Steinzeugröhrenfabrik Steinzeug Keramo GmbH

Kalscheuerwerk, Rhenania, Kalscheuer & Cie., Kalscheuer-Werk, Jakob Kalscheuer & Cie.

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Frechen
Kreis(e): Rhein-Erft-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 54′ 53,91″ N: 6° 49′ 29,27″ O 50,91498°N: 6,8248°O
Koordinate UTM 32.347.095,63 m: 5.642.623,40 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.558.047,78 m: 5.642.512,10 m
  • Lagerplatz und Fabrikgebäude der Firma Steinzeug-Keramo GmbH in Frechen (2020)

    Lagerplatz und Fabrikgebäude der Firma Steinzeug-Keramo GmbH in Frechen (2020)

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  • Umfassungsmauer des ehemaligen Kalscheuer-Werkes entlang der Kölner Straße in Frechen (2020)

    Umfassungsmauer des ehemaligen Kalscheuer-Werkes entlang der Kölner Straße in Frechen (2020)

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  • Herstellerzeichen des Werkes Jakob Kalscheuer & Cie in Frechen (2020)

    Herstellerzeichen des Werkes Jakob Kalscheuer & Cie in Frechen (2020)

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  • Steinzeuggesims auf dem Eckpfeiler der Umfassungsmauer in Frechen (2020)

    Steinzeuggesims auf dem Eckpfeiler der Umfassungsmauer in Frechen (2020)

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  • Eckpfeiler der Umfassungsmauer um das Betriebsgelände der Steinzeug-Keramo GmbH in Frechen (2020)

    Eckpfeiler der Umfassungsmauer um das Betriebsgelände der Steinzeug-Keramo GmbH in Frechen (2020)

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    Doppelhaus auf dem Betriebsgelände der Steinzeug-Keramo GmbH in Frechen (2020)

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  • Bereich mit den ältesten baulichen Anlagen der Firma Steinzeug Keramo in Frechen (2020)

    Bereich mit den ältesten baulichen Anlagen der Firma Steinzeug Keramo in Frechen (2020)

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  • Altes Lagergebäude auf dem Gelände des ehemaligen Kalscheuer-Werkes in Frechen (2020)

    Altes Lagergebäude auf dem Gelände des ehemaligen Kalscheuer-Werkes in Frechen (2020)

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  • Erhaltene Mauer des ehemaligen Kalscheuer-Werkes in Frechen (2020)

    Erhaltene Mauer des ehemaligen Kalscheuer-Werkes in Frechen (2020)

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Zum Jahreswechsel 2018/2019 endete nach rund 130 Jahren die Produktion in der letzten von ehemals 12 Steinzeugröhrenfabriken in Frechen. Das Werk, zuletzt unter dem Namen Steinzeug-Keramo GmbH agierend, wird somit zum historischen Kulturlandschaftselement. Zugleich gehört es zu den letzten Zeugnissen der industriellen Steinzeugproduktion im Rahmen der jahrhundertelangen Keramiktradition der Stadt Frechen.

Das Werk Kalscheuer & Cie (1889-1953)
Die „Wolf-Gruppe“ (1953-1988)
Vereinigte Steinzeugwerke GmbH (1988-1998)
Steinzeug-Keramo GmbH (1998-2019)
Heutiger Zustand und Kulturlandschaftliche Bedeutung / Hinweis
Quelle, Internet, Literatur

Das Werk Kalscheuer & Cie (1889-1953)
Rund 25 Jahre nach Eröffnung der ersten Steinzeugröhrenfabrik in Frechen schlossen sich 1889 mehrere Gutsbesitzer und -pächter aus Frechen und Umgebung zur Gründung des „Kalscheuer-Werkes“ zusammen. Zu den Gründern gehörten laut Literatur (Stadtarchiv Frechen 2002, S. 88):
• Josef Berk, Neuhemmerich;
• Joh. Koch, Rath;
• Mathias Koch, Efferen;
• Heinrich Rolshoven, Herrig;
• Winand Heuser, Nörvenich;
• Jakob Kalscheuer, Frechen.

