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Die Userothwiese, eine alte Hutung (2019).
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Die Userothwiese, eine alte Hutung (2022).
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Auf der Userothwiese stehen Eichen und Kastanien die ehemals zur Mast des Weideviehs dienten (2019).
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Auf der Userothwiese stehen Eichen und Kastanien die ehemals zur Mast des Weideviehs dienten (2019).
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Auf der Userothwiese stehen alte Eichen und Kastanien, die ehemals im Herbst zur Mast des Weideviehs dienten (2022).
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Wer auf dem beliebten Wanderweg vom Milchhäuschen zur Margarethenhöhe unterwegs ist, stößt nach etwas mehr als einem Kilometer auf eine wunderschöne flache Wiese mitten im Wald, die von mehreren imposanten Eichen und Kastanien bestanden ist. Sie liegt auf einem breiten Sattel zwischen dem Jungfernhardt und dem Lohrberg. Bereits die Urkatasterkarten (1826) verzeichnen dort eine Wiese, deren Flur sowohl „Am Osteroth“ als auch „Useroths Knipp“ genannt wird, da sie durch die Gemeindegrenze von Königswinter und Bad Honnef geteilt wird. Später hat sich die Bezeichnung Userothswiese durchgesetzt. Die Endung „-roth“ im Namen belegt eine ehemalige Rodungsfläche im Wald. Es handelt sich dabei um eine ehemalige Hutewiese bzw. Hutung, ursprünglich gemeinschaftlich genutztes Gemeindeland, andernorts auch Allmende genannt. Dieses Land durften alle Gemeindemitglieder eines Ortes nutzen. Hauptsächlich machten die an Land ärmeren Einwohner davon Gebrauch, die so die Versorgung des für den Haushalt nötigen Viehs sicherstellen konnten. Zur Aufsicht des Viehs an den ortsfernen Lagen beauftragte man häufig Gemeindehirten. Aber auch Ältere und Kinder der Familien übernahmen diese Aufgabe.
Durch die regelmäßige Beweidung konnte kein Baumwuchs aufkommen und es entstand im Laufe der Zeit eine parkähnliche Landschaft mit einzelnen großen Mastbäumen aus Eichen und Buchen. Solche Bäume waren vor allem für die Schweinemast im Herbst von Bedeutung. Ein schönes Beispiel dafür ist auch die Mondscheinwiese am Petersberg.
Die Besitzverhältnisse ändern sich Anfang des 19. Jahrhunderts. Wahrscheinlich in Zusammenhang mit der Einführung des neuen Katasterwesens 1826 (Urkataster) wird das bis dahin gemeinschaftlich genutzte Huteland aufgeteilt. Die wirtschaftliche Bedeutung und das Interesse an den meist abgelegenen Flächen ließen schon im Laufe des 19. Jahrhundert nach, und oft wurden die Flächen aufgeforstet. An der Userothswiese setzt sich allerdings der VVS durch, der die Landschaft für die städtischen Ausflügler und Touristinnen attraktiv gestalten möchte. Bereits 1900 lässt der Verein hier die erste Schutzhütte für Wanderer im Siebengebirge errichten (Echo 22.3.1936). Spätestens ab 1905 werden gezielt Laubbäume gesetzt, darunter auch viele Arten, die sonst nicht im Siebengebirge vorkommen, im Herbst aber eine schöne Laubfärbung entwickeln und so farbliche Akzente setzen. Zeitgleich mit den umfangreichen Anpflanzungen im Rhöndorfer Tal werden zu den bereits bestehenden Eichen auf der Userothswiese eine Walnuss, eine veredelte Pappel und je eine rot- und weißblühende Kastanie gepflanzt (StAB, SN 168/A-648, Forstkulturplan 1906). Die beiden Kastanien stehen heute noch.
Die Userothswiese stellt als Relikt einer ehemals weit verbreiteten Landschaftsnutzung eine der wenigen verbliebenen Offenlandflächen im Siebengebirge dar. Sie besitzt innerhalb der geschlossenen Waldflächen einen hohen ökologischen Wert für eine angepasste Tier- und Pflanzenwelt. Dazu ist die Wiese mit den mit den knorrigen, alten Bäumen zu jeder Jahreszeit ein beliebtes Fotomotiv.
Datierung Mittelalter bis ca. 1950
Zugang Die Wiese liegt an der Kreuzung zweier offizieller Wanderwege.
Hinweis Das Objekt „Userothswiese“ ist Element des historischen Kulturlandschaftsbereiches Siebengebirge (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Köln 446).
(Jörn Kling, 2025)
Internet de.wikipedia.org: Hutweide (abgerufen 20.01.2026) www.zeno.org: Hutung (in: Pierer's Universal-Lexikon, Band 8. Altenburg 1859, S. 647, abgerufen 20.01.2026)
Quelle Stadtarchiv Bonn (VVS-Depositum), SN 168/A-64
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