Turmgarage in Bayenthal

zeitweise „Autogarage von Carl Sönning“ bzw. „Garagenbetrieb Pistoris“, dann Castrol-Tankstelle und Werkstatt

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde, Architekturgeschichte
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 54′ 46,56″ N: 6° 58′ 9,04″ O 50,91293°N: 6,96918°O
Koordinate UTM 32.357.237,54 m: 5.642.107,13 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.568.204,07 m: 5.642.408,46 m
  • Turmgarage in Köln-Bayenthal: Hofansicht, ca. 1926/27. Quelle: Westdeutsche Bauschau 1927 Heft 16 (15. April 1927), S. 4.

    Turmgarage in Köln-Bayenthal: Hofansicht, ca. 1926/27. Quelle: Westdeutsche Bauschau 1927 Heft 16 (15. April 1927), S. 4.

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  • Turmgarage in Köln-Bayenthal:: Anzeige in Greven's Adreßbuch von Köln und Umgegend 1925.

    Turmgarage in Köln-Bayenthal:: Anzeige in Greven's Adreßbuch von Köln und Umgegend 1925.

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  • Turmgarage in Köln-Bayenthal: Anzeige der Bauunternehmung Ferdinand Gerbes, 1927. Quelle: Köln - Bauliche Entwicklung 1888-1927.

    Turmgarage in Köln-Bayenthal: Anzeige der Bauunternehmung Ferdinand Gerbes, 1927. Quelle: Köln - Bauliche Entwicklung 1888-1927.

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  • Turmgarage in Köln-Bayenthal, Schönhauser Straße (Ansicht 2026).

    Turmgarage in Köln-Bayenthal, Schönhauser Straße (Ansicht 2026).

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  • Perspektive der Turmgarage in Köln-Bayenthal:, Zeichnung des Architekten Kintgen, 1924.

    Perspektive der Turmgarage in Köln-Bayenthal:, Zeichnung des Architekten Kintgen, 1924.

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  • Turmgarage in Köln-Bayenthal: Ansicht mit Tankstelle, 1970er-Jahre. Foto: Stadtkonservator Köln.

    Turmgarage in Köln-Bayenthal: Ansicht mit Tankstelle, 1970er-Jahre. Foto: Stadtkonservator Köln.

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  • Turmgarage in Köln-Bayenthal:: Grundriss (Entwurf), um 1925. Quelle: Westdeutsche Bauschau 1927 Heft 16 (15. April 1927), S. 3.

    Turmgarage in Köln-Bayenthal:: Grundriss (Entwurf), um 1925. Quelle: Westdeutsche Bauschau 1927 Heft 16 (15. April 1927), S. 3.

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  • Turmgarage in Köln-Bayenthal: Straßenansicht, ca. 1926/27. Quelle: Westdeutsche Bauschau 1927 Heft 16 (15. April 1927), S. 5.

    Turmgarage in Köln-Bayenthal: Straßenansicht, ca. 1926/27. Quelle: Westdeutsche Bauschau 1927 Heft 16 (15. April 1927), S. 5.

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Die rasant steigende Zahl von privaten Automobilen in den 1920er-Jahren machte Bau und Betrieb von öffentlichen Garagenanlagen zu einem lohnend erscheinenden Geschäft. Auch in Köln entstanden zahlreiche Mietgaragen für Kraftwagenbesitzer, die zu Hause keinen Platz für ihr Gefährt hatten oder den Wagen bei einem Besuch in der Stadt abstellen wollten.

Die Bayenthaler „Turmgarage“
Architektonische Bedeutung, Baudenkmal
Quellen, Internet, Literatur

Die Bayenthaler „Turmgarage“
Noch bevor ab Mitte des Jahrzehnts die ersten mehrstöckigen Parkhäuser wie z.B. die „Rheinlandgarage“ in der Nordstadt gebaut wurden, gab es zahlreiche ebenerdige gewerbliche Garagenhöfe, häufig bereits mit Werkstatt, Tankanlage und Fahreraufenthalt ausgestattet. Viele lagen in der Neustadt, wo es noch passende freie Grundstücke gab, die gleichermaßen günstig zur Innenstadt und zu den Ausfallstraßen gelegen waren - z.B. die „Großgarage“ an der Genter Straße im Belgischen Viertel.