Ab 1905 setzte Toni Ooms als geschäftsführender Direktor und auf Basis seines beruflichen Werdeganges mehrere Optimierungen in der Produktion um. Dazu zählten der Umstieg von Dampfantrieb auf Elektrizität, die Gründung der Tonaufbereitungswerk GmbH zur Aufbereitung von verunreinigtem Ton sowie weitere Erneuerungen, für die er in den Jahren 1921 und 1922 Patente erhielt. 1911 führte er zwei Fabrikerweiterungen durch und wandelte 1912 das Unternehmen in eine GmbH um, zu deren Gesellschafter er auch wurde (Stadtarchiv Frechen 2002, S. 88f). 1920 gründete er die Ofenbaufirma „Ooms, Ittner & Cie“, die auch Öfen für die Frechener Steinzeugfabriken fertigte. Zudem erlangte das Kalscheuer-Werk auf Ooms` Initiative hin Bedeutung durch seine Abteilung für Bau- und Gebrauchskeramik (Ooms´sche Keramik).
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Die „Wolf-Gruppe“ (1953-1988)
1953 übernahm die Frechener Unternehmerfamilie Wolf das Kalscheuer-Werk, welches nun neben den Steinzeugfabriken Rhenania im Frechener Oberdorf und der Fabrik Weiden & Schaaf, benachbart zur Katholischen Kirche St. Audomar, zur sogenannten Wolf-Gruppe gehörte (Stadtarchiv Frechen 2002, S. 90).
Die Wolfs – eigentlich ein Familie von Landwirten und Bierbrauern in Frechen – begannen ab 1905 im Zuge der Industrialisierung, Mauersteine in einer Ringofenziegelei östlich der heutigen Bonnstraße in Frechen herzustellen. Diese waren für den Bau der Brikettfabriken stark nachgefragt (Stadtarchiv Frechen 2002, S. 80).

Nach ihrer Übernahme erhöhte die Familie Wolf die Produktionsleistung des Kalscheuer-Werkes von 8.000 Jahrestonnen 1953 bereits im gleichen Jahr durch den Bau eines Kammerringofens. Es folgten 1959 ein erster Tunnelofen, 1962 der zweite, 1965 der dritte, wodurch die Produktionskapazitäten auf rund 70.000 Jahrestonnen gesteigert werden konnten. Da die Familie Wolf in der Nachbarschaft zum Kalscheuer-Werk die o.g. Ziegelei betrieb und ihr weiteres angrenzendes Gelände gehörte, waren räumliche Betriebserweiterungen ohne Probleme möglich (Stadtarchiv 2002, S. 90). So konnten die einzelnen Fertigungsprozesse (Pressen, Trocknung, Brennen) auf einer Ebene nahezu hintereinander angeordnet und in hohem Maße automatisiert werden.

Als das Werk Rhenania der Wolf-Gruppe 1984 im Oberdorf geschlossen werden musste, wurde das Kalscheuer-Werk in „Rhenania“ umbenannt (Stadtarchiv Frechen 2002, S. 90).

