Dauerausstellung zum Luftkrieg im Malakoff-Gebäude in Vogelsang

Ausstellung „Überreste, Erinnerungen und Erzählungen - Was vom Luftkrieg übrig bleibt“

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Schleiden
Kreis(e): Euskirchen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 34′ 47,95″ N: 6° 26′ 47,81″ O 50,57998°N: 6,44661°O
Koordinate UTM 32.319.228,76 m: 5.606.231,95 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.531.677,53 m: 5.605.017,88 m
  • Historische Filmaufnahme eines Flugs über das zerstörte Düren im März 1945 (Special Film Project 186 der United States Army Air Forces).

    Historische Filmaufnahme eines Flugs über das zerstörte Düren im März 1945 (Special Film Project 186 der United States Army Air Forces).

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    public domain, United States Army
    Fotograf/Urheber:
    unbekannt / United States Army
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  • Blick vom heutigen Besucherparkplatz aus auf den "Malakoff" genannten Torbereich am Eingang zur Anlage des früheren NS-Schulungsheims, der so genannten "Ordensburg" Vogelsang bei Schleiden-Gemünd (2015).

    Blick vom heutigen Besucherparkplatz aus auf den "Malakoff" genannten Torbereich am Eingang zur Anlage des früheren NS-Schulungsheims, der so genannten "Ordensburg" Vogelsang bei Schleiden-Gemünd (2015).

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    Knöchel, Franz-Josef / CC-BY-SA-4.0
    Fotograf/Urheber:
    Knöchel, Franz-Josef
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  • Eingangs- und Wachbereich "Malakoff" zur Ordensburg und späteren Kaserne Camp Vogelsang, die Durchfahrt ist als Tor mit Säulen gestaltet (2016).

    Eingangs- und Wachbereich "Malakoff" zur Ordensburg und späteren Kaserne Camp Vogelsang, die Durchfahrt ist als Tor mit Säulen gestaltet (2016).

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    Knöchel, Franz-Josef
    Fotograf/Urheber:
    Franz-Josef Knöchel
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Am 12. September 2026 eröffnete im Eingangsgebäude vor der Malakoff-Tordurchfahrt zum Areal des Dokumentationszentrums Vogelsang eine Dauerausstellung über die Geschichte des Luftkriegs im Bereich der nördlichen Eifel.

Dauerausstellung „Überreste, Erinnerungen und Erzählungen - Was vom Luftkrieg übrig bleibt“
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen materielle Überreste des Luftkriegs aus der Sammlung der Arbeitsgemeinschaft Luftkriegsgeschichte Rhein/Mosel e. V. Die Ausstellung versteht sich jedoch - auch durch den bewussten Verzicht auf Modelle - weniger als ein Technik- oder militärhistorisches Museum, sondern kontextualisiert die Kriegsereignisse in der Nordeifel, der heutigen Städteregion Aachen und bis hin zum Rheintal über einen multiperspektivischen Ansatz.
Träger ist der Verein Dokumentationszentrum Luftkrieg e. V., der ein Zweigverein der AG Luftkriegsgeschichte ist. Entwickelt wurde die Ausstellung in Zusammenarbeit mit einem Netzwerk, unterstützt insbesondere durch das LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte, dem Dokumentationszentrum vogelsang ip, dem Museum Zitadelle Jülich und dem Militärhistorischen Museum der Bundeswehr Flugplatz Berlin-Gatow.

