Motorsport-Rennstrecke „Kölner Kurs“ auf der Autobahn A 555

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Historische Aufnahme vom Start zum Autorennen der Deutschen Meisterschaft auf der Motorsport-Rennstrecke "Kölner Kurs" am 30.05.1948. Von links mit Startnummer 2 Karl Kling, Nr. 12 Ralph Roese und Nr. 6 Toni Ulmen.

    Historische Aufnahme vom Start zum Autorennen der Deutschen Meisterschaft auf der Motorsport-Rennstrecke "Kölner Kurs" am 30.05.1948. Von links mit Startnummer 2 Karl Kling, Nr. 12 Ralph Roese und Nr. 6 Toni Ulmen.

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  • Teil eines zeitgenössischen Plans der 5,542 Kilometer langen Rennstrecke "Kölner Kurs", die 1948 und 1949 auf Teilstücken der Köln-Bonner Autobahn A 555 angelegt wurde. Hier die Gesamtstrecke zwischen "Aachener Schleife" (heute Autobahnkreuz Köln-Süd) und der "Bonner Kehre" vor Köln-Sürth.

    Teil eines zeitgenössischen Plans der 5,542 Kilometer langen Rennstrecke "Kölner Kurs", die 1948 und 1949 auf Teilstücken der Köln-Bonner Autobahn A 555 angelegt wurde. Hier die Gesamtstrecke zwischen "Aachener Schleife" (heute Autobahnkreuz Köln-Süd) und der "Bonner Kehre" vor Köln-Sürth.

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  • Historisches Foto vom Autorennen der Deutschen Meisterschaft auf der Motorsport-Rennstrecke "Kölner Kurs" am 30.05.1948. Der Fahrer Nr. 12 Ralph Roese auf BMW-Veritas schied wegen eines technischen Defektes an dritter Stelle liegend aus.

    Historisches Foto vom Autorennen der Deutschen Meisterschaft auf der Motorsport-Rennstrecke "Kölner Kurs" am 30.05.1948. Der Fahrer Nr. 12 Ralph Roese auf BMW-Veritas schied wegen eines technischen Defektes an dritter Stelle liegend aus.

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  • Teil eines zeitgenössischen Plans der Motorsportrennstrecke "Kölner Kurs", die 1948 und 1949 auf Teilstücken der Köln-Bonner Autobahn A 555 angelegt wurde. Hier der Start- und Zielbereich mit verschiedenene Tribünen an der "Aachener Schleife" (heute Autobahnkreuz Köln-Süd).

    Teil eines zeitgenössischen Plans der Motorsportrennstrecke "Kölner Kurs", die 1948 und 1949 auf Teilstücken der Köln-Bonner Autobahn A 555 angelegt wurde. Hier der Start- und Zielbereich mit verschiedenene Tribünen an der "Aachener Schleife" (heute Autobahnkreuz Köln-Süd).

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Die Fahrbahn der ersten Autobahn Deutschlands verläuft über rund 20 Kilometer fast schnurgerade zwischen Köln und Bonn und wurde als schnelle „Diplomatenrennbahn“ genutzt. Über den öffentlichen Straßenverkehr hinausgehend fand dabei ein 5,542 Kilometer langes Teilstück der A 555 in den Jahren 1948 und 1949 als Rennstrecke „Kölner Kurs“ für Auto- und Motorradrennen Verwendung.

Motorsportrennstrecke „Kölner Kurs“ 1948 und 1949
Die Idee für den „Kölner Kurs“ wurde bereits 1946 geboren, doch wurden in den Nachkriegsjahren des Zweiten Weltkriegs durch die alliierten Besatzungsmächte Verbote für geplante Rennen ausgesprochen – war doch Benzin seinerzeit noch streng rationiert und durften bis 1946 offiziell sogar Fahrräder ausschließlich für berufliche Zwecke genutzt werden. Zuletzt wurde ein für den 20. Juli 1947 geplantes Rennen verboten (Nordmann u.a. 2003, S. 116).
Die Landesregierung konnte die Genehmigung für ein Auto- und Motorradrennen „Kölner Kurs“ auf einem Teilstück der A 555 letztlich erst am 22. Mai 1948 durchsetzen. Verbunden war die erst eine Woche vor dem geplanten Renntermin erteilte Erlaubnis mit der Auflage, dafür Sorge zu tragen, dass die umliegenden Gemüsefelder nicht von Zuschauern geplündert würden. Die Ackerfluren wurden daraufhin während der Rennen von Schutzpolizisten bewacht (ebd., S. 119).