Das unternehmerische Interesse einzelner Mitglieder der Familie Wolf beschränkte sich nicht nur auf die Steinzeug- und Ziegelproduktion: Heinrich Wolf I investierte insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg in den Wohnungsbau zur Linderung der damaligen Wohnungsnot. Die Heinrich-Wolf-Siedlung entstand (Stadtarchiv 2002, S. 87). Weitere Wohnsiedlungen mit 700 Wohneinheiten ließen die Wolf-Brüder Heinrich II und Peter Josef nach dem Vorbild ihres Onkels in den Straßen Am Lindchen, In der Mergelskaul, An der Fischmaar, An der Waidmaar, Matthiasstraße, Im Klarenpesch und in der Kapfenberger Straße errichten (Stadtarchiv Frechen 2020, S. 87).
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Vereinigte Steinzeugwerke GmbH (1988-1998)
1988 schlossen sich die beiden größten deutschen und einzigen noch in Frechen verbliebenen Steinzeugrohrhersteller Cremer & Breuer und Wolf zur “Vereinigte Steinzeugwerke GmbH„ zusammen. Die Rhenania wurde als Betrieb dieses Gemeinschaftsunternehmens fortgeführt“ (Stadtarchiv Frechen 2020, S. 90). Die Beteiligung an der GmbH sah 60% für Cremer & Breuer sowie 40% für Familie Wolf vor; die Kapazität beider Unternehmen erreichte 180.000 Jahrestonnen in insgesamt acht Tunnelöfen. Die Vereinigte Steinzeugwerke GmbH galt nunmehr als das größte Steinzeugunternehmen in Kontinentaleuropa (Stadtarchiv Frechen 2002, S. 93).
„Zunächst ging man auf der betrieblichen Ebene daran, das Produktionssortiment zu entflechten. Auf beiden Seiten der Kölner Straße wurden früher teilweise die gleichen Rohrdimensionen hergestellt. Jetzt konzentrierte man die einzelnen Nennweiten in je einem Tunnelofen, so dass aufwendig zu handhabender Mischbesatz weitgehend entfiel“ (Stadtarchiv Frechen 2002, S. 93). Weitere Optimierungsmaßnahmen bestanden in der Entwicklung neuer Massen, „um die Scheiteldruckfestigkeiten soweit anzuheben, dass die Rohre nun fast ausschließlich – auch in größeren Tiefen – ohne Betonbettung verlegt werden konnten. Ein Tunnelofen wurde soweit erhöht, dass erstmals in der Steinzeuggeschichte glasierte Muffenrohre der Nennweite 300 mm in der Baulänge von 2,50 m hergestellt werden konnten“ (Stadtarchiv Frechen 2002, S. 93).

Die Wiedervereinigung versprach einen wirtschaftlichen Aufschwung – und auch die Tonröhrenindustrie prognostizierte hohe Absatzchancen im ostdeutschen Raum, denn die dortigen Produktionsanlagen waren veraltet. So stieg der Absatz deutscher Hersteller um 20% allein im Jahr 1990. „Die Absatzentwicklung ging in den nächsten Jahren weiter rasant nach oben und lag im Jahr 1993 mit rund 290.000 Tonnen fast 60% über dem Wert von 1989“ (Stadtarchiv Frechen 2002, S. 94). Anstelle einer Ausweitung der Produktionskapazitäten in Frechen entschloss man sich 1992, die ostdeutsche Bad Schmiedeberger Steinzeuggesellschaft zu übernehmen. Jedoch brach der Markt ein Jahr später bereits ein. Dies bedeutete das Aus für das Werk Cremer & Breuer im Jahr 1997, „weil im Werk Rhenania bessere Voraussetzungen für eine kostengünstige Produktion vorhanden waren und erste Schritte in größere Baulängen bereits durch die Erhöhung des Tunnelofen I getan waren“ (Stadtarchiv Frechen 2002, S. 94f).
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Steinzeug-Keramo GmbH (1998-2019)
1998 fusionierte die Vereinigte Steinzeugwerke GmbH mit dem Belgischen Unternehmen Keramo-Wienerberger unter Einschluss der Steinzeug GmbH in Marsdorf. Produziert wurde nun an den Standorten Frechen, Bad Schmiedeberg sowie Hasselt / Belgien (Stadtarchiv Frechen 2002, S. 95). Die Produktion am Frechener Standort war in der Formgebung der Mittelrohre spezialisiert auf das „Pressen von Rohren der Nennweite DN 200 H - DN 350 H - bis zu 2,5 m Baulänge“ sowie im Bereich der Formgebung der Großrohre auf das „Pressen von Rohren der Nennweiten DN 700 - DN 1400“ (Steinzeug-Keramo GmbH, Flyer).

