Streuobstwiese Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung Köln

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Nahaufnahme einer Apfelbaumkrone mit dicken roten Äpfeln auf der Streuobstwiese des Max-Planck-Instituts für Züchtungsforschung (2014).

    Nahaufnahme einer Apfelbaumkrone mit dicken roten Äpfeln auf der Streuobstwiese des Max-Planck-Instituts für Züchtungsforschung (2014).

    Copyright-Hinweis:
    NABU-Naturschutzstation Leverkusen-Köln
    Fotograf/Urheber:
    Hannah Brüggemann
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  • Aufnahme der Streuobstwiese des Max-Planck-Instituts für Züchtungsforschung (2014). Im Hintergrund sind die Obstbäume mit kleinen Infotafeln zu sehen. Vorne am Drahtzaun stehen ein paar Rhönschafe mit hellem Fell und dunklem Kopf.

    Aufnahme der Streuobstwiese des Max-Planck-Instituts für Züchtungsforschung (2014). Im Hintergrund sind die Obstbäume mit kleinen Infotafeln zu sehen. Vorne am Drahtzaun stehen ein paar Rhönschafe mit hellem Fell und dunklem Kopf.

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  • Die Streuobstwiese des Max-Planck-Instituts für Züchtungsforschung (2014). Im Hintergrund sind die Obstbäume mit kleinen Infotafeln zu sehen. Vorne am Drahtzaun stehen ein paar Rhönschafe mit hellem Fell und dunklem Kopf.Obstwiese mit jungen Bäumen und Infotafeln auf der ein paar Rhönschafe im Schatten der Bäume stehen.

    Die Streuobstwiese des Max-Planck-Instituts für Züchtungsforschung (2014). Im Hintergrund sind die Obstbäume mit kleinen Infotafeln zu sehen. Vorne am Drahtzaun stehen ein paar Rhönschafe mit hellem Fell und dunklem Kopf.Obstwiese mit jungen Bäumen und Infotafeln auf der ein paar Rhönschafe im Schatten der Bäume stehen.

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  • Streuobstwiese des Max-Planck-Instituts für Züchtungsforschung (2014). Blick von einer Anhöhe auf die Obstwiese mit relativ jungen Bäumen. Neben jedem der Bäume ist ein Pfahl mit einer kleinen Tafel angebracht auf der die Sorte beschrieben wird.

    Streuobstwiese des Max-Planck-Instituts für Züchtungsforschung (2014). Blick von einer Anhöhe auf die Obstwiese mit relativ jungen Bäumen. Neben jedem der Bäume ist ein Pfahl mit einer kleinen Tafel angebracht auf der die Sorte beschrieben wird.

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Die Wiese des Max-Planck-Instituts für Züchtungsforschung ist Teil der Wissenschaftsscheune, einem Projekt, welches die Neugier auf die Pflanzenforschung wecken möchte. In einer Scheune und dem angrenzenden Schaugarten erfahren Interessierte alles über die historische Entwicklung und Veränderung von Pflanzen, ihre DNA und die Forschung, die mit ihnen betrieben wird.

Auch diese Obstwiese zählt zu den jüngeren Wiesen im äußeren Grüngürtel. Sie wurde vor fünf Jahren angelegt und besteht aus hochstämmigen regionalen Sorten wie dem Berlepsch, der Goldparmäne, der Mirabelle von Nancy oder Gellerts Butterbirne. Diese Sorten existieren bereits seit zum Teil über 200 Jahren in der Region um Köln und dem Eifeler Land. Auf einer Fläche von etwa 2.500 m² stehen auf dieser Streuobstwiese 24 der wichtigsten Apfelsorten sowie jeweils vier Birnen-, Pflaumen- und Süßkirschensorten aus der Region.

Artenübersicht:
Apfel: Berlepsch, Oldenburg, Gelber Edelapfel, Croncels, Goldparmäne, Gravensteiner, Kaiser Wilhelm, Landsberger Renette, Ontario, Rheinischer Bohnapfel, Rheinischer Krummstiel, Schafsnase, Rote Sternrenette, Roter Eiserapfel, Roter Bellefleur, Boskoop, Jakob Lebel, Danziger Kant, Dülmener Rosenapfel, Rheinischer Winterrambour, Riesenboiken, Luxemburger Renette, Winterglockenapfel, Schöner aus Nordhausen
Birne: Gellerts Butterbirne, Köstliche von Charneu, Gute Graue, Pastorenbirne
Pflaume: Mirabelle von Nancy, Große Grüne Reneclaude, Hauszwetsche, Wangenheims Frühzwetsche
Süßkirsche: Büttners Rote Knorpel, Hedelfinger, Schneiders Späte, Dönissens Gelbe


Die Wiese unter den Obstbäumen ist streuobsttypisch gestaltet. Mit Kräutern und Wildblumen, extensiv bewirtschaftet durch eine Herde von Rhönschafen. Die mittelgroßen Tiere sind leicht an ihrer auffälligen Fellfärbung, weißer Körper und schwarzer Kopf, zu erkennen. Sie sind gut an das raue Klima in Mittelgebirgslagen angepasst und werden hier im Schaugarten als Wiesenpfleger eingesetzt. Durch eine extensiv beweidete Wiese erhalten Tiere wie Siebenschläfer und Steinkauz sowie zahlreiche Insekten eine optimale Grundlage um sich auf der Streuobstwiese anzusiedeln. Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas und stehen auf der Roten Liste. Ein hochstämmiger Obstbaum bietet auf mehreren Stockwerken Lebensraum für viele seltene Vögel, Kleinsäuger und Insekten.