Auch die „Turmgarage“ an der Schönhauser Straße in Bayenthal war einer dieser Garagenhöfe - jedoch anders als die meisten anderen seiner Art einer mit architektonischem Anspruch, der seine Gestaltung schon im Namen trug und auch optisch ein werbendes Zeichen zu setzen versuchte.
Es handelt bzw. handelte sich um einen geschlossenen, rechteckigen Hof; nach vorne zur Straße hin in asymmetrischer Anordnung ein zweigeschossiges Betriebsgebäude mit weit vorkragendem Walmdach und ornamental vergitterten Rundfenstern im Erdgeschoss, rechts anschließend ein etwas zurückliegender dreigeschossiger Treppenturm mit angedeuteten Eckzinnen, der dem ganzen seinen Namen gab und dann der extravagant breite Parabelbogen der Einfahrt. Unmittelbar rechts neben der Einfahrt begannen die insgesamt 25 Stellplätze, die im Rechteck um den Hof herum angeordnet waren: „geräumige heizbare Einzelboxen aus Eisenbeton mit massivem Dach. Eisentore, daher unbedingt feuer- und diebessicher“ (Das Motorfahrzeug 1925). Außerdem bot die Garage „Nachtunterkunft für durchreisende Autos. Logis für Chauffeure. Erstklassige Reparaturwerkstätte unter Führung eines Spezial-Auto-Ingenieurs. Tankstelle für Benzin und Oel“ (Greven's Adreßbuch 1925, IV. Teil, S. 45). Im Ober- und Dachgeschoss des Betriebsgebäudes waren Aufenthaltsräume und die Wohnung des „Pförtners“ vorgesehen.
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Beworben wurde die Anlage schon zu Anfang 1925, fertig gestellt und eröffnet aber wohl erst später im Jahr oder gar erst 1926. Zeitungsartikel nennen auch den Entwerfer: Adolf Kintgen (*1889), Architekt BDA (Bund Deutscher Architekten) mit Büro an der Dürener Straße in Lindenthal, und die Bauunternehmung F. Gerbes wird als ausführendes Unternehmen genannt.
Anhand der Adressbücher lässt sich deren Rolle aber noch etwas weiter fassen: Der Architekt und Bauunternehmer Ferdinand Gerbes hatte 1919 zunächst an der Bottmühle am Severinswall
ein Baugeschäft gegründet. Offenbar gleichzeitig mit der Errichtung des Garagengebäudes bezog er auf dem Nachbargrundstück an der Schönhauser Straße 5 ein neues, villenartiges Wohnhaus, geplant von dem Architekten Franz Seuffert (Ende der 2010er-Jahre abgerissen).
Die Turmgarage erscheint erstmals im Adressbuch 1926 als „Autogarage von Carl Sönning“, einem ebenso wie der Architekt Kintgen in Lindenthal ansässigen Kaufmann. Ein Jahr später bereits fungiert aber Gerbes selbst als Betreiber der Garage. Im Adressbuch 1929 ist unter deren Adresse, also wohl im Betriebsgebäude, auch sein Baubüro verzeichnet.