Zum Ende des Jahres 2018 setzte das Unternehmen seine Neuausrichtung um. Das Unternehmen will sich „(...) auf die Produktion von Steinzeugrohren bis zu einem Durchmesser von 80 Zentimetern für den europäischen Markt konzentrieren. Die Produktion und die Logistik soll sich deshalb künftig auf die beiden anderen Standorte der Steinzeug-Keramo GmbH in Bad Schmiedeberg (Sachsen-Anhalt) und im belgischen Hasselt konzentrieren“ (Kölner Stadt-Anzeiger 2018). Seit Januar 2019 befindet sich nur noch die Unternehmenszentrale in Frechen und die Produktion wurde aufgelöst.
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Heutiger Zustand und kulturhistorische Bedeutung
Mit Schließung der Produktion der Steinzeug-Keramo GmbH endete 2018 (01.01.2019) die Jahrhunderte alte Tradition der Keramikproduktion der Stadt Frechen, die sich neben „Klüttenstadt“ auch den Titel „Töpferstadt“ gibt. Das Töpferhandwerk ist aufgrund der in der Umgebung vorhandenen Tonvorkommen seit dem Mittelalter belegt. Seitdem waren die hier ansässigen Töpfereien der Kannen- und Düppenbäcker sowohl von überregionaler, internationaler als auch transnationaler Bedeutung („Bartmannkrug“). Auch die industrielle Steinzeugröhrenproduktion setzte zumindest europaweite Maßstäbe. Die Produktion von Irdenware und Steinzeug bestimmte neben der Braunkohlenindustrie über Jahrhunderte das wirtschaftliche Leben sowie das Bild der Stadt Frechen (Flyer Naturpark Rheinland).

Das Kalscheuer-Werk wurde 1889 errichtet und mehrmals im Laufe der Zeit erweitert – der Erhalt älterer Bausubstanz, besonders im Bereich der Ziegelsteinbauten und Schornsteine – ist nicht auszuschließen. Das Werk entfaltet aufgrund seiner vier markanten Fabrikschlote eine beeindruckende Wirkung - eine Blickachse bildet sich vom Freiheitsring aus (Höhe Ringschule) hin zu einem der Schornsteine. Auf dem Gelände sind zur Kölner Straße hin ein Doppelhaus, errichtet aus Backstein, erhalten, das vermutlich als Verwaltungsgebäude fungierte. Schräg dahinter versetzt ist ein langrechteckiges, eingeschossiges Backsteingebäude zu nennen, welches wohl als Lagergebäude genutzt wurde. An der Kölner Straße ist ein Teil der ursprünglichen Umfassungsmauer des Kalscheuer-Werkes erhalten. Es handelt sich um eine etwa 1 Meter hohe Backsteinmauer, auf die U-Elemente aus Steinzeug gesetzt sind. Auf diesen ist das Herstellerzeichen der Steinzeugfabrik aufgebracht. Es trägt die Inschrift:
„O.S.N. / JAKOB KALSCHEUER & CIE / Frechen b. Köln / Deutschland“.
Auf der Mauer ist ein schmiedeeiserner, etwa 1,5 Meter hoher Zaun mit Schmuckelementen befestigt. Die beiden erhaltenen Eckpfeiler sind ebenfalls aus Backsteinen gemauert und tragen ein Gesims aus blattförmigen Steinzeug-Ornamenten.