Streuobstwiesen als Element der Kulturlandschaft und als Obstlieferant
Streuobstwiesen waren früher ein prägender Bestandteil unserer Kulturlandschaft. Sie dienten der Selbstversorgung mit Obst und stellten somit einen unverzichtbaren Bestandteil im Leben der Menschen dar. Am stärksten war der Streuobstbau in Deutschland zwischen 1930 und 1955 verbreitet. Mit dem Aufkommen des Erwerbsobstbaus Ende des 19. Jahrhunderts begannen ein immer stärker werdender Sortenrückgang und der Verlust von hochstämmigen Obstbäumen. Ein besonders starker Rückgang ist beim Apfel zu verzeichnen.
In Deutschland gibt es unzählige verschiedene Kulturapfelsorten. Sie sind sehr vielseitig verwendbar und sind feste Bestandteile regionaler Gerichte und Produkte. Die Liste reicht von Kuchen über herzhafte Fleischgerichte bis hin zu Saft oder Essig. Von den vielen traditionellen Sorten, die in Deutschland im Laufe der Jahre entstanden sind, gibt es heute immer weniger.

In Supermärkten wird das Angebot auf drei bis vier internationale Sorten begrenzt, im Gartenhandel findet man vielleicht 40 verschiedene. Auf Apfelmärkten werden gelegentlich noch seltene, traditionelle, zum Teil beinahe ausgestorbene Sorten angeboten, die es so im Handel nicht mehr zu kaufen gibt. Hier können auch Allergiker fündig werden, denn viele der alten Sorten sind für Apfelallergiker genießbar. Das liegt an den Polyphenolen, aromatische Verbindungen, die in Pflanzen als Farb- oder Geschmacksstoffe vorkommen. Bisher ist nicht bekannt, welche Rolle sie im Zusammenhang mit Allergien genau spielen, fest steht nur, dass die Anzahl der Polyphenole ausschlaggebend dafür ist, wie stark allergische Reaktionen beim Verzehr auftreten können. Die alten Apfelsorten enthalten wesentlich mehr dieser chemischen Verbindungen, als es bei den neuen Sorten der Fall ist. Bei diesen wurden die Polyphenole nach und nach herausgezüchtet, da mit ihnen ein säuerlicher Geschmack einhergeht und sie dafür sorgen, dass der Apfel schneller braun wird, nachdem er aufgeschnitten wurde. Mit hundertprozentiger Sicherheit lässt sich allerdings keine der alten Sorten für Allergiker empfehlen. Zu den Sorten, die in der Regel gut verträglich sind, gehören:

Altländer Pfannkuchenapfel, Goldrenette Freiherr von Berlepsch, Gravensteiner, Jonathan, Landsberger Renette, Minister von Hammerstein, Roter Berlepsch, Roter Boskoop, Schöner aus Boskoop, Weißer Klarapfel, Prinz Albrecht von Preußen und Wintergoldparmäne.

Was ihr Allergiepotential betrifft, bestehen zwischen herkömmlichen Äpfeln und Bioäpfeln keine Unterschiede. Für Allergiker ebenfalls ohne Probleme und unabhängig von der Sorte genießbar, sind Apfelprodukte, bei denen der Apfel gekocht wurde, wie beispielsweise Apfelmus oder –kuchen. Grund dafür sind die Allergie auslösenden Eiweißbausteine, die beim Kochen zerstört oder so verändert werden, dass sie für Allergiker ungefährlich werden.

(Hannah Brüggemann, NABU-Naturschutzstation Leverkusen-Köln, 2014)

Quelle
Hombrecher, Gerd; Schuchert, Wolfgang: persönliches Gespräch über den Schaugarten der Wissenschaftsscheune des MPIZ Köln, 05.08.2014 und 18.08.2014.

Internet
www.bund-lemgo.de: Äpfel als Quelle der Gesundheit (abgerufen 10.07.2014)
www.bund-lemgo.de/apfelallergie: Apfelallergie (abgerufen 10.07.2014)
www.planet-wissen.de: Äpfel - vom Paradies in jede Obstschale (abgerufen 10.07.2014)
www1.wdr.de: Allergie durch Äpfel (abgerufen 10.07.2014)
de.wikipedia.org: Kulturapfel (abgerufen 10.07.2014)

Streuobstwiese Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung Köln

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 2009
Koordinate WGS84
50° 57′ 29,04″ N, 6° 51′ 51,7″ O / 50.95807°, 6.86436°
Koordinate UTM
32U 350015.11 5647333.41
Koordinate Gauss/Krüger
2560773.78 5647337.66

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„Streuobstwiese Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung Köln”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-103349-20140919-2 (Abgerufen: 25. Mai 2018)
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