Insgesamt 300 Teilnehmer in 16 zwei-, drei- und vierrädrigen Fahrzeugklassen drehten schließlich am 29. und 30. Mai 1948 ihre Runden auf der 5,542 Kilometer langen Rundstrecke zwischen der „Aachener Schleife“ (das heutige Autobahnkreuz Köln-Süd) und der „Bonner Kehre“ bei Köln-Sürth.
Bei dem als das „größte westdeutsche Motorsportereignis“ (Kölnische Rundschau 1948) angekündigten Rennen unter der Schirmherrschaft des Regierungspräsidenten erwartete man im Vorfeld bis zu 300.000 Zuschauer; Nordmann berichtet von immerhin 100.000 bei schlechtem und kalten Wetter (ebd., S. 117).
„Start und Ziel befanden sich auf der Köln-Bonner Autobahnbrücke, heute das Kreuz Köln-Süd, wo sich A 4 und A 555 begegnen. Gerade Richtung Bonn, 90-Grad-Kehre, Überleitung auf die Bahn Richtung Osten, 90-Grad-Kehre, unter der Brücke hindurch, dann über die Schleife wieder Richtung Bonn.“ (Auto Bild klassik 2015)

Welche über das Sportliche hinaus gehende Bedeutung diesem Rennen zugemessen wurde – man fühlt sich hier schon ein wenig an die Verklärung des 1954er Fußball-Weltmeistertitels erinnert –, lässt der zeitgenössische Bericht der „Motorradwelt“ erahnen:
„Neben dem Dom – den wir verehren, dem Karneval – den wir lieben und dem “Kölnisch Wasser„ – das wir nicht entbehren, gibt es nun etwas anderes, etwas Neues, was uns das dritte Jahr der Nachkriegszeit geschenkt hat: Einen “Kölner Kurs„, als Demonstration des Fortschritts und des Aufbauwillens…“ (hier zitiert nach Nordmann u.a. 2003, S. 119)

Ein zweites Rennen fand am 19. Oktober 1949 vor mindestens 80.000 Zuschauern statt. Allerdings machte der erst 1947 wiedergegründete Kölner Club für Motorsport (KCM) durch organisatorisches Chaos bedingt – die Rede ist von gefälschten Karten und Unterschlagungen – solche Verluste, dass er die Veranstaltung im Folgejahr nicht mehr ausrichten konnte.

Von weiteren Rennveranstaltungen auf dem „Kölner Kurs“ ist nichts bekannt. Einzelne historische Fotos von den beiden Rennen 1948 und 1949 finden sich auf einer Internet-Gedenkseite an den Motorrad- und Automobilrennfahrer Adolf Ralph Roese (1900-1950).
Die Tradition des Rennens „Kölner Kurs“ wird seit 1991 vom Motorsportclub MSC Porz e.V. im Rahmen eines Rennens mit historischen Rennmaschinen und Motorrollern auf dem Nürburgring gepflegt (Nordmann u.a. 2003, S. 149 und nuerburgring.de).

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2015)

Internet
www.wisoveg.de: Der „Kölner Kurs“ steigt (Artikel in der Kölnischen Rundschau vom 27. Mai 1948, abgerufen 25.03.2015)
www.ralph-roese.de: Bildergalerie „Veritas RS BMW 1948-1950“ (abgerufen 25.03.2015)
www.nuerburgring.de: Kölner Kurs (abgerufen 25.03.2015)
de.wikipedia.org: Bundesautobahn 555 (abgerufen 25.03.2015)

Literatur

Muche, Jan Henrik (2015)
Nordrhein-Westfalen Spezial - Go West. In: Auto BILD klassik, Nr. 4 / April 2015, S. 92-111. S. 95, o. O.
Nordmann, Horst / Hahn, Fritz / Hahn, Mika / Portz, Peter (Red.) (2003)
Kölsche Zweiradgeschichten: Pioniere, Rennfahrer, Schicksale. Kleinenbroich.

Motorsport-Rennstrecke „Kölner Kurs“ auf der Autobahn A 555

Schlagwörter
Ort
50996 Köln - Rondorf / Rodenkirchen
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Fernerkundung
Historischer Zeitraum
Beginn 1948, Ende 1949
Koordinate WGS84
50° 53′ 7,54″ N, 6° 58′ 5,6″ O / 50.88543°, 6.96822°
Koordinate UTM
32U 357086.13 5639050.71
Koordinate Gauss/Krüger
2568176.97 5639347.81

Empfohlene Zitierweise

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„Motorsport-Rennstrecke „Kölner Kurs“ auf der Autobahn A 555”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-119147-20150325-2 (Abgerufen: 19. August 2018)
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