Justizvollzugsanstalt Ulmer Höh' in Derendorf

JVA Düsseldorf-Derendorf

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Düsseldorf
Kreis(e): Düsseldorf
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 51° 15′ 2,46″ N: 6° 47′ 1,91″ O 51,25068°N: 6,78386°O
Koordinate UTM 32.345.342,41 m: 5.680.035,60 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.554.771,39 m: 5.679.827,12 m
  • Fahndungsplakat "Anarchistische Gewalttäter - Baader/Meinhof-Bande" aus der Zeit der ersten Generation der RAF (1970/72).

    Fahndungsplakat "Anarchistische Gewalttäter - Baader/Meinhof-Bande" aus der Zeit der ersten Generation der RAF (1970/72).

    Copyright-Hinweis:
    unbekannt / Bundesarchiv, Plakat 006-001058, 1970/72
    Fotograf/Urheber:
    unbekannt / Bundesarchiv
    Medientyp:
    Bild
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Im Jahr 1893 wurde die ehemalige JVA in Düsseldorf-Derendorf eröffnet. Die neue Strafanstalt löste das alte Stadtgefängnis an der Akademiestraße 1 ab und prägte bis Februar 2012 das Stadtbild des früheren Industrieviertels. Aufgrund der leicht erhöhten Lage des Standortes an der „Ulmenstraße“ wurde das Gefängnis auch als „Ulmer Höh“ bezeichnet.
Bis 1934 sollen in der JVA Ulmer Höh' acht Hinrichtungen wegen Mordes erfolgt sein. Darüber hinaus werden zahlreiche Inhaftierungen während des Nationalsozialismus sowie die RAF-Prozesse der 1970er Jahre mit dem Gefängnis verknüpft.

Ein prominenter Düsseldorfer Häftling war 1930/31 der (mindestens) neunfache Serienmörder Peter Kürten (1883-1931), der zuvor bereits im Jahr 1928 einmal wegen kleinerer Delikte in Derendorf eingesessen hatte. Nach der Aufdeckung seiner von 1913 bis 1929 andauernden Mordserie wurde der später unter dem Namen „Vampir von Düsseldorf“ bekannte Kürten am 24. Mai 1930 am Düsseldorfer Rochusmarkt verhaftet und zunächst in der Provinzial-Heil- und Pflegeanstalt Bedburg-Hau eingehend untersucht. In einem vom 13. bis 22. April 1931 dauernden Verfahren vor dem Düsseldorfer Schwurgericht wurde Kürten zum Tode verurteilt; seine Hinrichtung durch Enthauptung erfolgte jedoch im Kölner Gefängnis „Klingelpütz“.

Das etwa 3,2 Hektar große Gelände umfasste zwei getrennte Gefängnisse für Männer und Frauen, ein Wirtschaftsgebäude, ein Krankenhaus und eine Gefängniskapelle. Seit die JVA im Jahr 2012 nach Ratingen verlegt wurde, stand der Gebäudekomplex leer und wurde 2017 schließlich abgerissen. Lediglich die Kapelle befindet sich bis heute auf dem Gelände.

(Antonia Ahrens, LVR-Dezernat Kultur und Landschaftliche Kulturpflege, 2023)

Internet
de.wikipedia.org: Justizvollzugsanstalt Düsseldorf (abgerufen 11.04.2023)

Justizvollzugsanstalt Ulmer Höh' in Derendorf

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Ulmenstraße 95
Ort
40476 Düsseldorf - Derendorf / Deutschland
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1893, Ende 2012 bis 2017

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Empfohlene Zitierweise
Antonia Ahrens (2023): „Justizvollzugsanstalt Ulmer Höh' in Derendorf”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-345270 (Abgerufen: 16. April 2024)
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