Die verglichen mit der Neustadt doch etwas größere Entfernung zum Zentrum war sicher nicht die günstigste, auch wenn man die Lage an der südlichen Stadteinfahrt zwischen Oberländer Ufer und Bonner Straße in der Werbung ausdrücklich hervorhob. Und direkt nebenan - Schönhauser Straße 1 / Ecke Flößerstraße - gab es auch bereits einen Autohandel, wo Albert Giese Wagen der Marke „Dixi“ der Fahrzeugfabrik Eisenach verkaufte. Immerhin bis in die Nachkriegszeit ist im Gebäude der „Turmgarage“, wenn auch nicht mehr unter diesem Namen, ein Garagenbetrieb (Pistoris) notiert - neben anderen Gewerben und in welchem Umfang auch immer.
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Architektonische Bedeutung, Baudenkmal
Fotos der Denkmalerfassung der 1970er-Jahre zeigen einen Tankstellen- und Werkstattbetrieb der Marke Castrol (heute Teil des Mineralölkonzerns BP, British Petroleum p.l.c.), für den die ursprünglichen Gebäude nach vorne zur Straße hin geöffnet bzw. angebaut worden waren. 1985 bzw. dann endgültig 1989 wurde die Anlage in die Denkmalliste eingetragen, als eines der „ganz wenigen überhaupt noch erhaltenen baulichen Dokumente aus der Anfangsgeschichte des Automobils. In Köln gibt es hierzu kein weiteres Beispiel mehr“ (Anlage zur Eintragungsbegründung, 04.10.1989).
Die noch vorhandenen Teile der ehemaligen Turmgarage sind seitdem eingetragenes Baudenkmal der Stadt Köln (Eintragung vom 4. Oktober 1989, BauD Nr. Nr. A 5269 / DE_05315000_A_5269). Die Denkmalkarte Köln führt die „Garagenanlage mit Wohn- u. Bürohaus, Baujahr um 1926“ in der Schönhauser Straße 3b als privates Eigentum (stadt-koeln.de).

Mit oder bald nach der Unterschutzstellung wurde die Anlage grundlegend umgebaut. Der hintere Teil des Garagenhofes, wo es, den Luftbildern nach zu urteilen, damals schon starke Veränderungen gab, wurde durch einen mehrgeschossigen Neubau ersetzt (vgl. die Abb. des Grundriss-Entwurfs von um 1925).
Übrig blieb, mit kleinen Resten noch an den Seitenflügeln, nur die Straßenseite mit dem Betriebsgebäude und dem Turm, die dem Ursprungsbild entsprechend saniert wurde; Tankstelle und Werkstatt verschwanden. Die zeichenhafte Architektur der 1920er-Jahre mit dem markanten Turm scheint also nach wie vor als Werbeträger zu funktionieren - nun für eine Privatklinik. Aber man muss schon die Geschichte und die alten Abbildungen kennen, um die ursprüngliche Funktion als „Garagenanlage“ noch zu erahnen.

(Marco Kieser, LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, 2026)

Quellen
  • Das Motorfahrzeug (Köln), Heft 11/12, 22. März 1925.
  • Westdeutsche Bauschau, Heft 16/1927, 15. April 1927.

Internet
www.aesthetic-first.com: Praxisklink Schönheitschirurgie aesthetic first (Homepage eines heutigen Nutzers mit aktuellen Ansichten, abgerufen 07.10.2026)
www.stadt-koeln.de: Interaktive Denkmalkarte Köln (abgerufen 07.10.2026)
deu.archinform.net: Adolf Kintgen, Architekt (abgerufen 07.10.2026)
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Literatur

Architekten- und Ingenieurverein für den Niederrhein und Westfalen und Köln (Hrsg.) (1927)
Köln: Bauliche Entwicklung 1888-1927. Herausgegeben mit Unterstützung der Stadt Köln, Festgabe zum Deutschen Architekten- und Ingenieurtag 1927 in Köln (auch erschienen als Neuauflage Köln 1987). o.S., Anzeigen-Teil, Berlin-Halensee.
Greven's Kölner Adressbuch-Verlag (Hrsg.) (1925)
Adreßbuch von Köln und Umgebung, sowie Adreßbuch der Kreise Köln-Land und Mühlheim a. Rh.. Erster Band. u. Folgejahre, Köln. Online verfügbar: www.digibib.genealogy.net, Greven 1925, abgerufen am 22.01.2025

Turmgarage in Bayenthal

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Schönhauser Straße 3 b
Ort
50668 Köln - Bayenthal
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde, Architekturgeschichte
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1925 bis 1926

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
Marco Kieser: „Turmgarage in Bayenthal”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360685 (Abgerufen: 8. Oktober 2026)
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