Gut Dützhof

Unterer Dützhof, Scheiffartshof, Bornheimer Hof, Hinterer Dützhof, Unterdützhof

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Raumplanung
Gemeinde(n): Bornheim (Nordrhein-Westfalen), Swisttal
Kreis(e): Rhein-Sieg-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 43′ 52,22″ N: 6° 56′ 13,04″ O / 50,73117°N: 6,93695°O
Koordinate UTM 32.354.408,24 m: 5.621.960,62 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.566.194,49 m: 5.622.159,82 m
  • Gut Dützhof (2017)

    Gut Dützhof (2017)

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    Gut Dützhof (2017)

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  • Gut Dützhof (2014)

    Gut Dützhof (2014)

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Gut Dützhof befindet sich im Vorgebirge, auf der jüngeren Hauptterrasse des Rheins zwischen den Ortschaften Brenig und Heimerzheim am Rande fruchtbarer, lössbedeckter Ackerflächen. In einer Entfernung von etwa 500 Metern befindet sich der Obere Dützhof.

Geschichte
In der Literatur wird bezüglich der urkundlichen Ersterwähnung die Vermutung geäußert, dass die Dützhöfe, das heißt Gut Dützhof und der Obere Dützhof, als einzige Hofstellen von einem gleichnamigen, inzwischen untergegangenen Dorf übrig geblieben sind. Dieses Dorf wurde im 9. und 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt und Zerlett (1949) vermutet eine Übereinstimmung beziehungsweise Herleitung der Hofnamen Dützhöfe aus dem lateinischen urkundlich erwähnten Namen „villa Tutehoven“. „Erst vom 17. Jahrhundert ab ändert sich die Bezeichnung dahin, daß ein “Dützhof„ genannt wird“ (Zerlett 1949).
Der Hof Gut Dützhof wird urkundlich erstmals 1354 erwähnt, als er Wynand von Mückenhausen durch das Damenstift Dietkirchen in Bonn zu Lehen gegeben wird (Bölkow 1974, S. 86f). Zwischen 1529 und 1630 gehörte er der Familie Scheiffart zu Merode, nach der er zeitweise benannt war. Ab 1630 befand sich der Untere Dützhof in den Händen der Freiherrn von Walbott-Bassenheim, die diesen auch verpachteten. Als Clemens August von Walbott-Bassenheim zu Bornheim den Hof erbte, ließ er ihn 1765/66 neu errichten und sein Dach mit - zu damaligen Zeiten unüblichen - Dachziegeln decken (Bölkow 1974, S. 90). 1788 errichtete vermutlich das Pächter-Ehepaar Johann Müller und Anna Jomers das hölzerne Hofkreuz „zu Ehren Christi Wunden und aller Heiligen“, welches 1924 und 1967 durch die Eigentümerfamilie Rheindorf erneuert wurde (Bölkow 1974, S. 90). 1818 gelangte der Untere Dützhof durch Kauf in das Eigentum der Familie Rheindorf (Bölkow 1974, S. 90), von der er bis heute als Pferdepension Gut Dützhof und landwirtschaftlich betrieben wird (Gut Dützhof).

Im Bereich des Gutes Dützhof stießen mehrere wichtige Wegeverbindungen aufeinander: „die “ahl Rembacher Stroß„, ein alter Handelsweg von Trier nach Köln und ein Wallfahrtsweg, der von Lüftelberg über Schillingskapellen und Walberberg nach Köln führte“ sowie die Röttgen- oder Breite Allee, „die unter Kurfürst Clemens August von Bayern ausgebaut wurde und die Felder zwischen den beiden Dützhöfen durchschnitt (...). Angeblich soll Clemens August häufig mit seinem Jagdgefolge auf dem Dützhof Station gemacht haben“ (Bölkow 1974, S. 86).

Gut Dützhofen wechselte mehrmals im Laufe seiner Geschichte und Eigentümer seinen Namen. Abgesehen davon sind die Bezeichnungen auf Kartenwerken nicht eindeutig.
Laut Tranchot-Karte: Unterster Deutzhof
Preußische Uraufnahme: Duzhöfe
Preußische Neuaufnahme: Dützhöfe
Folgeblätter der TK 25 nennen nur die Dützhöfe, ab 1998 wird der nördliche der beiden Höfe Oberer Dützhof, der südliche nur Dützhof genannt.
Laut Zerlett (1949) und Bölkow (1974): Unterer Dützhof
Laut DGK 5: Oberer Dützhof
Laut Eigentümer: Gut Dützhof
Laut Denkmalpflege und Denkmalliste: Hofanlage Oberer Dützhof
Weitere Namen laut Bölkow (1974): Scheiffartshof, Bornheimer Hof, Unterdützhof

Heutiger Zustand und kulturhistorische Bedeutung
Gut Dützhof präsentiert sich bis heute in unverändert freier Lage, umgeben von landwirtschaftlichen Nutzflächen sowie Wald. Das Fachwerkwohnhaus mit Krüppelwalmdach sowie die Wirtschaftsgebäude aus Ziegelstein bilden eine unregelmäßige, mehrflügelige, geschlossene Hofanlage. In einen Holzbalken des Fachwerkgiebels des Wohnhauses ist ein Chronogramm eingeritzt: „hIC LoCVs sIt aMantIs DIanae qVIes“; das Baujahr des Wohnhauses leitet sich aus den Großbuchstaben ab, die als römische Zahl 1765 ergeben. Laut Wetterfahne wurden die Wirtschaftsgebäude 1858 neu errichtet (Bölkow 1974, S. 86). Vor der Hofeinfahrt befindet sich das 1967 erneuerte Hofkreuz aus Holz inmitten einer Baumgruppe. Der Untere Dützhof ist aufgrund seiner räumlichen Nähe zur Breiten Allee sowie seiner vermuteten Funktion als Übernachtungsstätte für Jagdgesellschaften eingebunden in die Infrastruktur des Lieblings-Jagdreviers von Kurfürst Clemens August und weist somit neben seiner historischen Bedeutung räumlich-funktionale Bezüge zu weiteren Kulturlandschaftselementen in der näheren und ferneren Umgebung auf.

Hinweise
Das Objekt Gut Dützhof ist ein eingetragenes Baudenkmal (Heimerzheim Lfd. Nr. 2 (Wikipedia: Liste der Baudenkmäler in Swisttal)) und wertgebendes Merkmal des historischen Kulturlandschaftsbereiches Burg Kriegshoven, Dützhöfe (Kulturlandschaftsbereich Fachbeitrag Köln 200).

(Nicole Schmitz, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2017)

Internet
Gut Dützhof (abgerufen am 25.10.2017)
de.wikipedia.org: Liste der Baudenkmäler in Swisttal (abgerufen am 25.10.2017)
Zerlett, Norbert: Die Dützhöfe bei Heimerzheim, In: General-Anzeiger für Bonn und Umgegend (vom 15.10.1949)

Literatur

Bölkow, Rudolf (1974)
Der Untere Dützhof. In: 900 Neunhundert Jahre Heimerzheim. 1074 - 1974; Festschrift, S. 86-91. Heimerzheim.

Gut Dützhof

Schlagwörter
Ort
53913 Swisttal - Heimerzheim
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Raumplanung
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Geländebegehung/-kartierung, Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1354 bis 1426

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„Gut Dützhof”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-138369-20150908-4 (Abgerufen: 18. Oktober 2019)
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