Die Dauerausstellung ordnet die Luftkriegsereignisse in der Region in den historischen Kontext ein. So beschäftigt sich der erste Abschnitt der Ausstellung mit der Entwicklung des Luftkriegs vor 1939, zeitlich beginnend mit der frühen Nutzung des Flugzeugs als Waffe schon vor dem Ersten Weltkrieg, etwa durch die europäischen Kolonialmächte in den Kolonien.
Weiter wird auf die Ursachen des Zweiten Weltkriegs in den Zwischenkriegsjahren nach dem Ersten Weltkrieg eingegangen, noch bevor während der NS-Zeit der Zweite Weltkrieg von Deutschland als ideologisch motivierter Vernichtungskrieg geführt wurde. Dazu wird in der Ausstellung auf die Verbrechen der deutschen Luftwaffe und die schrittweise Eskalation des Luftkriegs eingegangen.
Im Hauptteil stehen dann die materiellen Überreste des Luftkriegs aus der Region im Mittelpunkt. Über diese Objekte wird der Zugang zu Themen wie zum Beispiel Luftschutz, Kriegsgefangenschaft, Verherrlichung des Krieges durch die NS-Propaganda und Zwangsarbeit durch KZ-Häftlinge in der Rüstungsproduktion möglich. Briefe, Tagebucheinträge und Zeitzeugeninterviews vermitteln, wie individuelle historische Persönlichkeiten den Krieg erlebt haben.
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So betrafen die Ereignisse des Luftkriegs mehr oder weniger alle Bürgerinnen und Bürger der beiden Städte Düren und Jülich, als am 16. November 1944 beide Innenstädte durch Luftangriffe der Alliierten fast vollständig in Schutt und Asche gelegt wurden (vgl. dort). Über die beiden Städte wurde während des Kriegs ein erheblicher Teil der Logistik für die deutsche Wehrmacht abgewickelt.
Hier waren Zwangsarbeitende überproportional oft unter den Toten, da sie häufig keine Schutzorte aufsuchen durften. Zudem mussten sie nach den Angriffen die Trümmer wegräumen und waren ohne Schutzkleidung den Blindgängern ausgeliefert. Die dies Überlebenden waren nachhaltig traumatisiert.

Es gilt einerseits, die Erinnerung der Erlebnisgeneration - also der Menschen mit persönlichen Erinnerungen an die Geschehnisse - zu sichern und für nachfolgende Generationen zu erhalten. Zum Anderen stellt sich hier aber auch die Aufgabe für Akteure historisch-politischer Bildung, die oft einseitig überlieferten Erinnerungen kritisch zu hinterfragen.

Im letzten Abschnitt der Ausstellung liegt der Fokus auf der Entwicklung verschiedener Erinnerungskulturen nach 1945 in der Region und darüber hinaus. Einseitige Formen der Erinnerung, die sich auf die Erfahrungen der vom NS-Regime nicht verfolgten Zivilbevölkerung beschränken und die Situation der jüdischen Bevölkerung oder von Zwangsarbeitenden ausblenden, werden hier kritisch betrachtet.
Die Ausstellung verbindet kulturhistorische und militärhistorische Ansätze mit Geschlechterforschung und Regionalgeschichte. Durch dieses multiperspektivische Vorgehen werden die Besuchenden in die Lage versetzt, sich kritisch mit der Geschichte des Luftkriegs in der Region auseinanderzusetzen.

(Franz-Josef Knöchel, Digitales Kulturerbe LVR, 2026)

Quelle
Informationen und freundliche Hinweise von Herrn Dr. Julian Weller, Kurator der Ausstellung, 2026.

Internet
www.vogelsang-ip.de: Vogelsang IP, Internationaler Platz im Nationalpark Eifel (abgerufen 15.09.2026)
www.ag-luftkriegsgeschichte-kreis-euskirchen.de: Arbeitsgemeinschaft Luftkriegsgeschichte Rhein/Mosel e.V. (abgerufen 15.09.2026)
de.wikipedia.org: Operation Queen (abgerufen 16.09.2026)
ksta.de: Luftkriegsgeschichte - Trümmer berichten in Vogelsang von der Grausamkeit des Krieges (Text Stephan Everling, Kölner Stadt-Anzeiger vom 13.09.2026, abgerufen 15.09.2026)
www.herzog-magazin.de: Viele Perspektiven. Die Geschichte des Luftkriegs aus vielen Perspektiven: Julian Weller konzipiert eine Dauerausstellung, die ab 2024 in Vogelsang und Jülich gezeigt werden soll (Text Stephan Johnen, Nachrichten- und Kulturmagazin Herzog vom 31.10.2023, abgerufen 16.09.2026)
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Literatur

Hohn, Uta (1991)
Die Zerstörung der deutschen Städte im Zweiten Weltkrieg. Regionale Unterschiede in der Bilanz der Wohnungstotalschäden und Folgen des Luftkrieges unter bevölkerungsgeographischem Aspekt. (Duisburger Geographische Arbeiten, Band 8.) Dortmund.

Dauerausstellung zum Luftkrieg im Malakoff-Gebäude in Vogelsang

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Vogelsang 42
Ort
53937 Schleiden
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 2026

Empfohlene Zitierweise

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„Dauerausstellung zum Luftkrieg im Malakoff-Gebäude in Vogelsang”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360623 (Abgerufen: 26. September 2026)
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