Bad Tönisstein

früheres Kurhotel, heute Seniorendomizil Tönisstein

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Andernach, Burgbrohl
Kreis(e): Ahrweiler, Mayen-Koblenz
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Bad Tönisstein, Blick auf die ehemalige Hofmeisterei, das heutige Seniorendomizil (2014).

    Bad Tönisstein, Blick auf die ehemalige Hofmeisterei, das heutige Seniorendomizil (2014).

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  • Der Brunnentempel in Bad Tönisstein (2014).

    Der Brunnentempel in Bad Tönisstein (2014).

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Das zum Andernacher Stadtteil Kell zugehörige Bad Tönisstein ist ein ehemaliger beliebter Kur- und Badeort, der zeitweise Hauptquartier der amerikanischen Streitkräfte war. Bad Tönisstein umfasst heute etwa 10 verbliebene Gebäude und liegt zwischen den Orten Kell, Wassenach und Burgbrohl im Brohltal.

Chronologie
  • 17. Jahrhundert: Bau der historischen Gebäude unter dem Kurfürsten von Köln und Erzbischof Joseph Klemens von Bayern.
  • 1815: Nach Enteignung des Kurfürsten durch die Franzosen fiel das Gebiet an die Preußen, die es verpachteten oder verkauften. Käufer waren zumeist Protestanten, da es den Katholiken verboten war, ehemals geistlichen Besitz zu erwerben.
  • 1849: Vision des Kurbades „Heilbronn bei Brohl“. Antreibende Kraft war hierbei der Burgbrohler Arzt Dr. Otto Ewich.
  • 1854: Erwerb der Quellen aus dem Pöntertal, des Kurfürstenbades und des Keller Brunnens durch Dominicus Zervas. Dieser plante die Errichtung gemeinsam mit Dr. Ewich. Anschließende Aufgabe des Projekts, da nicht genügend Aktionäre gefunden wurden.
  • 1861-63: Wiederaufbau der teilweise baufälligen Gebäude und Betrieb einer Hotelanlage für Kurgäste.
  • 1884: Einstellung des Kurbetriebs.
  • 1886: Verkauf an August Thyssen für 51.000 Mark. Der neue Eigentümer konnte jedoch über sein Eigentum nicht vollkommen frei entscheiden und benötigte bei einigen Projekten die Zustimmung des Gemeinderats von Kell. Erneuter erfolgreicher Kurbetrieb, da in der damaligen Zeit für alle Kur- und Badeorte Hochkonjunktur herrschte.
  • 1919: Verkauf an Herrn Direktor Brandenburg, der ebenfalls einige Stein- und Tonfirmen besaß.
  • ab 1940: Quartier von Wehrmachtsgeneral Olbricht, der maßgeblich am Widerstand beteiligt war.
  • 1944: Hauptquartier der Heeresgruppe B. Generalfeldmarschall Model leitete von hier aus die Ardennenoffensive.
  • 1945: Übernahme durch die Amerikaner, die dort zwischenzeitig ihr Hauptquartier errichteten. Anschließend provisorischer Sitz des Oberpräsidiums des Rheinprovinz-Militärdistrikts unter Leitung von Dr. Fuchs.
  • ab 1950: Erneute Versuche zur Herstellung des Kurbetriebs. Erneuerung der Badeanlagen, Ausbau der ehemaligen Hofmeisterei zum „Hotel Kurfürstenhof“ und Anlage eines Kurparks durch die Firma C. Kerstiens. Bis in die späten 1970er Jahre wurden hier noch Nieren- und Blasenleiden, Rheuma u.a. Krankheiten behandelt. Heute befindet sich in den Räumlichkeiten eine Seniorenresidenz.

(Christian Maier, Universität Koblenz-Landau, 2014)

Literatur

Haffke, Gudrun / Stadt Andernach (Hrsg.) (2013)
Andernach aus der Geschichte der Stadtteile (1815-1965). S.135ff, Andernach.
Heyen, Franz-Josef (1988)
Andernach. S.440ff, Andernach.

Bad Tönisstein

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
An der Bundesstraße
Ort
56626 Andernach
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1701 bis 1799
Koordinate WGS84
50° 27′ 14,71″ N, 7° 17′ 53,3″ O / 50.45409°, 7.29814°
Koordinate UTM
32U 379188.53 5590503.81
Koordinate Gauss/Krüger
2592233.75 5591723.59

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Empfohlene Zitierweise
„Bad Tönisstein”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-107841-20141118-2 (Abgerufen: 24. Februar 2018)
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