Bahnhof Frechen-Königsdorf

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Frechen
Kreis(e): Rhein-Erft-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 56′ 11,85″ N: 6° 46′ 39,79″ O 50,93663°N: 6,77772°O
Koordinate UTM 32.343.859,19 m: 5.645.129,13 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.554.711,70 m: 5.644.884,55 m
  • Bahnhof Frechen-Königsdorf (2015)

    Bahnhof Frechen-Königsdorf (2015)

    Copyright-Hinweis:
    Elmar Knieps / Landschaftsverband Rheinland / CC BA 4.0
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    Elmar Knieps
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Der heutige Bahnhof Frechen-Königsdorf wurde 1841 als Bahnhof Königsdorf eröffnet und hieß von 1880 bis 2000 Groß Königsdorf.

Die von 1839 bis 1841 errichtete Bahnverbindung von Köln nach Aachen wurde als Bestandteil des Bahnprojektes Köln-Aachen-Antwerpen am 1. September 1841 offiziell von der Rheinischen Eisenbahngesellschaft eröffnet.

Bei Streckenkilometer 13,76 wurde das Bahnhofsgebäude Königsdorf als eines der ersten Stationsgebäude im Jahr 1841 bereits vor der Streckeneröffnung fertig gestellt. Schon 1841 konnte der 1840 errichtete Bahnhof Königsdorf als einer der ersten fertig gestellten Bahnhöfe nach Streckeneröffnung angefahren werden. Ein Großteil der Bahnhöfe und Stationsanlagen war nach Betriebsbeginn hingegen noch unvollendet. Es handelte sich bei Königsdorf nach einer Einstufung der Direktionsversammlung vom 17. Juli 1840 um eine „Nebenstation 1. Klasse“. An jeder Nebenstation 1. Klasse war im Folgenden ein Stationshaus nach dem Vorbild der für Königsdorf bereits vorliegenden Pläne zu errichten.

Bei der Tagung der Direktionsversammlung am 17. Juli 1840 in Düsseldorf entschied man sich für eine massive Steinbauweise, da das Gebäude freistehend und den Windverhältnissen ausgesetzt sei. Einen Fachwerkbau erachtete man aus diesen Gründen als unpassend, da man hier von einem raschen Verfall der Holzkonstruktion ausging. Als klassifizierte „Nebenstation 1. Klasse“ wurde in dem Stationshaus auch eine Stationsbeamten- und Wärterwohnung vorgesehen. An jeder weiteren der insgesamt sieben „Nebenstationen 1. Klasse“ sollte im Folgenden nach dem Vorbild des Königsdorfer Stationshauses die weiteren Bahnhofsgebäude errichtet werden.

Mit der Aufnahme des fahrplanmäßigen Personenverkehrs am 6. September 1841 verkehrten zu Beginn täglich zwei Personen- und ein Güterzug in beide Richtungen. Die Bahnlinie wurde von der Bevölkerung gut angenommen, sodass bereits in den ersten vier Monaten in Königsdorf rund 4.390 Fahrgäste gezählt wurden. Bis zum 31. Dezember 1841 stiegen in Königsdorf 2.198 Personen in die Bahn, um in Richtung Köln zu fahren. Weitere 206 fuhren bis Müngersdorf, 1.348 bis Horrem, 129 bis Buir, 191 bis Düren und 223 bis Aachen.
1880 wurde der Bahnhof von Königsdorf in Großkönigsdorf umbenannt. Das Bahnhofsgebäude wurde 1891 abgebrochen und durch ein neues Gebäude ersetzt.

Durch die Anbindung des Dorfes Königsdorf an die Bahnlinie und den Personenverkehr kam es zu weitreichenden Veränderungen. Die Bevölkerung stieg nun stetig von zunächst 233 Einwohnern im Jahr 1816 auf 460 Einwohner im Jahr 1843 und auf schließlich 518 Einwohner im Jahr 1855 an.
Die verbesserte Anbindung machte Königsdorf für die Kölner Bürger zu einem beliebten Naherholungsgebiet und führte zu einer sprunghaften Entwicklung des Gaststättengewerbes. Auch die Berufsstruktur wurde einem Wandel unterzogen; das Arbeitsplatzangebot verlagerte sich schließlich von der Landwirtschaft zu Handwerk und Gewerbe sowie zu einem völlig neuen Berufszweig im Dienstleistungsbereich.
Im Umkreis des Bahnhofs entstanden zahlreiche Bürgerbauten und auch die Steinzeugindustrie siedelte sich hier mit eigenen Gleisanlagen an, sodass sich Königsdorf schließlich zu dem Ort mit den höchsten Steuereinnahmen der Gemeinde Lövenich entwickeln konnte.

1880 wird der Bahnhof Königsdorf in Groß Königsdorf umbenannt und erhält 1891 ein neues Bahnhofsgebäude. 1966 wurden in Groß Königsdorf elektrische Oberleitungen installiert, sodass im Mai 1968 die Umstellung von Dampf auf elektrischen Zugverkehr vollzogen werden konnte.

Im Jahr 2000 wurde der DB-Bahnhof Groß Königsdorf erneut umbenannt in Frechen-Königsdorf. Seit 2002 ist Frechen-Königsdorf Haltepunkt der S-Bahn Rhein-Sieg. Das Bahnhofsgebäude selbst hat mit der Umgestaltung des Bahnhofs zur S-Bahn-Station seine eigentliche Funktion verloren. Die Bahnanbindung, welche Königsdorf in den letzten Jahrzehnten zum größten Vorort Frechens werden ließ, bleibt jedoch weiterhin ein wichtiger Standortfaktor.

(Sandra Lüling, Fachhochschule Köln, 2013, mit freundlicher Unterstützung der Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat und Kulturpflege)

Quelle
Königsdörfchen: Informationsblatt der Dorfgemeinschaft St. Magdalena 1984 Kleinkönigsdorf e.V.: 170 Jahre Eisenbahn in Königsdorf. Ausgabe 33. Mai 2012.

Literatur

Meyer, Lutz-Henning (1989)
150 Jahre Eisenbahnen im Rheinland. Köln.
Weingarten, Helmut (1989)
Königsdorf. Köln.
Weingarten, Helmut; Heeg, Egon; Kurth, Axel; Schreiner, Peter (2011)
Als die Lokomotiven laufen lernten ... Aus der Gründungsgeschichte der Eisenbahnlinie Köln-Aachen unter besonderer Berücksichtigung der Teilstrecke Köln-Horrem. In: Königsdorf im Rheinland, Beiträge zu seiner Geschichte, S. 331-372. Pulheim.

Bahnhof Frechen-Königsdorf

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Aachener Straße
Ort
50226 Frechen - Königsdorf
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1841

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Sandra Lüling (2013): „Bahnhof Frechen-Königsdorf”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-127857-20150605-10 (Abgerufen: 19. April 2024)
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