Synagoge Krefeld

heute Gedenkstätte „An der alten Synagoge“

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Krefeld
Kreis(e): Krefeld
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Das Mahnmal am Standort der ehemaligen Synagoge in Krefeld (Ecke Marktstraße / Petersstraße, heute An der alten Synagoge) (2014).

    Das Mahnmal am Standort der ehemaligen Synagoge in Krefeld (Ecke Marktstraße / Petersstraße, heute An der alten Synagoge) (2014).

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  • Die Gedenktafel des Mahnmals am Standort der ehemaligen Synagoge in Krefeld (2014). Der Inschriftentext lautet: "Unweit dieses Mahnmals stand die Synagoge der Jüdischen Gemeinde Krefeld aus dem Jahr 1903. Menschenverachtende Willkür zerstörte sie in der "Reichskristallnacht" am 9. November 1938".

    Die Gedenktafel des Mahnmals am Standort der ehemaligen Synagoge in Krefeld (2014). Der Inschriftentext lautet: "Unweit dieses Mahnmals stand die Synagoge der Jüdischen Gemeinde Krefeld aus dem Jahr 1903. Menschenverachtende Willkür zerstörte sie in der "Reichskristallnacht" am 9. November 1938".

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  • Der Platz "An der alten Synagoge", auf dem sich die ehemalige Krefelder Synagoge befand (Ecke Marktstraße / Petersstraße, 2014).

    Der Platz "An der alten Synagoge", auf dem sich die ehemalige Krefelder Synagoge befand (Ecke Marktstraße / Petersstraße, 2014).

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  • Seitenansicht des Mahnmals auf dem Standort der ehemaligen Synagoge in Krefeld (Ecke Marktstraße / Petersstraße, heute An der alten Synagoge) (2014).

    Seitenansicht des Mahnmals auf dem Standort der ehemaligen Synagoge in Krefeld (Ecke Marktstraße / Petersstraße, heute An der alten Synagoge) (2014).

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  • Straßenschild mit der Aufschrift: "An der alten Synagoge"; es kennzeichnet den Platz, auf dem sich einst die alte Krefelder Synagoge befand (2014)

    Straßenschild mit der Aufschrift: "An der alten Synagoge"; es kennzeichnet den Platz, auf dem sich einst die alte Krefelder Synagoge befand (2014)

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Die jüdische Gemeinde Krefeld seit dem frühen 19. Jahrhundert:
Krefeld war von 1809 bis 1846 Sitz eines jüdischen Konsistoriums, das die Regierungsbezirke Aachen, Köln (bis 1817) und Düsseldorf umfasste. Zu der nach 1847 gegründeten Synagogengemeinde gehörten der Kreis Krefeld und die Bürgermeisterei Friemersheim. Filialgemeinden bestanden in Uerdingen, Anrath, Lank-Latum, Linn-Bockum und Osterath-Fischeln. 1932 waren Uerdingen, Anrath, Osterath und Lank-Latum angeschlossen. Nach 1945 entstand eine neue Gemeinde.
Gemeindegröße um 1815: 160 (1806), um 1880: 1751 (1885), 1932: 1720 / 1626 (1925), 2006: 1084 (vorstehende Angaben nach Reuter 2007).

Friedhöfe: Der erste, heute vom städtischen Friedhof umgebene Judenfriedhof in der Heideckstraße wurde im 18. Jahrhundert angelegt. Der zweite in der Alten Gladbacher Straße stammt vom Ende des 19. Jahrhunderts. Beide sind erhalten.

Bethaus / Synagoge: 1763 ist erstmals ein Betraum belegt. 1764 und 1853 konnten Neubauten eingeweiht werden. Im Zuge der Novemberpogrome von 1938 wurde die Synagoge, die Ecke Marktstraße / Petersstraße stand, durch Brandstiftung zerstört. Am früheren Standort der alten Synagoge Ecke Marktstraße / Petersstraße befindet sich heute ein Mahnmal, dessen Gedenktafel die „Synagoge von 1903“ zeigt – so die Inschrift der Tafel, die das 1853 erbaute Gebäude aber vermutlich entsprechend einer Ansicht von 1903 zeigt (vgl. Abbildung in der Mediengalerie).
Die Inschrift der Gedenktafel lautet:
„UNWEIT DIESES MAHNMALS STAND DIE SYNAGOGE DER JÜDISCHEN GEMEINDE KREFELD AUS DEM JAHR 1903. MENSCHENVERACHTENDE WILLKÜR ZERSTÖRTE SIE IN DER “REICHSKRISTALLNACHT„ AM 9. NOVEMBER 1933.“

Die zerstörten Fenster der alten Synagoge konnten später nach den ursprünglichen Entwurfszeichnungen wieder hergestellt und über dem Haupteingang des neuen jüdischen Gemeindezentrums an der Wiedstraße eingebaut werden. Im Straßenpflaster findet sich der Grundriss der alten Synagoge zwischen heutiger Marktstraße, Ostwall und Petersstraße mit roten Steinen markiert (wz-newsline.de).
Die kleine Parzelle mit dem Mahnmal trägt heute den Straßennamen „An der alten Synagoge“.

Seit 1963 existierte wieder ein Betraum in privaten Räumlichkeiten nahe der Wiedstraße in der östlichen Innenstadt, wo 1981 eine neue Synagoge eröffnet wurde. Nach der Grundstücksübertragung durch die Stadt Krefeld 2003 wurde der Grundstein für den Neubau der Synagoge an der Wiedstraße 2005 gelegt, diese wurde am 14. September 2008 feierlich eröffnet (siehe dortiges Objekt).

(LVR-Redaktion KuLaDig, 2014 / freundliche Auskünfte von Rabbi Yitzhak Mendel Wagner, 2014)

Internet
www.wz-newsline.de: Umrisse im Pflaster: Alte Synagoge hinterlässt Spuren (Westdeutsche Zeitung vom 23.11.2008, abgerufen 23.10.2014)

Literatur

Pracht-Jörns, Elfi (2000)
Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen, Teil II: Regierungsbezirk Düsseldorf. (Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern im Rheinland 34.2.) S. 149-158, Köln.
Reuter, Ursula (2007)
Jüdische Gemeinden vom frühen 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VIII.8.) Bonn.
Rotthoff, Guido (2003)
Krefeld. (Rheinischer Städteatlas, Lieferung XV, Nr. 81.) S. 17ff., Köln.
(1999)
Die Synagogen der jüdischen Gemeinden Nordrhein-Westfalen. In: Brocke, Michael (Hrsg.): Feuer an Dein Heiligtum gelegt. Zerstörte Synagogen 1938 (Beilage), S. 14, Bochum.

Synagoge Krefeld

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Ecke Marktstraße / Petersstraße
Ort
47798 Krefeld
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1853, Ende 1938
Koordinate WGS84
51° 19′ 51,34″ N, 6° 33′ 55,51″ O / 51.33093°, 6.56542°
Koordinate UTM
32U 330395.66 5689440.51
Koordinate Gauss/Krüger
2539451.32 5688614.26

Empfohlene Zitierweise

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„Synagoge Krefeld”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-105878-20141023-3 (Abgerufen: 28. Mai 2018)
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