Heute ist das hauptberufliche Töpferhandwerk in der Stadt ausgestorben und von den ehemals insgesamt 12 Steinzeugröhrenfabriken steht bis auf das Werk der Steinzeug-Keramo GmbH kein einziges Fabrikgebäude mehr. Auf dem Gelände der ehemaligen Fabrik Weiden & Schaaf, benachbart zur Katholischen Kirche St. Audomar, wurde ein großer Wohnkomplex errichtet, in dessen Bau lediglich die Westfassade des Fabrikbaus sowie ein Kaminstumpf integriert worden sind. Alle anderen Fabriken wurden nach Produktionsaufgabe abgerissen und die Flächen überbaut. Das Werk der Steinzeug-Keramo GmbH ist somit der einzig erhaltene Bau einer Steinzeugröhrenfabrik in Frechen, an der sich, da die Schließung erst kürzlich erfolgte, die Produktionskette vom Ausgangsprodukt Ton / Schamott bis hin zum Steinzeugrohr nachvollziehen lässt.
Vor diesem Hintergrund kommt dem historischen Kulturlandschaftselement Fabrikanlage des ehemaligen Kalscheuer-Werkes eine hohe kulturlandschaftliche Bedeutung aufgrund ihres hohen technikgeschichtlichen und historischen Zeugniswertes, aufgrund ihres Erhaltungszustandes, ihrer Seltenheit (die letzte Fabrik ihrer Art in Frechen), ihres regionaltypischen Wertes und aufgrund der nachvollziehbaren räumlichen Zusammenhänge und Beziehungen (Wohnsiedlungen, Fassadengestaltungen, Kunstkeramik, Tonvorkommen) am Standort Frechen zu. Der gestalteten Bau- und Feinkeramik aus Steinzeug (KerAion und Ooms´sche Keramik) wird zudem ein regionaler künstlerischer Wert beigemessen. Während beispielsweise die keramikverzierten Fassaden einzelner Häuser bzw. Siedlungen sowie Plastiken unter Denkmalschutz gestellt sind, ist dies nicht der Fall für die Stätten ihrer Produktion. Vielmehr wurden vereinzelte unter Denkmalschutz gestellte Tunnelöfen der ebenfalls ehemals bedeutenden Steinzeugfabrik Cremer & Breuer, deren Erhaltung ebenfalls scheiterte, im Zuge einer Neubebauung (2018) abgerissen.

Die Stiftung Keramion, die auch das Museum Keramion betreibt, hat die wenigen erhaltenen Spuren des Töpferhandwerkes und der Steinzeugindustrie in einem Keramikweg aufgearbeitet, dessen Endpunkt die Fabrikanlage der Steinzeug-Keramo GmbH ist.
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Hinweis
Das Objekt „Steinzeugröhrenfabrik Steinzeug Keramo GmbH“ ist wertgebendes Merkmal des historischen Kulturlandschaftsbereiches Töpfereisiedlung Frechen (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Köln 474).

(Nicole Schmitz, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2020)

Quelle
Steinzeug-Keramo GmbH: Herzlich Willkommen am Produktionsstandort Frechen. Flyer (erhalten im Rahmen einer Betriebsführung im September 2015).

Internet
Stiftung Keramion: Keramikweg durch Frechen. Flyer (abgerufen am 24.03.2020)
www.naturpark-rheinland.de: Spuren der Keramikproduktion. Flyer. 3. Auflage 2013 (abgerufen am 24.03.2020; direkter Download auch hier möglich)
www.ksta.de: Steinzeug-Keramo: Beschäftigte bangen um Jobs in Frechen (Kölner Stadt-Anzeiger vom 20.01.2018, abgerufen am 08.04.2020)
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Literatur

Plück, Christian; Mayerhofer, Bernd; Madsack, Werner; Schumacher, Reinhard (2002)
150 Jahre Frechener Steinzeugindustrie. Frechen.
Stiftung Keramion (2008)
Keramion. Frechen.

Steinzeugröhrenfabrik Steinzeug Keramo GmbH

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Kölner Straße
Ort
50226 Frechen
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Geländebegehung/-kartierung, Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1889

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„Steinzeugröhrenfabrik Steinzeug Keramo GmbH”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-137732-20150903-2 (Abgerufen: 30. September 2022)
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