte Gebäude stückchenweise abgebaut. Lediglich die vordere Giebelwand und ein Stück der Seitenmauern blieben stehen. Nach Fertigstellung des Betonfundamentes durch die Firma Fasselt wurde im Dezember 1985 mit dem Wiederaufbau des Hauses begonnen. Im Januar 1987 begann eine spektakuläre Baumaßnahme. Ein in Blöcke zerlegter Kieselsteinboden, der schon 1985 aus dem Bauernhaus Schetter geborgen worden war, wurde im Kaminzimmer des Museums verlegt.

Am 9. September 1987 wurde dem Heimat- und Geschichtsverein vom Kultur- und Sportausschuss die Betreuung des Museums übertragen. Am 4. Dezember 1987 wurde das neue Museum offiziell seiner Bestimmung übergeben. Der Wunsch des damaligen Bürgermeisters Bernhard Krass, „dieses Gebäude soll ein kleiner kultureller Mittelpunkt in der Gemeinde sein“, ist längst in Erfüllung gegangen. Das Museum hat sich in über 27 Jahren zu einer „Schatztruhe der Geschichte“ entwickelt.

Etwa 2000 Besucher kommen jährlich, um die in zwei Geschossebenen ausgestellten Exponate zur Geschichte Schermbecks zu besichtigen. Neben einer Dauerausstellung zur Geschichte und Kultur Schermbecks werden Exponate aus Gewerbe, Landwirtschaft und Haushalten präsentiert. Hinzu kommen wechselnde Sonderausstellungen, die sich fast ausnahmslos mit ortsgeschichtlichen Themen befassen. Derzeit läuft die 49. Ausstellung, die alte Schermbecker Ansichtskarten zeigt.

Das Museum ist sonntags zwischen 10 und 13 Uhr geöffnet. Es wird ehrenamtlich von Mitgliedern des Heimat- und Geschichtsvereins betreut. Sonderführungen übernimmt der ehemalige Heimat- und Geschichtsvereinsvorsitzende Hans Zelle (Tel. 02853/4709). Der Eintritt ist frei.

(Helmut Scheffler, 2015 / mit freundlicher Genehmigung)

Internet
www.heimatverein-schermbeck.de: Heimat- und Geschichtsverein Schermbeck e.V., Heimatmuseum (abgerufen 17.02.2015)

Literatur

Buß, Heinrich (Red.) / Gemeinde Schermbeck (Hrsg.) (1987)
Baudenkmal Niederrheinisches Hallenhaus Steintorstraße 17. Das Schermbecker Museum. Schermbeck.
Scheffler, Helmut (1987)
Heimatmuseum wird eröffnet. In: Blickpunkt Schermbeck, Heft 4 (hrsg. von der Werbegemeinschaft Schermbeck), Schermbeck.
Scheffler, Helmut / Verkehrsverein Schermbeck (Hrsg.) (1993)
Schatztruhe der Geschichte. Schermbecker Heimatmuseum in der Steintorstraße 17 (Faltprospekt). Schermbeck.
Zelle, Hans (1996)
Das Schermbecker Heimatmuseum, eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. (Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck, 56. Jahrgang 1997.) S. 51-54. Dorsten.

Heimatmuseum Schermbeck

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Steintorstraße 17
Ort
46514 Schermbeck
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1566
Koordinate WGS84
51° 41′ 34,86″ N, 6° 52′ 12,88″ O / 51.69302°, 6.87024°
Koordinate UTM
32U 352800.92 5729042.9
Koordinate Gauss/Krüger
2560216.88 5729106.4

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„Heimatmuseum Schermbeck”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-115170-20150217-2 (Abgerufen: 16. November 2018)
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